6,5 Kilogramm bei Meinerzhagener (61) gefunden

Vermeintlicher Drogenhändler will seine Schmerzen mit Marihuana bekämpft haben

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6,5 Kilogramm Marihuana wurden bei einem 61-jährigen Meinerzhagener gefunden.

Meinerzhagen – Eine zweite Chance bekommt im Landgericht Hagen ein 61-jähriger Meinerzhagener, der gegen ein Urteil des Amtsgerichts Lüdenscheid in Berufung gegangen war.

Ein Schöffengericht hatte ihn im April wegen Handeltreibens mit einer nicht geringen Menge Marihuana zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt. 

Nun sollte erneut über die Sache verhandelt werden. Doch der Angeklagte erschien nicht im Landgericht und begründete sein Fernbleiben mit einer schweren Hauterkrankung, die möglicherweise sogar im Krankenhaus behandelt werden müsse. 

Sein Hausarzt bestätigte, dass der Angeklagte derzeit nicht verhandlungsfähig sei. Es sei nicht auszuschließen, dass die Verschlimmerung der Erkrankung durch die psychische Belastung durch das Strafverfahren ausgelöst worden sei. 

Neuer Termin von Amts wegen

Die letzte Chance, einer vollstreckbaren Haftstrafe zu entgehen, wollten die in solchen Fällen zumeist sehr kritischen Richter der 8. kleinen Strafkammer dem Angeklagten nicht verwehren: „Neuer Termin von Amts wegen“, verkündete der Vorsitzende Richter Dieter Krause. 

Mit medizinischen Gründen hatte der Angeklagte im Amtsgericht auch die große Marihuana-Plantage erklärt, die er im Keller seines Hauses hinter einer Geheimtür betrieben hatte.

Um legale Cannabis-Therapie bemüht

Mit den gewonnenen Cannabis-Produkten habe er seine starken Rücken- und Kopfschmerzen therapieren wollen. Ein ärztliches Attest bestätigte, dass er sich auch um eine legale Verschreibung von Cannabis zur Schmerzlinderung bemüht hatte. 

Aus Sicht des Schöffengerichts sprach allerdings die sichergestellte Menge an Betäubungsmitteln gegen diese Darstellung: Der über das ganze Haus in vielen Behältern verteilte Fund von gut 6500 Gramm Marihuana sprach aus ihrer Sicht dafür, dass der Angeklagte aus seinem Haus heraus auch mit der Droge gehandelt hatte. 

Mit befreundeten Schmerzpatienten geteilt

Denn er überstieg den möglichen Bedarf eines einzelnen Drogenkonsumenten um ein Vielfaches. Aber auch dafür hatte der Angeklagte eine Erklärung: Er habe das Marihuana an befreundete Schmerzpatienten abgegeben. 

„Wenn ich was verkauft hätte, wäre es mir besser gegangen.“ Tatsächlich hatten die Beamten lediglich 350 Euro Bargeld in dem Haus sichergestellt. Auch das war für den Verteidiger des 61-Jährigen ein starkes Indiz dafür, dass sein Mandant nicht nennenswert mit der Droge gehandelt habe. 

Für einen munteren Publikumsverkehr an dem Haus im Außenbezirk sprach allerdings die Beobachtung einer Nachbarin, die einen auffallend regen Autoverkehr beobachtet haben wollte.

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