Polizeiwache Meinerzhagen

Sanierte Polizeiwache: "Die Leidenszeit ist zu Ende"

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Das Büro der Bezirksbeamten ist dort zu finden, wo sich einst Duschräume im 1970er-Jahre-Chic befanden.

Meinerzhagen - Zugluft und „blinde“ Fenster gehören der Vergangenheit an: Jahrelang mussten ausgerechnet die Ordnungshüter Meinerzhagens und Kierspes auf einen ordentlichen Arbeitsplatz verzichten. Nach der lang ersehnten Sanierung des Gebäudes an der Oststraße bricht für die Polizei nun ein neues Zeitalter an. Gestern wurden die Räume mit offiziell eröffnet.

Dichte Fenster, helle Räume, moderner Vinylboden – nur das Treppenhaus erinnert noch an den Charme der frühen 1970er Jahre, dem die Beamten vor Ort nichts mehr abgewinnen konnten. Da waren nicht nur die kalten Räume im Winter, sondern auch die fehlenden Damen-Waschräume oder der Eingangsbereich, der den Anforderungen an die Sicherheit nicht mehr entsprach. 

Neueröffnung der Meinerzhagener Polizeiwache

Wo sich einst die ohnehin nicht mehr genutzte Gewahrsamszelle befand, sind nun Waffenschränke und Technik sicher untergebracht, die im 1970er-Jahre-Retro-Chic gekachelten Duschräume wurden in einen Raum für die Blutabnahme und das Büro der Bezirksbeamten umgewandelt. Und: Auch für ausreichenden Stauraum ist gesorgt worden – mit Hilfe von Häftlingen der Jugendstrafanstalt in Drüpplingsen, die unter anderem Schränke und Garderoben zusammenbauten. 

Projekt in sechs Monaten beendet

„Die lange Leidenszeit geht zu Ende“, betonte gestern Landrat Thomas Gemke, der nicht nur dem Eigentümer der Immobilie, der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen, sondern auch der Meinerzhagener Baugesellschaft und den beteiligten Handwerkern ein Lob aussprach. Denn: Dass das Projekt innerhalb der veranschlagten sechs Monate tatsächlich fertiggestellt würde, damit habe er nicht gerechnet, wie Gemke gestern einräumte. 

Die symbolische Schlüsselübergabe.

Und dass die Kernsanierung des maroden Gebäudes längst überfällig war, betonte auch Roman Kappius als Vertreter des Sparkassenvorstands. Kappius sprach von „unzumutbaren Zuständen“, in denen die Beamten jahrelang arbeiten mussten – die MZ berichtete mehrfach. Die komplizierte Rechtslage habe nach der Insolvenz des vorherigen Besitzers (Anm. der Red.: die Hellerforth-Gruppe) für Verzögerungen gesorgt. Nun verfüge man zwar über eine alte Bausubstanz, „doch vieles hat Neubaucharakter“, so der Sparkassenvorstand. 

Anlässlich der Neueröffnung wollten sich auch Vertreter des Landesinnenministeriums einen Besuch in Meinerzhagen nicht nehmen lassen. Während Friedhelm Hinzen als Referatsleiter für den Wachdienst die aktuellen Herausforderungen der Polizei hinsichtlich Terrorgefahr und Flüchtlingssituation darlegte, machte Ministerialrat Klaus Schönenbroicher vor allem mit einem Statement zum viel beachteten Graffiti am Eingang zur Wache auf sich aufmerksam: Hinsichtlich der einheitlichen Gestaltung sämtlicher Dienststellen in Nordrhein-Westfalen (Stichwort: Corporate Design) müsse man „darüber noch einmal reden“ – da das erhoffte Augenzwinkern Schönenbroichers bei dieser Bemerkung ausblieb, lenkte Bürgermeister Jan Nesselrath eiligst ein: „Vielleicht sollen die anderen ihr Design an unseres anpassen!“

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