Keine Pläne für nächtliche Schließung

Meinerzhagener Polizeiwache bleibt nachts besetzt

+
In der Meinerzhagener Polizeiwache an der Oststraße werden Polizeibeamte künftig auch nachts Dienst tun.

Meinerzhagen/Altena – Dass die Polizei personell nicht gerade aus dem Vollen schöpfen kann, ist bekannt. In Altena und Werdohl werden die Wachen deshalb ab dem 1. Mai nachts nicht mehr besetzt. Droht das nun auch in Meinerzhagen? „Nein“, sagte Polizei-Pressesprecher Marcel Dilling.

Im Jahresvergleich hat die Kreispolizeibehörde MK statistisch gesehen immer weniger Personal zur Verfügung. Standen im Jahr 2000 noch 674 Planstellen zur Verfügung, so verringerte sich dieser Wert bis heute auf rund 613 Stellen. Das geht aus einer Pressemitteilung der Kreispolizeibehörde hervor. 

Auch für das laufende Jahr muss demnach mit einer weiteren Personalreduktion gerechnet werden. „Dies erfordert fortlaufend organisatorische Umstrukturierungen und die Optimierung von Arbeitsprozessen“, heißt es als Begründung. 

Großes Einsatzgebiet

Die Beamten in Meinerzhagen sind auch für die Stadt Kierspe zuständig, wo es keine eigene Wache gibt. Damit deckt die Polizei mit ihrer Zentrale an der Meinerzhagener Oststraße also ein Gebiet ab, in dem etwa 38 000 Menschen wohnen. 

Zu viele, um die nächtlichen Öffnungszeiten abzuschaffen. Denn: In den beiden größten Städten im oberen Volmetal leben deutlich mehr Einwohner, als in Altena und Nachrodt-Wiblingwerde zusammen. Die beiden letztgenannten Kommunen werden von der Wache in der Burgstadt aus betreut. 

Und auch der Wachstandort Werdohl ist für weniger Bürger zuständig als der in Meinerzhagen, obwohl diese Beamten auch die Stadt Neuenrade mit „betreuen“, die keine eigene Wache hat. 

Um das personelle Defizit zu kompensieren, wurde nun auf der Lenneschiene also reagiert. Nachdem die Polizeiwache in Letmathe – ein Iserlohner Stadtteil mit immerhin etwa 25 000 Einwohnern – nachts bereits nicht mehr durchgängig besetzt ist, wird das in den Wachen Altena und Werdohl ab dem 1. Mai so sein. Auch im Volmetal gibt es übrigens bereits eine Wache, in der nachts nicht mehr ständig Personal anzutreffen ist: in Halver. 

Der operative Bereich bleibe aber unangetastet, informiert die Polizei-Pressestelle. „Die Streife bleibt auch nachts mit zwei Beamten vor Ort. Die Anzahl der Streifenwagen und die zu den Wachstandorten zugehörigen Streifenbezirke bleiben unverändert“, heißt es weiter. 

Jederzeit erreichbar

Und auch über den Notruf sei die Polizei in Altena und Werdohl jederzeit erreichbar: „Suchen Bürgerinnen oder Bürger die Wache beispielsweise zur Anzeigenerstattung auf, wird die im Dienst befindliche Streifenwagenbesatzung Hilfe gewährleisten. Die Kontaktaufnahme erfolgt über eine Gegensprechanlage am Eingang der jeweiligen Polizeiwache, über die die Bürgerinnen und Bürger mit der Einsatzleitstelle verbunden werden.“ 

Die Polizeiwachen selbst seien ausreichend gesichert. Und die Standorte würden durch diese Maßnahme generell nicht in Frage gestellt.

„Für die Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis sind eine bürgernahe Polizei und die Gewährleistung kurzer Einsatzreaktionszeiten elementar. Bei besonderen Ereignissen, wie beispielsweise Volks- oder Schützenfesten, wird die Polizeiwache auch zukünftig zur Nachtzeit besetzt sein“, wird angekündigt. 

Personelle Entlastung frühestens 2020

Hoffnung auf ein Ende der Personalknappheit ist indes in Sicht, auch Meinerzhagen hofft auf mehr Beamte: „Seit 2017 wurden die Einstellungszahlen deutlich erhöht. Da die Ausbildung der angehenden Polizeibeamtinnen und -beamten drei Jahre in Anspruch nimmt, ist mit einer personellen Entlastung frühestens 2020 zu rechnen.“ 

Dann könne auch die nächtliche Innendienst-Funktion dort wieder eingeführt werden, wo sie jetzt wegfalle. „Es handelt sich um eine temporäre Personalmaßnahme", teilt die Kreispolizei mit.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare