Umfrage bei den Markthändlern

Statt zweitem Tag neue Ideen: Markttag mit Eventcharakter?

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Auch viele Markthändler sehen einen zweiten Markttag kritisch, es gibt aber auch Ideen für einen Markt mit Eventcharakter.

Meinerzhagen - Freitags ist Markttag – das soll auch so bleiben. Ein Einkauf auf dem Markt an einem weiteren Wochentag – in Meinerzhagen nicht, hat der Rat entschieden. Doch wie sehen das die Markthändler? Wir haben nachgefragt.

Ein zweiter Markttag in Meinerzhagen? „Das wird schwer“, meint Gemüsehändler Bernd Syrek. Der Grund dafür ist einfach: „Geht man auf den Dienstag, wird mancher sagen ‘Da hab ich schon einen guten Markt’. Legt man einen Mittwoch fest, sagt der Nächste, dass er da schon einen anderen Markt bestückt.“ 

Die meisten Händler seien die Woche über eben auch auf anderen Märkten unterwegs. Die Marktzeit am Freitag auszuweiten sei dagegen eine denkbare Option: „Früher hatten wir doch auch bis 17 Uhr auf und es war immer gut zu tun.“ Allerdings müsse dann „peinlichst genau“ darauf geachtet werden, dass alle Händler diese Zeit einhalten. „Alles andere wäre unkollegial.“ 

Eventmarkt mit etwas Gastronomie

Andrey Chagochkin bietet freitags Honigwaren auf dem Otto-Fuchs-Platz an. Für ihn gibt es einen einfachen Grund, der gegen einen zweiten Markttag spricht: „Dann kommen zu wenig Leute.“ Chagochkin nennt Plettenberg als Beispiel: „Da ist dienstags und freitags Markt. Einmal ist es halb voll und einmal halb leer.“ 

Feinkosthändler Kiamarz Shahi sieht für einen zweiten Markttag in der Volmestadt sehr wohl eine Chance – „dann allerdings nur einmal im Monat“, stellt er eine Idee vor, die nach seiner Ansicht für Meinerzhagen durchaus eine Besonderheit werden könnte. „Wenn man in der Zeit von Mai bis Oktober an jedem ersten Dienstag oder Mittwoch einen Markttag ab dem späten Nachmittag einrichten würde, wäre das praktikabel. 

Ein Eventmarkt mit etwas Gastronomie könnte eine Attraktion für Meinerzhagen werden.“ Davon könnte auch der Einzelhandel profitieren. Einen zweiten Markttag als wöchentliches Angebot auf dem neuen Platz vor der Stadthalle einzurichten – dafür sei die Stadt allerdings zu klein. „Auf Dauer würde das einschlafen.“ 

Eventmarkt schwierig für Obst- und Gemüsehändler

Für Angelika Hartmann ist ein Grund, der gegen einen zweiten Markttag spricht, der, dass die meisten Kollegen dann auf anderen Märkten unterwegs seien. „Ein Markttag pro Woche reicht.“ Die Blumenhändlerin kommt seit 30 Jahren aus Düsseldorf ins Sauerland, inzwischen zusammen mit Sohn Christian. „Bei dem Verkehr ist das immer ein ganz schön langer Weg“, sagt sie. 

Daher sei es auch schwierig, einen Markt zu bestücken, der erst gegen Abend öffne. „Für Händler aus der Umgebung ist das gut möglich, aber für uns wäre das eine zu große Entfernung.“ 

Auch Gemüsehändler Joachim Becker betrachtet einen Eventmarkt eher mit Skepsis. Generell würden seine Kunden ihre Waren freitags für das Wochenende einkaufen. „Anfang der Woche machen die das nicht unbedingt.“ Dafür habe man mit einem weiteren Tag doppelt so viel Arbeit. Ein Markt nach Feierabend sei für die sogenannte Fressmeile sicherlich etwas Schönes. „Aber Blumenkohl kauft dann wohl keiner.“

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