„Katzenflut“ in der Auffangstation

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Auch Jeamie genießt es, regelmäßig mit Anne Markemann zu spielen. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Paolino schnurrt wie eine Nähmaschine, Leonardo, Emil und Ottilie lassen es sich derweil schmecken. Draußen fällt Schnee – eigentlich ist die Idylle perfekt. Doch der Schein trügt. Obwohl sich die Frauen des Tierschutzvereines in der Auffangstation in Listerhammer liebevoll um „ihre“ 30 Katzen kümmern, machen sich alle Sorgen. Denn: Das Haus an der Landstraße Richtung Valbert platzt aus allen Nähten.

„Wir sind voll belegt“, zuckt Birgit Scharfenort, zweite Vorsitzende des Meinerzhagener Tierschutzvereines, die Schultern. Zwar freuen sich die ehrenamtlichen Tierschützer darüber, dass sie in der relativ neuen Unterkunft mehr Platz zur Verfügung haben – doch irgendwann war auch hier die Kapazitätsgrenze erreicht. Immer mehr Katzen wurden abgegeben oder ausgesetzt und durch den TSV aufgenommen – dort haben die Tiere ein neues Heim gefunden.

Hunde, Hängebauchschweine, Ratten, Meerschweinchen und Vögel, sie alle verdanken dem TSV vermutlich ihr Leben und fanden Aufnahme in Listerhammer. Weil die Mitarbeiterinnen auch jetzt noch kein Tier abweisen und damit einem ungewissen Schicksal aussetzen möchten, hoffen sie darauf, dass vor allen Dingen die Katzen ein neues Zuhause finden. Vorsitzende Pia Sperber und Birgit Scharfenort warnen in diesem Zusammenhang jedoch eindringlich: „Tiere eignen sich nicht als Weihnachtsgeschenke. Wer zum Beispiel eine Katze aufnimmt, muss wissen, worauf er sich einlässt.“ Gleich mehrere Faktoren müssen vor einer Entscheidung berücksichtigt werden: Auch wenn die eigentliche Anschaffung des Tieres oft kaum Geld kostet, ist die Katzenhaltung kostspielig. Tierarzt-Besuche, Futter und Ausstattung wie ein Katzenklo kosten mehr als ein Taschengeld.

Dass es in Listerhammer eng geworden ist, gefällt auch den Katzen nicht immer. Sie müssen sich mit ihren Artgenossen auf engem Raum arrangieren. Während die kleinen Kätzchen sich schnell unterordnen, verkriecht sich zum Beispiel Katze Leonie meist in einer Ecke unter dem Tisch. „Sie wird durch Artgenossen oft geärgert, wenn sie zum Beispiel rauskommt und die Katzentoilette benutzen will“, erzählt Anne Markemann. Sie schenkt Leonie deshalb besondere Aufmerksamkeit. Die Meinerzhagenerin kommt – gemeinsam mit Margitta Gareis – montags und freitags in die Auffangstation. „Zum Katzen-Kuscheln“, lächelt sie. Helfer wie die beiden „Expertinnen für Streicheleinheiten“ sind übrigens beim TSV jederzeit willkommen. Wer Kontakt zum Tierschutzverein haben möchte, kann auf der Homepage unter http://www.tierschutz-meinerzhagen nachsehen oder in der Auffangstation unter Tel. (0 23 54) 70 65 97 anrufen. Das Büro ist aber nur zeitweise besetzt. Das TSV-Spendenkonto bei der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen hat die Nummer 450 13 75 (BLZ 458 516 65).

Und noch einen Appell möchten die TSV-Frauen unbedingt loswerden: „Bitte lassen Sie Ihre Katzen kastrieren. So wird viel Not verhindert.“

Von Jürgen Beil

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