Normalität durch Herzlichkeit

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Pfarrer Peter Kroschewski (links) und Ulrich Jatzkowski, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates, blicken dem ersten Gottesdienst in der Corona-Krise entgegen. Bei aller Freude und allen Vorsichtsmaßnahmen bleibt aber auch eine gewisse Unsicherheit.

Kierspe/Meinerzhagen - Ein Sonntag ohne Gottesdienst, ein Osterfest ohne Osternachtsfeier – für viele Christen undenkbar. Und doch mussten sie in den vergangenen sechs Wochen auf eben dieses und die dazugehörige Gemeinschaft verzichten. Es war eine von vielen Maßnahmen gegen das Coronavirus.

Das soll sich nun jedoch ändern: Am 10. Mai werden in der Pfarrei St. Maria Immaculata wieder Messen gefeiert – ein entsprechender Erlass des Landes macht’s möglich. „Natürlich freue ich mich sehr darauf, zumal es für mich der erste Gottesdienst mit der Gemeinde ist“, sagt Pfarrer Peter Kroschewski. „Aber natürlich bleibt auch eine gewisse Unsicherheit. Man möchte die Menschen auch nicht gefährden.“

Deshalb habe die Pfarrei, in Anlehnung an die Empfehlungen des Bistums sowie in Abstimmung mit den Gemeinderäten, alle Maßnahmen ergriffen, um den maximalen Schutz zu ermöglichen. Allerdings: „Die Menschen müssen sich darüber bewusst sein, dass der Gottesdienst anders ablaufen wird, als sie es gewöhnt sind“, weiß auch Ulrich Jatzkowski, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates. Folgendes ist geplant: Am Sonntag, 10. Mai, wird es sowohl in Meinerzhagen als auch in Kierspe jeweils zwei Gottesdienste geben – und zwar um 9.30 Uhr sowie um 11 Uhr.

„Damit möchten wir die Zahl der Besucher entzerren, denn wir können überhaupt nicht einschätzen, wie viele Menschen kommen.“ Während die Plätze in der Kirche St. Marien von etwa 200 auf 40 reduziert werden, wird es in der Kirche St. Josef 64 (statt 260) Plätze geben. Diese werden entsprechend markiert sein. „Rot-weißes Flatterband oder gelb-schwarze Streifen auf dem Boden wird es nicht geben, das alles muss ja auch der Würde des Ortes entsprechen“, sind sich die Verantwortlichen einig.

Abgesperrt: Auch in St. Josef in Kierspe werden nicht alle Kirchenbänke nutzbar sein.

Ein Ordnungsdienst, bestehend aus Ehrenamtlichen der Gemeinde, wird die Gottesdienstbesucher empfangen und an die Plätze begleiten. Ganz wichtig dabei: „Die Menschen müssen sich vorher telefonisch oder per E-Mail anmelden, wir werden dann eine entsprechende Liste mit Namen führen“, erklärt Pfarrer Peter Kroschewski. Dies soll verhindern, dass Gottesdienstbesucher mangels Plätzen wieder nach Hause geschickt werden müssen. Und: „Sollte es doch zu einem Corona-Fall kommen, könnten wir die Infektionskette nachvollziehen.“

Neben Desinfektionsständern, Abstandsregeln und Einbahnregelungen spiegeln sich die Vorsichtsmaßnahmen jedoch auch im Ablauf des Gottesdienstes wider. „Wir werden beispielsweise nicht singen“, erklärt Pfarrer Kroschewski. Ebenso werde, wie schon zuletzt, auf das Weihwasser sowie die Kollekte in den Bankreihen verzichtet. Bei der Heiligen Kommunion würden die Gaben abgedeckt, die Priester desinfizieren sich zudem häufig die Hände. „Das wird natürlich alles ungewohnt sein, dient aber dem Schutz der Gottesdienstbesucher“, verweist Jatzkowski darauf, dass im Vorfeld der Messe vieles erläutert wird.

„Die Normalität wollen wir durch viel Herzlichkeit erreichen.“ Dass viele Gläubige sehnsüchtig auf die Gottesdienste warten, haben die Verantwortlichen in vielerlei Hinsicht erfahren. „Die Resonanz auf unsere Online-Gottesdienste war für uns unvorstellbar, ebenso wie auf unsere wöchentlichen Pfarrnachrichten mit den Messetexten sowie unseren Osterbrief“, weiß Jatzkowski. Und: Mehr Gläubige als sonst nutzten in den vergangenen Wochen die offenen Kirchen für ein Gebet.

Bei aller Vorfreude auf seinen ersten Gottesdienst mit der Gemeinde und vor dem Hintergrund, dass der Bischof die Sonntagspflicht aufgehoben hat, appelliert Pfarrer Peter Kroschewski an die Menschen der Risikogruppe: „Ich möchte Sie bitten, noch zu Hause zu bleiben. Denn es bleibt ein Restrisiko.“

Anmeldungen

für die Gottesdienste sind donnerstags von 15 bis 16.30 unter Tel. 0 23 54/22 66 sowie freitags von 15 bis 16.30 Uhr unter Tel. 0 23 59/27 33 und per Mail an pfarrer@immaweb.de möglich.

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