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Neue Anlaufstelle für Flüchtlinge aus der Ukraine

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Von: Jürgen Beil

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Gespräch in der voll ausgestatteten Küche des neuen Treffs (vorne, von links): Fachdienstleiterin Sabrina Müller, ihre Kollegin Julia Pauls und Pfarrer Peter Kroschewski.
Gespräch in der voll ausgestatteten Küche des neuen Treffs (vorne, von links): Fachdienstleiterin Sabrina Müller, ihre Kollegin Julia Pauls und Pfarrer Peter Kroschewski. © Beil, Jürgen

Die katholische Kirchengemeinde St. Maria Immaculata möchte ukrainischen Flüchtlingen das Leben in ihrer neuen Heimat Meinerzhagen so angenehm wie möglich gestalten.

Meinerzhagen – Die Voraussetzungen dafür: Menschenwürdiger Wohnraum und ein allen zugänglicher Treffpunkt, in dem Austausch und gezielte Angebote für die durch den Krieg traumatisierten Menschen möglich gemacht werden. Dazu wurde jetzt der „offene Familientreff der Gemeinde St. Marien für ukrainische Mütter mit ihren Kindern“ im Erdgeschoss des Pfarrheims an der Kampstraße 3 eröffnet. Dort sind, das betont Pfarrer Peter Kroschewski ausdrücklich, auch Väter und alle anderen Gemeindeglieder willkommen.

Erst Wohnung, dann Jugendtreff

Lange Jahre stand die einstige Wohnung, in der später auch die Jugendarbeit der Gemeinde stattfand, leer. Im Laufe der Zeit wurden die mehr als 100 Quadratmeter umfassenden Flächen als Lager genutzt. „Vor etwa drei Wochen, nachdem in der Gemeinde der von allen mitgetragene Entschluss gereift war, etwas für Flüchtlinge zu tun, haben wir damit begonnen, die Räume zu entrümpel. Dazu haben wir einen Container bestellt. Und ganz viele Ehrenamtliche aus der Gemeinde haben auch bei der Renovierung mitgeholfen“, berichtet Pfarrer Kroschewski, der in diesem Zusammenhang auch die Stadt Meinerzhagen lobt: „Dort haben wir sofort ein offenes Ohr für unseren Plan und dann auch tatkräftige Unterstützung gefunden. Die Zusammenarbeit war wirklich ausgezeichnet.“

Das kann Sabrina Müller, Leiterin des Fachdienstes Soziales bei der Stadt Meinerzhagen, nur bestätigen. Auch sie freut sich, dass es mit dem neuen Angebot der katholischen Kirchengemeinde einen weiteren Baustein in der örtlichen Flüchtlingsbetreuung gibt: „Und auch die Lage ist top. In der Umgebung sind viele ukrainische Flüchtlinge untergebracht.“

Zwei Familien aufgenommen

Einige von ihnen wohnen übrigens nur ein Haus weiter. Im Gebäude Kampstraße 1 hat die katholische Gemeinde Wohnraum für bis zu 16 Personen geschaffen. Auch bei diesem Projekt hat sich die Zusammenarbeit zwischen Kirche und Kommune bewährt. „Zwei Familien leben dort bereits“, freut sich Pfarrer Peter Kroschewski.

Äußerst hilfreich bei der Kommunikation mit ukrainischen Flüchtlingen ist in diesen Wochen übrigens Julia Pauls. Die gebürtige Ukrainerin ist bei der Stadt angestellt und arbeitet eigentlich im Freibad Valbert. Aufgrund ihrer Sprachkenntnisse wird sie inzwischen aber im Rathaus und dort im Fachbereich Soziales eingesetzt. „Ein Glücksfall für uns“, freut sich Sabrina Müller über die Unterstützung.

Zurück in den Treffpunkt an der Kampstraße 3. Dort ist jetzt alles für die ersten Besucher vorbereitet. „Wir öffnen den Gemeindetreff montags bis freitags von 14 bis 18 Uhr. Dann ist auch immer jemand aus der Gemeinde vor Ort, der als Verantwortlicher angesprochen werden kann. Das sind aber auch keine starren Öffnungszeiten. Sollten Veranstaltungen stattfinden oder zum Beispiel Räume benötigt werden, in denen Kinder ungestört ihre Hausaufgaben machen können, werden wir flexibel reagieren“, erläutert Pfarrer Kroschewski.

Komplett ausgestattete Küche

Genutzt werden kann praktisch alles, was die Räume bieten. Dazu zählen die komplett ausgestattete Küche, ein größerer Schulungs- oder Besprechungsraum mit einer Tafel, ein kleineres Besprechungszimmer, ein Spielzimmer für Kinder und eine Toilette. Und auch verschiedenste Angebote sollen im Treff stattfinden. Denkbar wären beispielsweise Sprachkurse. Eine Musiktherapie ist bereits geplant. Wichtig dabei: Unterstützung kommt bei alldem von ehrenamtlichen Helfern aus der katholischen Kirchengemeinde, deren Engagement sich nach der Renovierung jetzt auch auf die Arbeit mit den Flüchtlingen ausdehnen wird.

„Wir würden uns natürlich freuen, wenn wir weitere Menschen oder Vereine finden könnten, die sich mit konkreten Ideen für Angebote an die Flüchtlinge einbringen wollen“, sagt Sabrina Müller, die in solchen Fällen auch Ansprechpartnerin ist. Auf der Homepage der Stadt (www.meinerzhagen.de) sind unter dem Punkt „Ukrainehilfe“ bereits viele Angebote aufgeführt. „Und die werden durchweg wirklich super angenommen“, berichtet Sabrina Müller.

Ukrainer in den Gottesdiensten

Pfarrer Peter Kroschewski jedenfalls freut sich sehr, dass mit dem neuen „offenen Familientreff der Gemeinde St. Marien für ukrainische Mütter mit ihren Kindern“ nun auch der seelsorgerische Bereich abgedeckt ist. Einzelne Ukrainer haben auch schon die katholischen Gottesdienste besucht. Pfarrer Kroschewski: „Unser Gründonnerstags-Gottesdienst, bei dem Julia Pauls meine Worte ins Ukrainische übersetzt hat, war gut besucht. Und in der Osternacht haben wir dann Texte in ukrainischer Sprache vorgetragen“, berichtet der Geistliche, der nun hofft, dass es in den neuen Räumen auch zu vielen Begegnungen zwischen Ukrainern und Meinerzhagener Bürgern kommen wird: „Das wäre auch wichtig, damit sich die Besucher aus der Ukraine mit der deutschen Sprache vertraut machen.“

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