St. Marien: Meinerzhagens neuestes Denkmal

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Die Kirche St. Marien an der Kampstraße erhält den Denkmalstatus.

Meinerzhagen - Was sich bereits vor einem Jahr andeutete, wird nun in Beton gegossen: Die katholische Kirche St. Marien erhält den Status eines Denkmals. Der entsprechende Beschluss liegt dem Ausschuss für Kultur, Denkmalschutz und Denkmalpflege vor.

So recht glauben konnte es zunächst wohl niemand und doch machte der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) als obere Denkmalbehörde letztlich ernst: Die vielen Meinerzhagenern als dunkler „Bunker“ bekannte Kirche ist eines Denkmals würdig, hieß es nach einem Ortstermin im Sommer 2018. Öffentlich bekannt wurde diese Meinung im November des vergangenen Jahres – jetzt steht die Eintragung in die Denkmalliste der Stadt unmittelbar bevor. Wenngleich sich die katholische Pfarrei St. Maria Immaculata gegen die Inschutzstellung zur Wehr setzte. Ohne Erfolg. 

Die Pfarrei führte insgesamt neun Punkte auf, die ihrer Ansicht nach gegen einen Denkmalstatus sprechen. Unter anderem bemängelte sie in einem Schreiben aus dem Februar 2019, dass dem Gutachten des LWL eine ausreichende Begründung für den Denkmalwert fehle und betont, dass die Kirche keine „dominierende Stellung im Ortsbild“ einnehme. Auch der schwarze Kunstschiefer sei alles andere als „denkmalkonstituierend“ zu bewerten, da es sich um billiges Fassadenmaterial handele. Und nicht zuletzt stellten Altarraum und Raumorganisation kein Alleinstellungsmerkmal dar. 

Gründe, die der LWL allesamt ausräumte beziehungsweise gar nicht erst ausräumen musste – weil etwa die von der Pfarrei kritisierte Inschutzstellung der Geländemauern gar nicht angedacht war. Die Nutzung des schwarzen Kunstschiefers sei indes ein „maßgeblicher Teil des Dankmals“, betont der LWL. Dadurch entstehe ein „bemerkenswerter Effekt“, nämlich geschlossene Farbflächen mit scharfen Konturen. „Dabei spielt der vermeintliche Kostenfaktor keine Rolle“, heißt es von den Denkmalschützern. „Dass man das Material auch im Profanbau verwendet hat, zeigt die Popularität dieses Materials und belegt, dass es für die Epoche typisch ist.“ 

Die von Egon Stratmann entworfenen und 1985 installierten Farbverglasungen sind ebenso wenig Bestandteil des Denkmals wie das benachbarte Pfarrhaus. Dennoch werden im nächsten Schritt – nach Eintragung in die Denkmalliste, zu der die Stadt nun verpflichtet ist – auch sonstige Belange des Eigentümers noch zu berücksichtigen sein, wie es in der Verwaltungsvorlage heißt. Dazu gehören auch wirtschaftliche Bedenken oder Pläne zu baulichen Änderungen. Genau die hatte die Pfarrei.

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