Kartellwächter prangern Preisabsprachen an

Kartell-Vorwürfe: Otto Fuchs wehrt sich gegen Bußgeld-Anordnung

Otto Fuchs Firmenzentrale in Meinerzhagen
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Otto Fuchs-Zentrale in Meinerzhagen: Das Kartellamt verhängte gegen den Hersteller von Schmiedeteilen aus Aluminium ein hohes Bußgeld.

[Update 10.55 Uhr] Ein Bußgeld in Millionenhöhe soll der Meinerzhagener Hersteller von Aluminium-Schmiedeteilen Otto Fuchs zahlen. Das Unternehmen wehrt sich allerdings gegen die Vorwürfe - und will den Rechtsweg beschreiten.

Meinerzhagen - Wie die Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch berichtet hatte, hat das Bundeskartellamt Bußgelder in Höhe von 175 Millionen Euro gegen insgesamt fünf Aluminium-Schmieden wegen verbotener wettbewerbswidriger Absprachen verhängt. Am Donnerstag nahm Fuchs nun Stellung zu den Vorwürfen.

„Otto Fuchs geht aufgrund der aus der Akteneinsicht gewonnen Erkenntnisse und eigener Ermittlungen davon aus, dass die gegen das Unternehmen erhobenen Vorwürfe nicht zutreffen“, heißt es in der Erklärung. Im Kern kritisiert das Unternehmen „die Art und Weise der Verfahrensführung durch die zuständige Beschlussabteilung und die im Vergleich zu den gegen die übrigen Beteiligten verhängten Bußgelder außer Verhältnis stehende Bußgeldhöhe“.

Zur genauen Höhe des Bußgelds, das gegen die Otto Fuchs KG verhängt wurde, wollte sich das Unternehmen nicht äußern.

Scharfe Kritik am Bundeskartellamt

Dies habe bei den Verantwortlichen der Otto Fuchs KG den Eindruck verstärkt, „dass das Bundeskartellamt das Familienunternehmen benachteiligt und es zudem bewusst in Kauf nimmt, dass Arbeitsplätze in Deutschland gefährdet werden“.

Vor diesem Hintergrund habe das Unternehmen „dem Druck der Bußgeldandrohung“ nicht nachgegeben, sondern stattdessen mit Zustimmung des Beirates entschieden, sich gegen die Vorwürfe zu wehren und den Rechtsweg zu beschreiten.

Das ist der Vorwurf

Der am Mittwoch bekannt gewordene Vorwurf des Kartellamts: Leitende Mitarbeiter der Unternehmen hätten sich jahrelang darüber verständigt, wie Kostensteigerungen an Kunden weitergegeben werden könnten. Zu den wichtigsten Kunden der Schmiedebetriebe zählen den Angaben zufolge Zulieferer und Hersteller aus der Automobilindustrie. Auch Kunden aus dem Motorradbereich und diversen anderen Branchen seien beliefert worden.

Austausch über Preisbestandteile und Rabatte

Bei regelmäßigen Treffen hätten sich leitende Mitarbeiter der Schmieden jahrelang über wesentliche Preisbestandteile und Rabatte ausgetauscht, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt. Die Ermittlungen ins Rollen gebracht hatte ein Schmiede-Unternehmen, das einen Kronzeugenantrag gestellt hatte. Gegen diese Firma wurde kein Bußgeld verhängt.

Die verhängten Geldbußen sind noch nicht rechtskräftig. Gegen die Bescheide kann Einspruch eingelegt werden, über den das Oberlandesgericht Düsseldorf entscheiden würde.

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