Drei große Veranstaltungen

Die „Spaß-Macher" des Valberter Karnevals

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Elferrat, Festkomitee und Prinz Felix Wunderer freuen sich schon auf die tollen Tage im Ebbedorf Valbert.

Meinerzhagen - Die „fünfte Jahreszeit“ – für sie fast das ganze Jahr. Spaß – für sie Programm. Sie sind die Karnevals-Macher. Diejenigen, die im Hintergrund dafür sorgen, dass auf der Bühne alles „läuft“.

Und auch wenn der Karneval für sie nicht nur lustig ist – ein bisschen „jeck“ sind die Mitglieder des Elferrates und des Festkomitees auch. Der Valberter Karneval bedeutet für den Elferrat und das Festkomitee vor allem eines: viel Arbeit. 

„Lot gohn“, Kinderkarneval und Weiberfastnacht – drei große Veranstaltungen stehen ins Haus, da gibt es alle Hände voll zu tun – was in den letzten Tagen tatsächlich auch wörtlich genommen werden konnte. Denn die Fertigstellung – das Bemalen – der 444 Karnevalsorden ist tatsächlich Handarbeit. „Klar könnten wir die Orden auch in einer der großen Manufakturen am Rhein herstellen lassen – zum entsprechenden Preis“, sagt Dominik Busch. Mit den Finanzen muss kalkuliert werden, daher wurde lediglich für die Zeichnung des Motivs die Lüdenscheider Manufaktur Steinhauer und Lück beauftragt. Die gegossenen Rohlinge wurden dank vieler Helfer bemalt und poliert. „Wenn jeder aus dem Dorf einen Orden bemalen würde, würde es schnell gehen“, haben die Jecken trotz einer stressigen Orden-Endphase in diesem Jahr ihren Humor nicht verloren.

Karneval ohne Orden? – Undenkbar für die Karnevalisten, die jedes Jahr eine besondere Begebenheit auf’s Korn nehmen. Diesmal ist’s die Sanierung der Listerstraße: „An der Listerstraße, da steht eine Allee – und die Bäume im Asphalt, dank Straßen.NRW“ lautet das Motto, das in großer Runde festgelegt wurde: „Eigentlich hatten wir uns die Sperrung der Nordhelle vorgenommen“, erinnert Dominik Busch. Der Zeichner aus Regensburg, der zunächst mit dem Motiv beauftragt werden sollte, war allerdings selbst Motorradfahrer – und fand die Sperrung natürlich nicht besonders lustig. 

Mit dem Programm für die große „Lot gohn“-Prunksitzung sind Dirk Pies und Carsten Engstfeld beschäftigt – allerdings bereits für das nächste Jahr. Denn die Anfragen der Garden aus der Umgebung landen schon früh bei den Programmverantwortlichen. „Viele Garden wollen gerne bei uns auftreten“, freuen sich die Karnevalsexperten. „Die Profis müssen sogar zwei Jahre im Voraus gebucht werden.“ Für die Husaren, Funkenmariechen, Konfettis, Ebbeflöhe und Ebbesterne ist der Valberter Karneval dagegen natürlich ein „Heimspiel“ und meist auch Premiere für die neuen Tänze.

Viele Aktive sind für die tollen Tage im Ebbedorf auf den Beinen – das gilt nicht nur für die Gardetänzer und -tänzerinnen, sondern auch für die „Karnevalsmacher“. Anfang Juni wurde im vergangenen Jahr die erste Elferratssitzung abgehalten – noch ehe die Schützenfestvorbereitungen begannen. Schützenfest – das zweite wichtige Großereignis im Dorf: Auch wenn einige der Aktivisten eine Doppel-Funktion haben, im Schützenvorstand und im Elferrat aktiv sind, gilt grundsätzlich: „Der Elferrat ist eigenständig. Wir ziehen hier die eigenen Fäden“, betont Dominik Busch.

Der Vorsitzende des Schützenvereins ist beides mit Leib und Seele: Karnevalist und Schütze. Anders als beim Schützenverein gibt es bei den Karnevalisten keine Wahlen für die Besetzung des Elferrates. Für neue Mitstreiter gilt: „Es muss einfach passen.“ „Praktikanten“ haben dafür die einmalige Gelegenheit, während der Prunksitzung am Elferratstisch zum „Probesitzen“ Platz nehmen zu können. „Es muss da oben ja allen gefallen“, meinen die Elferratsmitglieder augenzwinkernd und freuen sich über ein neues Mitglied, das die Perspektive von der Bühne sehr gut kennt. 

Dirk Rufeger ist mit der „ Rockfabrik“ für Licht und Ton verantwortlich. In diesem Jahr wird er bei seiner Premiere im Elferrat seinen Platz am Mischpult erstmals den Kollegen überlassen. Ganz dem Karnevalsvergnügen hingeben wird er sich jedoch garantiert nicht: „Wir haben Funkkontakt“, verrät der Elferrats-Neuling, der in Sachen Karneval jedoch ein „alter Hase“ ist und daher weiß, wie die „nackte Betonhalle“ effektvoll in einen stimmungsvollen Karnevalskessel umgewandelt werden kann. Allein 36 Meter Traversen werden dafür unter der Decke angebracht.

Die Ebbehalle ist praktisch, akustisch dafür aber „eine Katastrophe“, meint Dirk Rufeger. Viel Aufwand ist daher auch beim Ton nötig. Der „Kasten“ wird jedes Jahr aufs Neue für die Karnevalstage „verkleidet“ – mit Bühne, Vorhängen und Ballons. Die Vorbühne wurde bereits im Dezember geschliffen und gewachst. Nicht nur Dirk Rufeger hat während der Prunksitzung Funkkontakt zu den Tontechnikern am Mischpult. Immer „in Verbindung“ ist der Elferrat auch mit dem Festkomitee. Das fünfköpfige Team sorgt für einen reibungslosen Ablauf, während der Elferrat auf der Bühne sitzt. „Sie halten uns den Rücken frei, gucken, ob alle pünktlich da sind, sind Ansprechpartner für die Künstler, kontrollieren Mikros“, so Klaus Haferkorn. Der Abend ohne sie – undenkbar. 

Gern gesehene Gäste sind am Karnevalswochenende auch befreundete Jecken aus Berge. Der Kontakt: Eigentlich ein Irrtum, denn die Konfettis waren zunächst eigentlich der Meinung, dass sie sich im Internet mit einer Garde aus Berge im Hochsauerland austauschen, bis sich herausstellte, dass es sich um das brandenburgische Berge handelte, die Entfernung entsprechend größer war. Diese war letztlich aber kein Hindernis. Seit mittlerweile fünf Jahren besuchen sich Garden und Karnevalsaktive gegenseitig. Eine 40-köpfige Gruppe wird zur Prunksitzung im Ebbedorf erwartet. Auch wenn für die Aktiven die Karnevalstage viel Arbeit bedeuten – der Spaß kommt beim Elferrat nicht zu kurz – das gilt nicht nur für den Besuch der Herrensitzung in Neu-Listernohl, sondern auch für die berüchtigte „Herrensitzung mit Damen“ nach dem Aufräumen. Und auch an Aschermittwoch ist nicht alles vorbei – „dann geht es ganz schnell wieder von vorne los“, wissen die Karnevalsmacher.

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