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Kein Karneval wie gewohnt

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Von: Jürgen Beil

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„Lot gohn“ heißt es am 12. Februar 2022. Die Planungen für die große Karnevalsparty in der Ebbehalle laufen – trotz Corona.
„Lot gohn“ heißt es am 12. Februar 2022. Die Planungen für die große Karnevalsparty in der Ebbehalle laufen – trotz Corona. © Petra Schüller

Geht es in Meinerzhagen um Karneval, fällt fast automatisch der Name Klaus Reimann. Er hält die närrische Fahne in der Volmestadt beim Kinderkarneval in der Stadthalle hoch, er selbst feiert die fünfte Jahreszeit, wann immer sich ihm die Gelegenheit bietet.

Meinerzhagen – Corona hat allerdings auch für Reimann vieles verändert. Und mit Blick auf den 11.11., die Eröffnung der Session, hat er ein mehr als ungutes Gefühl: „Nein. Ich selbst würde nicht nach Köln oder Düsseldorf fahren, um zu feiern. Auf keinen Fall. Das Risiko wäre mir viel zu groß.“

Kinderkarneval abgesagt

Im Februar 2022 würde in der Stadthalle eigentlich der große Kinderkarneval gefeiert. Eigentlich. Doch auch da haben Klaus Reimann und sein Organisationsteam bereits die Reißleine gezogen: „Wir haben schon vor einiger Zeit beschlossen, die Feier – wie schon 2021 – ausfallen zu lassen. Gerade wenn es um ungeimpfte Kinder geht, die dabei zusammenkommen würden, gab es da für uns keine Alternative. Wir wollen doch nicht zum Super-Spreader-Event werden. Für die Kinder tut mir die erneute Absage natürlich unendlich leid.“

Mit Blick auf den Höhepunkt der Session Anfang kommenden Jahres in den rheinischen Hochburgen läuft Reimann ein kalter Schauer den Rücken herunter: „Ich finde es nicht richtig, dass wieder gefeiert wird. Nicht in dieser Situation. Dass in den Kneipen die 2G-Regel gilt, ist schon einmal gut. Und einige wollen erst gar nicht öffnen. Auch das kann ich verstehen. In Innenräumen zu feiern, das kann ich gar nicht nachvollziehen. Schon draußen hätte ich ein ungutes Gefühl. Die Feiernden sollen sich nicht umarmen und nicht zu engen Kontakt haben. Das geht im Karneval doch gar nicht. Gerade wenn Alkohol im Spiel ist, passiert das dennoch.“

Zweifel beim Kneipen-Karneval

Valberts oberster Karnevalist Dominik Busch, im Ebbedorf auch Mitglied des Elferrates, kommt ebenfalls ins Grübeln, wenn er an den Sessionsauftakt an diesem Donnerstag denkt. Ob er dazu nach Köln fahren würde? Vielleicht! Tatsächlich bleibt er aber in der Heimat. Bei dieser Entscheidung hat Corona allerdings nicht die Hauptrolle gespielt. „Generell würde ich schon nach Köln fahren, aber dann würde ich mich nur draußen aufhalten, trotz der Tatsache, dass der Kneipen-Karneval natürlich ein echtes Highlight ist.“

Auch beim Gedanken, im Zug anzureisen, beschleicht Dominik Busch ein ungutes Gefühl. „Da würde ich dann wohl eher nach Attendorn fahren. Da ist alles eine Nummer kleiner als in Köln und ich wäre ruckzuck wieder zu Hause, wenn ich mich unwohl fühlen würde.“

„Lot gohn“ soll stattfinden

Am 12. Februar 2022 wird in der Ebbehalle zu „Valbert lot gohn“ eingeladen. Hunderte werden dann ausgelassen Karneval feiern. Trotz der hohen Infektionszahlen halten Dominik Busch und der Elferrat an den Planungen für die Großveranstaltung fest. Dabei spielen auch die bislang guten Erfahrungen mit der Konzertveranstaltung „Valberta Colonia“ vor knapp zwei Wochen eine Rolle: „Ich habe mich in unserer Gruppe umgehört – und niemand weiß von irgendeinem Besucher, der sich dabei infiziert hat. Das ist sehr positiv“, freut sich Dominik Busch. Er sieht das Hygienekonzept im Nachhinein bestätigt.

Allerdings gibt es bis zum 12. Februar noch einige Themen abzuarbeiten. Busch: „Wir werden dann, im Gegensatz zum zurückliegenden Konzert, sehr viel mehr Künstler zu Gast haben. Das erfordert aufwendige Kontrollen. Eventuell müssen wir uns in dieser Hinsicht nach elektronischen Lösungen umschauen.“

Wie sich die Infektionslage bis zum Februar kommenden Jahres entwickeln wird, das ist auch für Dominik Busch Kaffeesatzleserei. Grundsätzlich ist er aber verhalten optimistisch, dass sich die Corona-Lage beruhigt. Angesichts der recht hohen Zahl von Geimpften in NRW hofft er darauf, dass „Lot gohn“ stattfinden kann. „So wie es jetzt aussieht, aber wohl unter Anwendung der 2G-Regel“, glaubt Busch.

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