Kardanbiker treffen sich am Haus Nordhelle

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Julie und Joe Close hatten die weiteste Anreise. Sie kamen aus Spennymoor, dem Nordosten Englands – und freuten sich über Gleichgesinnte. ▪

VALBERT ▪ Szenetreff: Am Wochenende trafen sich zahlreiche Kardanbigbiker am Haus Nordhelle. Zum Sehen und Gesehenwerden. Und zum Fachsimpeln.

Gerade einmal vier Jahre wurde die Suzuki GSX 100 G gebaut, wie der Kardanbigbiker offiziell heißt. Von 1991 bis 1994 lief sie insgesamt um die zehntausend Mal weltweit vom Band. Damals, 1991, war sie das erste Motorrad mit einem großvolumigen Motor mit eher bescheidenen Leistungen. Ihr Antrieb ist ein Kardanantrieb und die Suzuki GSX 100 G wurde das Vorgängermodell der heutigen Bandit. Ihr Problem auf dem Markt Fuß zu fassen war, dass sie für die USA entwickelt wurde und für den europäischen Markt umgebaut werden musste. Auch lag sie ziemlich niedrig und war schwierig in der Kurve zu handeln.

„Mit ihr kannst du 500 Kilometer geradeaus fahren. Wenn dann eine Kurve kommt, musst du sowieso halten, um Pause zu machen“, beschrieben es die Biker im Haus Nordhelle mit einem Augenzwinkern. Die Zuverlässigkeit der GSX 100 G schätzten aber alle und auch ihre Langlebigkeit. Ein Biker hatte mit seinem Motorrad bereits 230 000 Kilometer gefahren und seine Maschine läuft noch immer. Dennoch, der Trend zur Zweit-GSX 100 G wächst. „So langsam werden die Ersatzteile für dieses Motorrad knapp“, erklärte Jörg Simon, Mitorganisator des Kardanbigbike-Treffens. „Für den Fall schaffen wir uns eine zweite GSX 100 G an.“

Die Kardanbigbiker sind eine Interessengemeinschaft, die nicht nur deutschlandweit ihre Freunde hat. Sie kommunizieren zum größten Teil über das Internet. Hier treffen sie sich, tauschen sich aus oder holen sich Rat, wenn das Motorrad einmal nicht so recht laufen will. Trotzdem, ein persönliches Update belebt die Gemeinschaft. Seit 2002 treffen sie sich einmal jährlich zu einem Wochenende, irgendwo in Deutschland. So waren ihre Zusammenkünfte schon am Edersee, im Harz, im Westerwald, der Lüneburger Heide oder am Nürburgring. In diesem Jahr luden die Sauerländer in ihr Bikerparadies ein. Jörg Simon aus Meinerzhagen und Roger Heinig aus Menden hatten die Organisation übernommen. Über 70 Teilnehmer waren mit ihren 36 Kardanbigbikern gekommen, die weiteste Anreise hatten Joe und Julie Close aus Spennymoor, dem Nordosten Englands. Sie gehören zu den treuesten Gästen der Jahrestreffen und sind fast seit Anfang an dabei.

Die Biker konnten sich an den vier Tagen zwischen zehn organisierten Touren entscheiden. So waren die Talsperren und Seen des Sauerlandes Ziel ihrer Fahrten, Winterberg und auch Soest oder Paderborn. Während die 160 Kilometer lange Fahrt noch zur „Blümchenpflückertour“ gehörte, waren die längeren schon 300 Kilometer lang und hatten einen größeren Anspruch an ihre Fahrer. Der größte Teil unter 30 bis 60-jährigen Bikern waren Männer, doch auch sechs Frauen kamen mit ihrer GSX 100 G.

„Gipfeltreffen Sauerland 2010“ war das Motto der Biker, was sie auch auf dem Rücken ihres T-Shirts trugen. Erfahrungen austauschen, Kontakte knüpfen und auch in gemütlicher Runde zusammen sein, das war für die Kardanbigbiker am Wochenende das wichtigste. Zeit genug hatten sie. Über vier Tage ging ihr Treffen und wer wollte, konnte noch verlängern, im Bikerparadies Sauerland. ▪ GeG

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