Kein Strom – „Notbetrieb“ in Firmen und Geschäften

An diesem Kabel „Im Koetgen“ brannte eine Verbindungsmuffe durch – und verursachte den Stromausfall. ▪

MEINERZHAGEN ▪ An einen solchen kapitalen Schaden kann sich auch Andreas Köster, Pressesprecher der Mark E, nicht erinnern.

Ein defektes Stromkabel legte am Montag zwischen 11.36 und 12.30 Uhr die Stromversorgung in weiten Teilen der Stadt Meinerzhagen lahm.

Schuld an der Misere, das ist seit heute klar, war ein 10-Kilovolt-Kabel „Im Koetgen“, unterhalb der Firma Busch und Müller. „Es handelt sich um ein so genanntes Parallelkabel. Es führt in verschiedene Stadtteile. In der Folge fielen auch Nebenkabel aus, was dann bewirkte, dass mehrere Bezirke betroffen waren“, erläuterte Köster.

Im Laufe des heutigen Vormittages machten sich Fachleute der Mark E daran, den genauen Defekt zu lokalisieren – es war eine durchgebrannte Verbindungsmuffe. „Bei solchen Schäden gibt es meist zwei Gründe: Entweder wurde das Kabel im Erdreich durch leichte Bewegungen beschädigt, beispielsweise durch einen spitzen Stein, der sich durch die Ummantelung bohrt. Es kann auch sein, dass Feuchtigkeit trotz der Ummantelung in das Kabel eindringt. Elektrizität und Wasser – das verträgt sich dann bekanntlich nicht“, bilanzierte Köster.

Schon für Privathaushalte kann ein Stromausfall – vor allem über einen längeren Zeitraum – gravierende Folgen haben. In Industriebetrieben allerdings kann er zum „Supergau“ führen. Das war am Montag zumindest bei Lydall Gerhardi nicht so. Wie in vielen anderen Unternehmen musste die Firma am Montag Mittag notgedrungen auf „Notbetrieb“ umschalten. „Das war allerdings nicht so dramatisch, weil der Stromausfall bei uns teilweise in die Mittagspause fiel“, erläuterte Klaus Ritschel, kaufmännischer Geschäftsführer bei Lydall Gerhardi, heute im Gespräch mit der MZ.

Auf der Kopppel fertigt die heimische Firma Hitze- und Akustikschilde für die Automobilindustrie. „Der Stromausfall war nicht schön, aber noch ok. Der etwa halbstündige Produktionsausfall tut natürlich weh, aber wir haben Risikoanalysen erstellt und waren vorbereitet. Die Produktion beispielsweise mit eigenen Notstromaggregaten aufrecht zu erhalten, das ist bei uns aber nicht möglich. Dafür bräuchten wir schon ein kleines Kraftwerk“, erklärt Ritschel. „Die EDV muss allerdings ,hochgehalten' werden. Und das funktioniert auch. Selbst bei Stromausfall über mehrere Stunden ist bei uns gewährleistet, dass der Kontakt zu den Kunden nicht abreißt. Wir sind mit ihnen direkt verbunden und das ist auch in einem solchen Fall abgesichert“, bleibt Ritschel auch künftig zuversichtlich, dass es in dem Betrieb Auf der Koppel selbst bei längeren Stromausfällen nicht zu gravierenden Lieferengpässen kommt.

Ähnlich gelassen reagierten auch die Mitarbeiter im Baubetriebshof der Stadt am Darmcher Grund auf den Stromausfall. „Wir haben unsere Mittagspause etwas vorgezogen“, schmunzelte der kaufmännische Leiter der Einrichtung, Frank Markus. „Der Winterdienst könnte auch ohne Strom aufrecht erhalten werden. Um unsere Fahrzeuge beispielsweise mit Streusalz zu beladen, brauchen wir keinen Strom.“

Nebenan, im Obi-Markt, wurde am Montagmittag ein Notstrom-Aggregat zugeschaltet und der Stromausfall so zumindest teilweise abgemildert. „Zwei Kassen funktionierten während der ganzen Zeit, wir konnten unsere Kunden weiter bedienen“, berichtete Daniela Mauer, Leiterin des Marktes. „Es war zwar etwas düster, aber unsere Kunden konnten weiter einkaufen. Das Telefon funktionierte nicht, aber dafür konnte unser Server weiter arbeiten, so dass wir keine größeren Probleme hatten“, ist Mauer froh.

beil

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