Gottesacker in Grotewiese vor 150 Jahren eingeweiht

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Dank des Einsatzes ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer immer noch ein würdiger Ort des Gedenkens. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Die Kapelle St. Maria Magdalena in Grotewiese ist ein ganz besonderes Kleinod. Dieser Ort der geistlichen Besinnung zieht auch von weither immer wieder Besucher an, die sich von der ganz besonderen Atmosphäre angezogen fühlen.

Gelegen an der Heidenstraße, einem mittelalterlichen Handels- und Pilgerweg, handelt es sich doch um ein Bauwerk der jüngeren Geschichte. In diesen Tagen kann dazu ein Jubiläum gefeiert werden. Vor 150 Jahren, im September 1862, wurde der Friedhof unterhalb der Kapelle feierlich eingeweiht und seiner Bestimmung, den Gläubigen der kleinen Gemeinde letzte Ruhestätte zu sein, übergeben.

Aus diesem Anlass findet am Samstag, 22. September, ab 17.30 Uhr eine Gedenkfeier auf dem Gottesacker in Grotewiese statt. Der Vorstand des Vereins der Freunde und Förderer der Kapelle St. Maria Magdalena Grotewiese e.V. lädt dazu besonders diejenigen ein, deren Angehörige auf dem Friedhof bestattet sind, die eine Grabstelle pflegen oder häufig besuchen.

Im Anschluss an die Gedenkfeier zelebriert Franz Grave, emeritierter Weihbischof des Bistums Essen, die Heilige Messe für alle Verstorbenen, die seither auf dem Friedhof begraben wurden. Gedenkfeier und Heilige Messe werden musikalisch vom Bergstadt-Chor Lüdenscheid gestaltet.

Dank der tatkräftigen Hilfe vieler ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer bei der Pflege und Instandhaltung der Anlage ist der Friedhof in Grotewiese auch nach 150 Jahren eine würdige Stätte geblieben. Erst in jüngster Zeit wurde durch Errichtung einer sich harmonisch in das Gesamtbild einfügenden Bruchsteinmauer für eine Aufwertung gesorgt.

Mit Blick auf das Jubiläum sind auch in diesen Tagen noch wieder besondere Arbeitseinsätze vom kleinen, aber rührigen Helferteam anberaumt. Ihr Engagement trägt wesentlich mit dazu bei, dass der Friedhof auch für nachfolgende Generationen erhalten werden kann.

Grotewiese liegt sozusagen am Schnittpunkt der Territorien an der Stadtgrenze von Meinerzhagen zu Attendorn. Die Katholiken aus der Umgebung fühlten sich mehr oder weniger heimatlos. So kam es, dass schon ab 1858 immer wieder Gottesdienste in Grotewiese in einer Scheune stattfanden.

Um ein würdiges Gotteshaus in Grotewiese errichten zu können, sammelte der Vikar Gustav Langenohl jahrelang Geld und fand in den ortsansässigen Familien Valenthorn, Kleffmann und Cramer Verbündete, die mit Stiftungsurkunde vom 14. April 1861 insgesamt sieben Morgen ihrer Ländereien dem „in Grotewiese anzustellenden Geistlichen“ schenkten. Nur ein Jahr später wurde bereits der neue Friedhof eingeweiht.

Am 22. Juli 1866 wurde auch die Kapelle Maria Magdalena eingeweiht. Vikar Langenohl schenkte der armen Gemeinde Pfarrhaus, Glocke und Liboriusreliquiar sowie den neugotischen Altar, dessen Inschrift übersetzt lautet: „Der hochwürdige Priester Langenohl schenkte diesen Altar: bittet für ihn.“ Die Kapelle, die zum Bistum Essen gehört, liegt direkt an der alten Heidenstraße. So ist es nicht verwunderlich, dass sie auch verschiedene Wege- und Pilgerpatrone beherbergt: Jakobus mit Pilgerhut, den heiligen Rochus, sowie Elia, Christophorus und Martin. (Quelle: „Wandern und Pilgern auf der Heidenstraße“). ▪ von Horst vom Hofe

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