"Zum Eickenhahn": Böse Überraschung für Anwohner

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Zwischen der Kohlbergstraße und der B54 (im Bild hinten) wird die Straße „Zum Eickenhahn“ aber nächster Woche wegen Bauarbeiten gesperrt sein.

Meinerzhagen - Anwohner der Straßen Zum Eickenhahn und Unterm Hestenberg müssen für die Straßensanierung  in den Straßen tiefer in die Tasche greifen als erhofft.

Statt der im September 2017 angekündigten „9 bis 10 Euro“ steigt der Anteil der Anlieger auf 11 Euro pro Quadratmeter Veranlagungsfläche – also ein Plus von mindestens 10 Prozent. Als Hintergrund nennt die Verwaltung gestiegene Entsorgungskosten für den Boden.

Der Rat der Stadt beschäftigt sich am kommenden Montag (17 Uhr, Ratssaal) mit einem Dringlichkeitsbeschluss, den Bürgermeister Jan Nesselrath und Stellvertreter Volkmar Rüsche bereits am 8. August unterzeichneten. Um die erfolgte Ausschreibung nicht zu gefährden, mussten insgesamt 120 000 Euro überplanmäßig für das Projekt bewilligt werden. Damit wurde aus einer auf den ersten Blick kostengünstigen Lösung eine, die die im Haushaltsplan angesetzte Summe überschreitet. 

Bodenentsorgung teurer als gedacht

Bei den vorbereitenden Arbeiten zur Ausschreibung erfolgte bereits im Jahr 2011 eine Bodenprobe in der Straße „Zum Eickenhahn“, die eine Entsorgung der überschüssigen Bodenmassen gemäß der sogenannten Deponieklasse II vorsah. Da dem Deponiebetreiber, dem der Boden angeliefert wird, aber ein aktuelles Gutachten vorliegen muss, das nicht älter als ein Jahr ist, mussten im Juli dieses Jahres erneut Bodenproben entnommen werden. 

„Durch eine Verschärfung der Normen“ sei dies aber nicht mehr „nur“ gemäß Abfallverordnung, sondern ergänzend gemäß Deponieverordnung erfolgt. Und das Resultat war ernüchternd: Der „Schotter und die darunter anstehenden Anfüllungen bis zu einer Tiefe von 1,20 Meter“ seien der Deponieklasse III zuzuordnen, „da erhöhte Mengen an extrahierbaren lipophilen Stoffen (zum Beispiel Erdöl) feststellbar waren“, heißt es in der Vorlage, die den Ratsmitgliedern für die kommende Sitzung zugestellt wurde. 

Als mögliche Ursache wird dabei die Tatsache genannt, dass es sich bei der Straße „Zum Eickenhahn“ um die ehemalige Trasse der Bundesstraße 54 handelt, „bei deren Bau noch Teer (...) im Straßenbau verwendet wurde“. Kurzum: Die erhöhten Entsorgungsanforderungen steigen um insgesamt 577 000 Euro. 

Weitere Untersuchungen Unterm Hestenberg

Da der Haushaltsansatz nach dem ersten Ausschreibungsangebot unterschritten war, übersteigen die Kosten den Ansatz aber „nur“ um insgesamt 120 000 Euro – eine Summe, die eventuell noch verringert werden könnte, wenn ein Teil des überschüssigen Bodens mit Kalk und Zement gemischt und nicht entsorgt werden muss, sondern wieder eingebaut werden darf. Diesem Vorgehen muss der Märkische Kreis als überwachende Behörde jedoch zustimmen. Ob auch die Bodenentsorgung für den Kanal- und Straßenbau „Unterm Hestenberg“ neu bewertet werden muss, ist noch unklar. Weitere Untersuchungen wurden in diesem Bereich beauftragt. Bislang geht die Verwaltung aber davon aus, dass es dort keine ähnlich böse Überraschung geben wird wie am Eickenhahn.

Der Zeitplan

Wie die Stadtverwaltung gestern auf MZ-Anfrage mitteilte, soll der erste Bauabschnitt der Kanal- und Straßensanierungsmaßnahme „Zum Eickenhahn“ am kommenden Montag, 24. September, starten. Betroffen ist der Bereich zwischen Einmündung B54 und Zufahrt Kohlbergstraße. Die dahinter liegenden Grundstücke – also auch die Awo-Kindertagesstätte – müssen dann über Willertshagen/Beethovenstraße/Unterm Hestenberg angefahren werden. Wie lange dieser Umweg in Kauf genommen werden muss, sei noch unklar und hänge auch von der Witterung ab. Alle drei Bauabschnitte sollen Mitte des kommenden Jahrs abgeschlossen sein.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung dieses Artikels war die Rede davon, dass die Anwohner nicht nur für die Straßen-, sondern auch für die Kanalsanierung mehr Geld zahlen müssten. Es sind aber nur die Sanierungskosten für die Straßensanierung von den Anliegern mitzutragen.

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