Lärmschutzplan der Stadt wird jetzt erweitert

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Dieses Luftbild zeigt den Verlauf der Bundesstraße 54 (Oststraße) mitten durch den Ort. Diese Straße sowie die Autobahn sorgen zugleich für den meisten Umgebungslärm.

meinerzhagen -  Die Stadt Meinerzhagen erweitert ihren bereits 2009 aufgestellten Lärmaktionsplan für überörtliche Straßen.

Von Horst vom Hofe

Zunächst waren in der ersten Stufe gemäß einer Richtlinie der Europäischen Union über die „Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm“ nur Hauptverkehrsstraßen mit einem Verkehrsaufkommen von über sechs Millionen Kraftfahrzeugen pro Jahr erfasst worden. Dieses waren im Stadtgebiet nur die Autobahn A 45 „Sauerlandlinie“ und Teile der Bundesstraße 54.

In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Planung, Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt wurde über weitere Details informiert. Dabei gab es seitens der Politik und hier stellvertretend vom Ausschussvorsitzenden Rolf Puschkarsky ein großes Lob für die Verwaltung, namentlich an die Adresse des zuständigen Sachbearbeiters Achim Neubert für die geleistete umfangreiche Arbeit. Ganz konkret profitierten auch schon einige Anwohner der Oststraße als Teil der Bundesstraße 54 vom seinerzeit erstellten ersten Lärmaktionsplan. Ihnen wurden nachträgliche Lärmschutzmaßnahmen im Bereich von Fenstern und Fassaden bezuschusst.

Den Regeln des Bundesimmissionsschutzgesetzes entsprechend ist die Stadt in einer zweiten Stufe jetzt noch verpflichtet, einen erweiterten Lärmaktionsplan aufzustellen, in dem als Lärmquellen zusätzlich die Hauptverkehrsstraßen mit einem Verkehrsaufkommen von mehr als drei Millionen Kraftfahrzeugen pro Jahr zu betrachten sind.

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW hat als Grundlage dafür Lärmkarten erstellt, in denen die Lärmbelastung erfasst und dargestellt wird. Diese Karten sind im Internet abrufbar unter www.umgebungslaerm.nrw.de.

Im Stadtgebiet von Meinerzhagen sind als Lärmquellen, die nach der Umgebungslärmrichtlinie nunmehr zu berücksichtigen sind, die Hauptverkehrsstraßen A 45 und B 54, beide im kompletten Verlauf durch das Stadtgebiet, und Teile der L 528 (Weststraße, Bahnhofstraße), der L 323 (Volmestraße, Derschlager Straße) und der L 539 (Autobahnanschlussstelle bis Österfeld) kartiert worden. Die neue Südumgehung (L 306) erreicht die maßgebliche Verkehrsbelastung von mehr als 3 Millionen Kraftfahrzeugen pro Jahr derzeit noch nicht und ist deshalb nicht erfasst, antwortete auf eine entsprechende Rückfrage aus dem Ausschuss Sachbearbeiter Achim Neubert.

Da entlang der jetzt erfassten Straßen Lärmprobleme aufgrund der Überschreitung von Grenzwerten an den Fassaden einzelner Gebäude auftreten, ist die Stadt Meinerzhagen verpflichtet, nunmehr einen Lärmaktionsplan der 2. Stufe zur Regelung der Lärmprobleme und -auswirkungen im Umfeld der betroffenen Straßen aufzustellen.

Der Lärmaktionsplan ist nach vorheriger Beteiligung der Öffentlichkeit vom Rat zu beschließen und anschließend zu veröffentlichen.

Für die Umsetzung der im Lärmaktionsplan festgelegten Maßnahmen sind die Träger öffentlicher Verwaltung zuständig, die nach allgemeinen Regeln „sachlich zuständig“ sind. Für Maßnahmen an Bundes- und Landstraßen ist dieses im Regelfall der Landesbetrieb Straßenbau NRW.

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