Kammerorchester Lüdenscheid zu Gast in Meinerzhagen

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Das Lüdenscheider Kammerorchester unter Leitung von Andreas Koch begeisterte in der Jesus-Christus-Kirche mit einem wunderbaren Konzert. Die junge Ann-Catharina Strehmel (links) bot ein bemerkenswertes Posaunensolo.

MEINERZHAGEN - Es ist schon etwas besonderes, ein schönes Konzert in einer Kirche dargeboten zu bekommen. Davon konnten sich die zahlreichen Besucher am Samstagabend in der Jesus-Christus-Kirche überzeugen, die in den Genuss eines hervorragenden Konzerterlebnis kamen.

Voll besetzt war das Gotteshaus, als das Lüdenscheider Kammerorchester zu einem sommerlichen Konzert einlud. Unter der musikalischen Leitung von Andreas Koch intonierte das 30-köpfige Ensemble auf Einladung der evangelischen Kirchengemeinde ein stimmungsvolles Konzert mit einer wunderbaren Mischung von Werken des Barocks, der Klassik und der Moderne.

Leicht, beschwingt und voller Harmonie spielten die Musikerinnen und Musiker die Salzburger Sinfonie D-Dur, KV 136, von Wolfgang Amadeus Mozart. Einfühlsam und hoch konzentriert folgen die Orchestermusiker dem sicheren, exakten und ausdrucksstarken Dirigat von Andreas Koch. Besonders der 3. Satz der Sinfonie, das Presto, hat sich zu einem Ohrwurm entwickelt, da er die Erkennungsmelodie des Schulfunks des WDRs war.

Eine stimmungsvolle Komposition, die Romance aus der Pastorialsvit op. 19 von Las Erik Larsson (1908 – 1986), in deren Mitte ein märchenhafter Elfenreigen hörbar wurde, setzte einen harmonischen Kontrast und verzauberte geradezu die Zuhörerinnen und Zuhörer. Von dem schwedischen Komponisten, der sich in seinen Kompositionen mit vorromantischen Formen und Stilen beschäftigte und immer schöne und verständliche Musik schreiben wollte, spielten die Musikerinnen und Musiker auch das Concertino für Posaune und Streichorchester Op. 45, Nr. 7.

Als Solistin brillierte die 19-jährige Lüdenscheiderin Ann-Catharina Strehmel. Die sanften Klängen der Streicher standen in beeindruckendem Kontrast zu ihrem kraftvollen Posaunensolo. Begeistert applaudierten die Besucher dieser jungen Interpretin. Ein wunderbares Beispiel barocker Prachtentfaltung der Musik des 18. Jahrhunderts war die Darbietung von Händels Concerto grosso g-Moll, Aus den Reihen der Orchestermusiker hoben sich dabei als Solisten Gerd Schäfer und Karin Zabel (Violine), Dorothee Hirth (Violoncello) und Frank Zabel (Cembalo) eindrucksvoll hervor. Kaum zu glauben, dass die meisten der Orchestermitglieder keine Profimusiker sind.

Den Abschluss dieses Abends mit den geradezu perfekt ausgewählten Kompositionen für ein gelungenes Konzerterlebnis bildete Mozarts Serenata notturna D-Dur (KV 239). Zwei Soloviolinen (Antje Bauer und Karin Zabel), Viola (Ferdinant Riegel) Pauke (Christopher Abel) und Kontrabass (Edgar Hübner) boten den begeisterten Besuchern ein harmonisches, musikalisch und technisch perfektes Spiel.

Mit überschwänglichem Applaus bedankten sich die Zuhörerinnen und Zuhörer beim Orchester aber besonders auch bei einem hervorragend agierenden Dirigenten. Als Zugabe durften die Besucher noch einmal die romantischen Klänge des sommerlichen Elfenreigens genießen.

Bärbel Schlicht

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