„Bonbon“ für Freunde der Kammermusik

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Manuel Fischer-Dieskau (Violoncello) und Frank Zabel (Klavier) begeisterten ihr Publikum. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Die Freunde der Kammermusik hatte KuK am Samstagabend zu einem Konzert mit den beiden Musikprofessoren Manuel Fischer-Dieskau (Violoncello) und Frank Zabel (Klavier) in die Stadthalle eingeladen.

Dass es davon in Meinerzhagen nicht gerade die meisten gibt, zeigte wieder einmal die Besucherzahl. Doch die, die gekommen waren, genossen das Spiel der diplomierten Konzertinstrumentalisten, das sie mit begeistertem Applaus honorierten.

Mit der erster Sonate in a-Moll von Carl Reinecke, harmonisch, gefällig, lebendig, frisch und ausdrucksstark gespielt, stimmten die beiden Musiker die Zuhörer auf das Konzert ein. Mit den Variationes elegiaques, einer Komposition des aus Meinerzhagen stammenden Frank Zabel („Fragen Sie den Komponisten nicht, warum das Stück einen französischen Titel hat“) führten sie sie anschließend in ganz andere, finstere Sphären. Das in seiner Grundstimmung schwermütige Klagelied habe er sich und seinem Violoncello-Partner auf den Leib geschrieben, bemerkte Zabel zu seiner modernen Komposition. Experimentierfreudig und technisch brillant ließ das Duo die Zuhörer teilhaben am Gefühlscocktail einer verwundeten, trauernden Seele. Zwischen Violoncello und Klavier öffnete sich ein Spannungsfeld voller Einsamkeit, Unruhe, Zerrissenheit und Wut, das sich schließlich in einem aggressiven Tango entlud.

Es war keine leichte, dafür aber eine umso interessantere Kost, die die bestens aufeinander eingespielten Musiker da servierten, und sie machte Appetit auf mehr Kompositionen der Moderne.

Der zweite Teil des Konzertes führte wieder zurück zur Romantik und damit zu vertrauteren und sanfteren Klängen. Bei der Sonate in B-Dur von Felix Mendelsohn-Bartholdy und der Sonate für Klavier und Violoncello in F-Dur verwoben sich noch einmal die beiden Instrumentenstimmen, bevor das zweite Gastspiel des Duos Zabel/Fischer-Dieskau mit dem Beifall des Publikum endete. ▪ luka

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