Nach mehr als 20 Jahren Leerstand

Hoffnung auf ein neues Restaurant? Käufer für Gaststätte an der Fürwiggetalsperre in Sicht

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Noch im Dornröschenschlaf: das ehemalige Restaurant im einstigen Wärterhaus oberhalb der Fürwiggetalsperre. Laut Ruhrverband gibt es allerdings inzwischen einen Interessenten für die Immobilie.

Bereits seit 1999 steht die Gaststätte an der Fürwiggetalsperre leer. Nun keimt beim Ruhrverband, dem Eigentümer der Sperre, neue Hoffnung auf einen Käufer auf. Auch Spaziergänger, Sportler und Touristen dürften sich freuen, sollte es bald tatsächlich wieder eine Gastronomie an der Talsperre geben.

  • Es gibt Hoffnung auf ein neues Restaurant an der Fürwigge-Talsperre
  • Offenbar gibt es einen Kaufinteressenten für das ehemalige Wärterhaus
  • Das Gebäude steht seit mehr als 20 Jahren leer, die Mängelliste ist lang

Meinerzhagen/Lüdenscheid - Im Jahr 2003 stand sogar das Thema Abriss auf der Agenda. Doch der damalige Meinerzhagener Bürgermeister Erhard Pierlings setzte sich für einen Erhalt der im Jahr 1902 erbauten Immobilie ein, die am unmittelbaren Nordufer der bei Wandergruppen, Spaziergängern und Joggern äußerst beliebten und hoch frequentierten Talsperre liegt. 

Allerdings äußerte sich Pierlings mit Blick auf einen neuen Pächter lediglich ein Jahr später selbst wenig zuversichtlich: „Die Hoffnung auf die Nutzung des ehemaligen Wärterhauses gehen gegen 0.“

Interesse an Fürwigge-Immobilie - "mehr als eine lose Anfrage"

Seit dieser Aussage sind weitere 15 Jahre ins Land gezogen, ein Nachmieter des Gebäudes war lange Zeit nicht in Sicht. Die Immobilie, die seit 2012 unter Denkmalschutz steht und somit definitiv nicht mehr abgerissen wird, verursachte beim Ruhrverband lediglich Kosten, ohne Erträge zu bringen.

Dies könnte ein Ende finden, auf Nachfrage der MZ bestätigte Markus Rüdel, Pressesprecher des Ruhrverbands, dass es einen Interessenten für die Immobilie gibt: „Es ist mehr als eine lose Anfrage und es kann durchaus sein, dass wir zu einem Abschluss kommen. Wir sind bereits im engeren Gespräch, aber ich möchte mich nicht darauf festnageln lassen.“

Ausschließlich Nutzung als Gaststätte

Auf dem Internetportal des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) wird die Gaststätte mittlerweile zum Verkauf angeboten – bei der Ausschreibung ist die Rede davon, dass „einige Instandsetzungsmaßnahmen sowohl am Gebäude als auch an den haustechnischen Anlagen durchzuführen“ seien.

Zudem ist das Wärterhaus mit einer Grundstücksgröße von 950 Quadratmetern ausschließlich als Gaststätte zu nutzen. Eine alternative Nutzungsmöglichkeit ist für das Gebäude nicht möglich. Außerdem gibt es keinen Anschluss an die öffentliche Abwasserentsorgung, deshalb sollte die vorhandene Kläranlage erneuert werden. 

Lange Mängelliste nach mehr als 20 Jahren Leerstand

Für den potenziellen neuen Inhaber eine lange Mängelliste nach mehr als 20 Jahren des Leerstands. „Das Gebäude wurde in der Zeit des Leerstands nicht geheizt, aber die Bausubstanz ist trotzdem in Ordnung. Das haben wir bei einem Rundgang sicherstellen können. Aber natürlich müssen die Räumlichkeiten kernsaniert werden, das ist keine Frage“, weiß Rüdel um die Arbeit, die auf den möglichen Käufer zukommen würde. 

Auf dem Fußweg unterhalb des ehemaligen Restaurants gibt es bereits eine Neuerung. In den letzten Wochen wurde der Weg verbreitert, im Sommer wird zudem eine Asphaltdecke errichtet.

Traurige und schöne Nachrichten von den Talsperren aus dem MK

Während es an der Fürwiggetalsperre offenbar Hoffnung auf ein neues Restaurant gibt, gab es kurz nach Weihnachten traurige Nachrichten aus der Gastro einer anderen Talsperre im MK - ein dortiges Restaurant schloss zum Ende des Jahres 2019.

Die Fürwigge ist trotz seit langem fehlender Gastronomie ein Paradies für Spaziergänger: Eine Mutter und ihr Sohn, die dort kürzlich unterwegs waren, retteten ein "Findelkind" vor dem sicheren Tod

Wie es sich an der Fürwigge joggen lässt? Entspannt und mit "Wolle" Petry.

Allerdings geht der Klimawandel auch an den Waldflächen des Ruhrverbands, zu dem auch die Talsperre Fürwigge sowie Lister- und Biggesee gehören, nicht spurlos vorüber. So klagt der Verband über das Fichtensterben.

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