Sibirische Kälte hat Auswirkungen auf Menschen, Tiere und Pflanzen

+
Viele Katzen fühlen sich bei klirrender Kälte in der Wohnung am wohlsten.

Meinerzhagen - Minus zwölf Grad Celsius um 8 Uhr früh, gefühlt war es am Mittwoch sogar noch kälter. Wie wirkt sich das arktische Wetter auf den Alltag aus?

Irgendwie betroffen ist jeder lebende Organismus, ob Mensch, Tier oder Pflanze. Die MZ sprach mit Experten über das Thema.

„Vorsicht.“ Das ist der wichtigste Tipp von Internist Dr. Holger Reimann. Er rät dringend davon ab, zurzeit Sport im Freien zu treiben. „Die Verletzungsgefahr ist größer – und das Risiko, sich Infektionskrankheiten einzufangen, ebenfalls.“ Eine Studie habe zudem gezeigt, dass bei sportlichen Aktivitäten in einem minus zehn Grad Celsius kalten Umfeld die Herzinfarktrate doppelt bis dreimal so hoch wie normal sei. Dr. Reimann stellt fest: „Ab 0 Grad Celsius sollte Sport im Freien wieder möglich sein. Auch dann ist aber Vorsicht angeraten.“ Generell sei momentan eine massive Erkältungswelle in Meinerzhagen und in NRW festzustellen. „Und wir haben auch eine wöchentliche Zunahme bei der echten Influenza. Die Intensivstation im Attendorner Krankenhaus ist deshalb voll, viele Patienten müssen dort sogar beatmet werden.“

Auch Hund und Katze können krank werden. Sie sind keinesfalls vor Schnupfen und anderen Infekten gefeit. Deshalb gibt die heimische Veterinärmedizinerin Dr. Viktoria Alberts ähnliche Tipps wie ihr „humanmedizinischer“ Kollege Dr. Reimann: „Hunde müssen Gassi gehen. Bei dieser Kälte sollten die Halter aber unbedingt darauf achten, das ,Programm’ herunterzufahren. Im Moment reicht eine kleine Runde völlig aus. Man kann rausgehen, aber dazu sollte man sich günstige Tageszeiten aussuchen und auf Gewalttouren verzichten. Ein kurzer Spaziergang in der Sonne, das reicht.“ Bei Katzen stelle sich diese Frage ohnehin meistens nicht. Dr. Alberts: „Die gehen bis zur Haustür – und kehren dann wieder um. Katzen bleiben wegen der Kälte zurzeit eher im Haus. Die haben keine Lust auf frische Luft.“ Eine ähnliche Welle von Viruserkrankungen, wie augenblicklich bei Menschen festgestellt, gebe es bei Tieren in Meinerzhagen aber zurzeit nicht, fügt Dr. Alberts hinzu. 

Alles hat zwei Seiten, auch die Kälte. Frank Rohrmann ist Vorarbeiter im Baubetriebshof und ausgebildeter Landschaftsgärtner. Er berichtet, dass die Minustemperaturen für die Natur generell nicht schlecht seien: „Wir können momentan Bäume sehr gut beschneiden. Das tun wir auch, beispielsweise am Bachbett im Worbscheid. Dort finden wir durch den Frost sehr gute Bedingungen vor, eine solche Aktion geht an dieser Stelle praktisch nur bei Temperaturen deutlich unter null Grad Celsius.“ Doch es gibt auch eine Kehrseite: „An den Hornveilchen in den städtischen Beeten werden wir wegen der augenblicklichen Minustemperaturen im Frühjahr wohl keinen Spaß mehr haben.“ Tausende von Blumenzwiebeln allerdings überwinter in der Erde, ohne Schaden zu nehmen: „Die waren noch nicht ausgetrieben. Der strenge Winter kommt in diesem Jahr früh genug. So konnte die Natur noch rechtzeitig auf die Bremse treten, bevor alles anfängt auszutreiben.“ Vorsichtsmaßnahmen, etwa das Abdecken von Gewächsen, müsse man seitens der Stadt auch bei minus zwölf Grad nicht vornehmen, erläutert Rohrmann weiter.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare