Nach Corona-Pause

Jürgen Becker bringt die Kultur zurück in die Stadthalle

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Beendete die Corona-Pause: Kabarett-Hochkaräter Jürgen Becker überzeugte bei seinem Gastspiel in der Meinerzhagener Stadthalle.

Meinerzhagen – Es war der lang erhoffte Kultur-Neustart in der Meinerzhagener Stadthalle: Ein halbes Jahr lang musste die Bühne wegen der Corona-Krise leer bleiben.

Nun trat erstmals wieder ein Künstler auf – und mit dem Kabarettisten Jürgen Becker war dies gleich ein echter Hochkaräter, der nach Meinerzhagen kam.

Verlegung von Kierspe nach Meinerzhagen

Dabei war dessen Gastspiel zunächst fürs Pädagogische Zentrum (PZ) der Gesamtschule in Kierspe geplant, doch vor gut einem Monat erfolgte die Verlegung in die Stadthalle, da sich diese für das Corona-Schutzkonzept des KuK-Vereins besser eignete.

Lücken nach Vorschrift: Den Besuch von 190 Gästen hätte das Corona-Hygienekonzept möglich gemacht, rund 170 ließen sich das Becker-Gastspiel letztlich nicht entgehen.

Den Besuch von 190 Gästen hätte das Hygienekonzept möglich gemacht, rund 170 waren es dann, die sich das 90-minütige Becker-Gastspiel – und damit einen rundum gelungenen Mix aus Lustigem und nachdenklich Stimmendem – nicht entgehen ließen.

Rheinischer Charme

Der charismatische Kabarettist mit seinem unverwechselbar rheinischen Charme sorgte mit seinem Programm „Die Ursache liegt in der Zukunft“ von Beginn an für Lacher. Von Politik über Gesellschaftliches bis hin zu Alltäglichem reichte die thematische Bandbreite. Kostprobe aus der Küche? „Alles wird in der Zukunft ja digital. Es gibt heute Küchengeräte, die können alles: kochen, backen, braten, schneiden, mixen, Teig kneten... Das nennt sich künstliche Intelligenz. Früher hieß das Mutti.“ Ebenfalls aus dem Themenbereich Digitalisierung, die Antwort auf die Frage, wie man sich gegen Datenklau schützen kann. Natürlich durch gute Passwörter, erklärte der Künstler seinem Publikum: „Früher hatte ich das Passwort Blutwurst. Heute habe ich eines, das kein Hacker kennt: Flönz.“

Gesellschaftskritik

Auch mit Gesellschaftskritik sparte Jürgen Becker freilich nicht und fand klare Worte – zum Beispiel auch zum Krankenkassensystem und dessen Trennung in gesetzlich und privat. „Warum zum Teufel muss ein Bereich wie Medizin auf Gewinn und Profit orientiert sein? Ist das etwa der Sinn von Medizin?“, mahnte der Kabarettist deutlich an und legte mit einem treffenden Kalauer zu den Individuellen Gesundheitsleistungen, abgekürzt IGEL, nach: „Diese Angebote sind kompletter Käse. Daher auch der Name Käse-Igel.“

Trump kriegt sein Fett weg

Ihr Fett weg bekam natürlich auch die Politik – vorneweg US-Präsident Donald Trump. Dessen eklatantes Versagen in der Corona-Krise kommentierte Jürgen Becker trocken mit einem fußballerischen Vergleich: „So viel Versagen hintereinander kennt man sonst nur von Schalke 04.“

Eine Spezialität erhielt Jürgen Becker zum Abschied von Karl-Heinz Kraus geschenkt: Rönsahler Landbier. Hoffentlich schmeckt's dem Kölschfreund.

Von seinem Gastspiel im oberen Volmetal nimmt der Rheinländer übrigens eine kulinarische Erinnerung aus der Region mit nach Hause. Im Namen des KuK-Vereins überreichte Vorsitzender Karl-Heinz Kraus dem Künstler, der von seinem begeisterten Publikum mit reichlich Applaus verabschiedet wurde, als Geschenk zwei Flaschen Rönsahler Landbier.

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