„K 37“: 300 000 Euro müssen investiert werden

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An der „K 37“ muss investiert werden – es geht um eine Änderung des „Hangprofils.“. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Die Politiker stecken in einer echten Zwickmühle:

Die Zertifizierung der mittleren Meinhardus-Mattenschanze durch den Deutschen Skiverband (DSV) läuft am 9. Januar 2012 aus. Und wenn die „K 37“ nicht modernisiert wird, wird eine offizielle Abnahme nicht mehr erfolgen. Das wiederum würde bedeuten, dass dort künftig keine Meisterschaften und Trainingslehrgänge mehr stattfinden könnten.

Der „Knackpunkt“: Für die vom Skiklub und dem DSV als nötig erachtete Anpassung des Hangprofils müssten etwa 300 000 Euro investiert werden, von denen der Löwenanteil durch die Stadt aufzubringen wäre. Weil das Skileistungszentrum in Meinerzhagen ein Landesstützpunkt ist, könnten Landeszuschüsse für das Projekt in Höhe von etwa 56 000 Euro fließen. Abzüglich einer möglichen Eigenleistung des Skiklubs bliebe die Stadt allerdings immer noch auf mehr als 200 000 Euro „sitzen“ – in Zeiten knapper Finanzmittel eine erhebliche Summe.

Doch warum überhaupt sanieren, wo die Anlaufspur der „K 37“ doch erst im Jahr 2006 auf den neuesten technischen Stand gebracht wurde? Weil es diesmal nicht um die Schanze als solche, sondern um den Auslaufhang geht. Der sei nicht mehr „up to Date“, befinden DSV und Skiklub: „Aufgrund der Weiterentwicklung von Material – Sprungskier und Sprunganzug – und vor allem der Sprungtechnik empfehlen wir eine Anpassung des Hangprofils“, heißt es.

Ob diesem Rat gefolgt wird, ist derzeit ungewiss. Zwar müsste viel Geld ausgegeben werden, doch andererseits gilt es, die Zukunft des Meinerzhagener Wahrzeichens zu sichern. Ohne Zertifizierung droht der Schanze das „Aus“, denn selbst zu Trainingszwecken würde sie wohl kaum noch genutzt – jedenfalls nicht von Wettkampfspringern, die zum Üben bekanntlich sogar aus den Niederlanden anreisen. Und auch die nationalen Meisterschaften und Lehrgänge wären ohne erneute Zertifizierung nicht mehr möglich.

„Aus sportfachlicher Sicht nimmt die K 37 als mittlere der drei Mattenschanzen eine besondere Stellung als Bindeglied zwischen der K 12-Kinderschanze und der K 62 ein. Nach Auskunft des Westdeutschen Skiverbandes dient sie insbesondere als wichtige Korrektursprungstätte und als Zubringer zur großen Mattenschanze. Nach Angaben des Skiklubs Meinerzhagen liegt die Auslastung bei rund 25 000 Sprüngen pro Jahr, davon rund 7800 Sprünge durch Kaderathleten des Westdeutschen Skiverbandes und 4200 Sprünge durch Athleten des Niederländischen Skiverbandes“, heißt es in einer Vorlage für die Sitzung des Ausschusses für Sport und Freizeit, der am Mittwoch unter Vorsitz von Jan Nesselrath (CDU) tagte und über die Modernisierung beriet. Ein Beschluss wurde allerdings noch nicht gefasst, die Ausschussmitglieder nahmen die Vorlage lediglich zur Kenntnis.

Stellvertretend für viele Ausschussmitglieder formulierte Gabi Cordt (SPD) am Mittwoch die zwiespältige Stimmungslage: „Wir müssten mehr als 200 000 Euro zuschießen. Andererseits handelt es sich bei der Meinhardus-Schanze um ein Wahrzeichen der Stadt Meinerzhagen, das vielleicht sogar touristisch genutzt werden könnte. Ich denke, man muss mit Bauchschmerzen zustimmen.“

Ob sich letztlich eine Mehrheit im Stadtrat findet, bleibt abzuwarten. Bis dahin wird sich auch der Fachausschuss mit dem Thema „Modernisierung“ befassen und eine Empfehlung abgeben, was mit der K 37 passieren soll. ▪ beil

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