Skispringen in Meinerzhagen hat Tradition

Bürgermeister Erhard Pierlings mit den Vertretern des Westdeutschen und Deutschen Skiverbandes bei der Eröffnung.

MEINERZHAGEN ▪ Skispringen hat in Meinerzhagen Tradition. Genau vor 101 Jahren, 1912, noch auf einer Naturschanze, veranstaltete der damals gerade neu gegründete Skiklub Meinerzhagen seine erste Sprunglaufkonkurrenz.

Mit der Eröffnung der ersten Mattenschanze 1962 wurde die Volmestadt zum Sommer-Landesleistungszentrum für das Skispringen. Diese damals erste von heute drei unterschiedlich großen Anlage im Weitenbereich von K 12 über K 37 bis K 62 wurde am Samstag nach erfolgter Modernisierung mit einem Investitionsvolumen von über 300.000 Euro offiziell eingeweiht. Rund 80 Sportlerinnen und Sportler gingen dabei zum vorletzten Wettkampf der 31. Nordwestdeutschen Mattenschanzentournee an den Start.

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Schanzen-Eröffnung und Après-Ski-Party des Skiklubs Meinerzhagen

Der Skiklub hatte vor der offiziellen Eröffnung Vertreter der an diesem Projekt beteiligten Institutionen und Sponsoren zu einem Empfang eingeladen. Pressewart Klaus Bohner, der durch das Programm führte, gab den Gästen eine interessante historische Einordnung des Ereignisses: 1912 entstand auf dem heutigen Gelände der Meinhardus-Schanzenanlagen ein erster Sprunghügel – eine Naturschanze. Im Dezember 1925 wurde ein erstes Springen auf einer neu hergerichteten Schanze durchgeführt.. Im Februar 1931 wurde eine neue Schanze eröffnet. Viele Zuschauer reisten in Sonderzügen an. Es gab Schauspringen vor rund 10 000 Gästen und der damalige Deutsche Meister Ernst Recknagel nahm an einem der Springen teil. 1932 wurde eine neue Jugendschanze in Betrieb genommen. Der 2. Weltkrieg sorgte zunächst für Zäsur und Stillstand. Doch 1954 ging es weiter mit dem Skispringen in Meinerzhagen: Die große Schanze wurde an die damaligen technischen Bedingungen angepasst. 1957 wurde sie durch eine moderne Großkonstruktion aus Holz ersetzt. Das Eröffnungsspringen fand ein Jahr später vor rund 4000 Zuschauern statt. 1962 folgte die Errichtung der kleinen Matten- und Schneeschanze. Sieger des Eröffnungsspringen wurde der Doppelolympiasieger Georg Thoma. 1981 wurde auch die große Schanze als Mattenschanze umgerüstet. 1999 fand hier das erste internationale Damenskispringen statt – 2001 gab es die erste offizielle Deutsche Meisterschaft der Damen. Meinerzhagen war damit Wegbereiter auf dem Weg zum heutigen Status einer neuen olympischen Disziplin. 2007 erfolgte der Umbau der großen Schanze, dem in diesem Jahr nun auch die Modernisierung der K 12-Kinderschanze und der K-37-Jugendschanze folgte.

Für den Vorstand des Skiklubs bedankte sich Ehrenvorsitzender Rudolf Vedder namentlich bei Bürgermeister Erhard Pierlings für die stets gute Unterstützung und Begleitung der verschiedenen Projekte durch die Stadt. Der Bürgermeister zeigte sich erfreut, dass es auch diesmal seitens des Landes mit einem Zuschuss von über 200 000 Euro eine großzügige Förderung gegeben habe. Für den Westdeutschen Skiverband hob dessen Vizepräsident Rolf Schöttler die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Skiklub, Stadt und dem Skiverband hervor, die sich auch diesmal wieder bewährt habe. Grüße des Deutschen Skiverbandes übermittelte Bundesstützpunktleiter Thomas Grellmann

Große Skiparty

Mit einer Aprés-Ski-Party ließ der Ski-Klub den ereignisreichen Samstag ausklingen. Die Bedingungen für ein Fest unter freiem Himmel waren ideal. Es blieb trocken, die Temperaturen waren angenehm für den Aufenthalt im Freien, und der noch fast volle Mond beleuchtete den Schützenplatz. Die Gastgeber hatten an alles gedacht: Ein herzhafter Imbiss wartete auf die Gäste. Bier, Wein, Sekt und alkoholfreie Getränke standen bereit. Obstbrände aus Österreich beschworen bei manchem Festteilnehmer Erinnerungen an Aprés-Ski-Partys „am Berg“ herauf. Unter einem riesigen Schirm warteten viele Tische auf Gäste, die allerdings nicht so zahlreich erschienen, wie es sich die Veranstalter gewünscht hatten. Die Rockfabrik Valbert und die Düsseldorfer Showband „Swinging Funfares“ sorgten für die Musik.

Die vielköpfige Band, die bereits beim Ski-Klub-Jubiläum für Stimmung gesorgt hatte, zeichnet sich durch einen besonders satten Sound aus. Verantwortlich dafür ist die große Besetzung mit Trompeten, Posaunen, Saxophon und Rhythmusgruppe sowie drei hervorragenden Gesangssolisten. Ihr Repertoire umfasst Chartbreaker, Rock, Pop, Swing und Eigenkompositionen, so dass eigentlich für jeden Zuhörer etwas dabei ist.

Aber der Funke wollte trotzdem nicht so recht überspringen. Die rheinischen Frohnaturen gaben sich zwar alle Mühe, die zurückhaltenden Sauerländer, die sich weitab von der Bühne an den Stehtischen drängten, aus der Reserve zu locken und suchten immer wieder den Kontakt zum Publikum, aber die beiden Parteien konnten nicht zusammenkommen, der Raum der sie trennte, war einfach zu groß.

Der Platz vor der Bühne und viele Tische unter dem Schirm blieben leer, und auch mit einer Polonaise ließen sich Party-Gäste nicht aus der Reserve locken. Nur einige nutzten die Gelegenheit, ihre Lieblingshits lautstark mitzusingen.

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