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Weil sie Vögel töten: Draußen-Verbot für Katzen - Tierschützerin aus MK reagiert

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Katzen fühlen sich auch in der Wohnung wohl. Viele "Samtpfoten" können allerdings auf ihren regelmäßigen Freigang nicht verzichten.  

Meinerzhagen - Katzen sind gemütlich. Und Katzen sind tödlich. Denn: Sie fangen und fressen auch Vögel. Juristen aus den Niederlanden fordern deshalb: Hauskatzen sollten nur noch in der Wohnung gehalten werden.

„Das geht gar nicht. Jedenfalls nicht generell“, meint Pia Sperber, Vorsitzende des heimischen Tierschutzvereines. 

Hauskatze und Freigänger – grundsätzlich lassen sich die domestizierten Katzen in diese beiden Gruppen einteilen. Von klein auf an das Haus gewöhnt, verbringen einige Katzen ihr Leben tatsächlich ausschließlich in der Wohnung. Gehören sie zu den Freigängern, wissen sie die Annehmlichkeiten der menschlichen Behausung zu schätzen, brauchen aber gleichwohl ihren täglichen (unbeaufsichtigten) Ausflug in die Natur. 

Genau diese Tiere sind es, die neben den verwilderten Hauskatzen die Probleme bereiten, auf welche die niederländischen Juristen Bezug nehmen. Angeblich, so Experten der Universität Tilburg, seien Hauskatzen für die Ausrottung von mindestens zwei Reptilienarten, 21 Säugetierarten und 40 Vogelarten verantwortlich. Und sie würden eine Gefahr für etwa 367 bedrohte Tierarten darstellen, heißt es weiter. 

Pia Sperber weiß auch, dass Katzen Vögel töten. Sie hat jedoch andere Vorschläge parat, um das Ausgehverbot zu umgehen: „Zunächst einmal sollten die Städte eine Kastrationspflicht für Katzen einführen. Das hilft, um die Zahl der Tiere zu reduzieren. Dabei kann auch der Tierschutzverein helfen. Wir fangen verwilderte Hauskatzen in Fallen und lassen sie kastrieren. Das haben wir zuletzt im Bereich Rothenstein gemacht – mit Erfolg.“ Zum anderen sei es durchaus sinnvoll, Hauskatzen tagsüber in der Wohnung zu behalten und nur nachts rauszulassen. „Das wird von einigen Katzenhaltern schon praktiziert“, weiß Sperber.

Ist eine Katze erst einmal an ihren Freigang gewöhnt, sei es nahezu unmöglich, das Tier umzuerziehen und nur noch im Haus zu halten. „Diese Exemplare fangen dann an zu randalieren und sie werden oft unsauber“, hat die TSV-Vorsitzende beobachtet. Sollte ein Gesetz tatsächlich beschlossen werden, das den Freigang verbietet, könne das nicht von jetzt auf gleich gelten: „Man müsste dann einen Vorlauf von vielleicht 20 Jahren einplanen, um den neuen Katzen-Generationen die Chance zu geben, sich an das Haus zu gewöhnen.“ 

Dass Katzen nicht die einzige Gefahr für die Vogelwelt darstellen, steht für Sperber auch fest: „Die großen Glasflächen an Hochhäusern oder Bürogebäuden kosten jährlich Millionen von Vögeln das Leben. Es gibt verwilderte Katzen, die sich fast ausschließlich unter diesen Gebäuden aufhalten und die Vögel fressen, die herunterfallen.“ Außerdem seien Katzen auch nützlich. „Landwirte oder Pferdehalter möchten kaum auf sie verzichten. Sie fangen Mäuse.“

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