Elf junge Männer erkrankt

Magen-Darm-Erkrankungen lösen Großeinsatz aus

VALBERT ▪ Elf Angehörige von zwei Jugendgruppen, die sich mehrere Tage in der evangelischen Tagungsstätte Haus Nordhelle in Valbert aufhielten, sind fast zeitgleich erkrankt. Alle zeigten am Mittwochabend dieselben Symptome: Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Die Ursache für diese auffällige Häufung von Krankheitsfällen ist noch nicht bekannt.

Bei den Betroffenen handelt es sich nach Angaben des Märkischen Kreises um junge Männer im Alter zwischen 17 und 20 Jahren, die zurzeit den Bundesfreiwilligendienst oder das Freiwillige soziale Jahr absolvieren und die sich im Rahmen einer Tagung in Valbert aufhielten. Alle elf Erkrankten wurden noch in der Nacht in verschiedene Krankenhäuser gebracht, drei waren heute Mittag schon wieder entlassen. Ebenfalls in der Nacht zu heute wurde auch das Kreisgesundheitsamt eingeschaltet, das sofort reagierte. Eine Ärztin kam nach Valbert, sie veranlasste mit Kollegen des Amtes weitere Maßnahmen. Rettungskräfte aus Meinerzhagen und benachbarten Kreisen waren ebenfalls „Auf dem Koppenkopf“, darunter auch Kreisbrandmeister Rainer Blumenrath.

Bilder vom Großeinsatz

Großeinsatz der Gesundheitsbehörden im Haus Nordhelle

Mitarbeiter der Einrichtung und deren Leiter Kai-Uwe Kersten reagierten nach Bekanntwerden der Krankheitshäufung noch in der Nacht ebenfalls sofort: „Alles was angefasst werden kann wurde mit Speziallösung desinfiziert. Ein auf solche Fälle spezialisierter Fremdreiniger wurde hinzugezogen, auch unsere Kräfte waren im Einsatz.“ Kersten berichtete außerdem, dass sich Anfang der Woche ein junger Gast mit einer Magen- und Darmgrippe im Haus aufgehalten habe, der dann am Dienstag mit seiner Mutter abgereist sei: „Auch auf diesem Wege könnte die Infektion eingeschleppt worden sein.“

Hendrik Klein, Pressesprecher des Märkischen Kreises, erläuterte auf Anfrage, dass das Kreisgesundheitsamt auch die Infizierung mit dem hoch ansteckenden Norovirus oder Salmonellen nicht ausschließe. „Wir werden diesem Verdacht auf jeden Fall nachgehen. Unsere Lebensmittelüberwachung, Veterinäre und Mitarbeiter des Kreisgesundheitsamtes sind vor Ort“, berichtete Klein weiter. Positiv sei allerdings, so der Pressesprecher weiter, dass die Erkrankung schnell wieder abklinge.

Die Experten des Märkischen Kreises nahmen in Haus Nordhelle Lebensmittelproben und versuchten durch Gespräche die Ursache der Erkrankung herauszufinden. Dazu wurden auch Familienangehörige der Erkrankten kontaktiert. Das gestaltete sich recht schwierig, weil die kranken jungen Männer laut Klein aus allen Teilen des Landes stammen. Mit einem Ergebnis der Untersuchungen ist wohl erst in einigen Tagen zu rechnen.

Anhaltspunkte, dass Speisen aus der hauseigenen Küche für die Infektionswelle verantwortlich waren, gibt es laut Kersten bislang nicht. „Die jungen Leute haben am Mittwoch im Haus, aber viele auch außerhalb gegessen. Unsere Küche wurde untersucht, es gab keinen Grund für Beanstandungen“, berichtet der kaufmännische Leiter und fügt hinzu: „Von den Behörden wurde auch kein Belegungsverbot ausgesprochen.“

Sicherheitshalber hat das evangelische Gymnasium Meinerzhagen, dessen Mensa mit Essen aus Haus Nordhelle beliefert wird, dennoch die Schulverpflegung eingestellt – allerdings nur für zwei Tage. Somit bleibt die Mensa heute und morgen „dicht“. Dabei handele es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, heißt es. „Wir werden den Eltern das Essensgeld für diese Tage natürlich gutschreiben“, kündigte Kai-Uwe Kersten an.

Eckhard Kessler, stellvertretender Meinerzhagener Schulleiter, stellt dem Essen von Haus Nordhelle darüber hinaus generell Bestnoten aus: „Wir habe damit bislang nur die besten Erfahrungen gemacht.“ ▪ beil

Rubriklistenbild: © van de Wall

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