Jugendzentrum: Warnung vor Abzocke im Internet

+
Anschaulich verdeutliche Rechtsanwalt Teschner die dubiosen Maschenschaften einiger Firmen im Internet.

MEINERZHAGEN ▪ Im Internet gibt es praktisch alles zu kaufen, was es auch in Läden gibt und so werden Internetbestellungen immer häufiger zum Bestandteil unseres täglichen Lebens. Viele Anbieter wollen aber nur schnell Geld verdienen.

Sie stehen mit Info-Diensten in Verbindung, die reine Abzockfirmen sind, begann Rechtsanwalt Christian Teschner seinen Vortrag zum Thema „Hilfe, mein Kind war im Internet und jetzt kommt die Rechnung“. Dazu begrüßte der Fachmann zahlreiche Besucher am Montagabend im Meinerzhagener Jugendzentrum.

Teschner bringt viele Beispiele mit

„Was passiert, wenn ich bei Google Stichworte eingebe?“ Man könne sicher sein, dass sich unter den ersten fünf der genannten Adressen, immer auch Betrüger finden. Anhand verschiedener Beispiele zeigte Rechtsanwalt Teschner auf, dass vermeintlich kostenlose Angebote letztlich doch etwas kosten. Wie diese versteckten Hinweise auf den Internetseiten erkannt werden und wie diese Kostenfallen umgangen werden können, erklärte Teschner an konkreten Beispielen, welche die Machenschaften von Abzockfirmen aufdeckten. Man könne sich aber dagegen wehren, so Teschner.

Ausführlich informierte der Fachmann über juristische Abläufe, über das Transparenzgebot und das Widerspruchsrecht. Das sei im übrigen besonders lang bei Verträgen, die durch Minderjährige zustanden gekommen sind. Hier könnten die Eltern bis zu einem Jahr nachträglich die Genehmigung der Verträge verweigern. Auf jeden Fall sollten die Betroffenen die erhaltenen Rechnungen nicht einfach zur Seite legen, sondern darauf reagieren. Wie das aussehen sollte, dazu erhielten die Anwesenden wertvolle Informationen. Während die Abzockemachenschaften „nur“ gegen das Transparenzgebot verstießen, sind die Urheberrechtsverletzungen, die beispielsweise beim Herunterladen von Musik in Tauschbörsen entstünden, wesentlich gefährlicher.

Abmahnung nach Urheberrechtsverletzungen

„Seit einem Jahr werden Verstöße dagegen verfolgt“, informierte Teschner in seinem zweiten Schwerpunkt. Es gebe inzwischen drei große Kanzleien in Deutschland, die sich nur mit der Abmahnung nach Urheberrechtsverletzungen befassten und den Betroffenen umfangreiche Schreiben mit hohen Kostenforderungen schickten.

Mit vielen Hintergrundinfos gab Christian Teschner den interessierten Besuchern am Montag Einblicke in die Praktiken dieser Rechtsanwaltsfirmen und erklärte die komplizierten Zusammenhänge. „Wer ein Lied in der Tauschbörse herunterlädt, der macht sich strafbar und somit bestehe ein Unterlassungsanspruch, erklärte Christian Teschner.

Man sollte keinesfalls einfach zahlen – nur eine Reaktion sei unbedingt erforderlich. Man dürfe diese Schreiben nicht einfach ignorieren. Wie man diese Ansprüche erfüllen könne ohne den hohen Kostenforderungen nachzukommen, zeigte Teschner anschaulich auf. Er riet den Betroffenen, eine modifizierte Unterlassungserklärung abzugeben und sich bestenfalls an einen Fachanwalt zu wenden. So könne man mit erträglichem Kostenaufwand aus dieser misslichen Lage befreit werden. Eindringlich warnte Teschner die Anwesenden davor, Tauschbörsen zu benutzen. ▪ Bärbel Schlicht

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare