Jugendliche aus aller Welt „verewigen“ sich im Wald

Einen gemalten Zukunftsbaum überreichten die Jugendlichen zum Abschluss ihres Projektes an die Organisatoren.

MEINERZHAGEN ▪ Einen kleinen Teil der Vereinten Nationen repräsentierten 16 Jugendliche, die zum „Internationalen Jugend-Workcamp“ ins Ebbegebirge einrückten. Vor dem Hintergrund, dass 2011 zum „Internationalen Jahr der Wälder“ ausgerufen wurde, hatten der Landesbetrieb Wald und Holz sowie der Friedensdienst Youth Action For Peace (yap-cfd) dazu eingeladen.

Mit praktischen Arbeiten in Wald und Forstbetrieb, aber auch mit einem umfangreichen Besichtigungsprogramm wartete das betreuende Regionalforstamt Kurkölnisches Sauerland auf.

Zum Abschluss ihres 14-tägigen Aufenthaltes bekamen die Gäste bei einer finalen Pflanzaktion am Hubertusweg motivierende Unterstützung: Landrat Thomas Gemke, der Herscheider Bürgermeister Uwe Schmalenbach und Forstdirektor Klaus Lomnitz griffen in die Pflanzenkiste. Die Revierförster Matthias Borgmann, Markus Ingenohl und Martin Barth hatten ein wachsames Auge darauf, und die Forstwirt-Azubis um Ausbilder Andreas Hornbruch packten ordentlich mit an.

Mit 3000 Pflanzen war die Kyrillfläche zu bestocken. Lärchen waren schon da, Ebereschen auch, Fichten sowieso. Die Natur erobert jede Brachfläche im Nu. Doch hinsichtlich der gebotenen wirtschaftlichen Nutzung des Waldes als Holzproduzent wird in unserer Kulturlandschaft nur Weniges dem Zufall überlassen. Auch im Staatswald mit Vorzeigefunktion gelten daher die Grundsätze und Systeme einer nachhaltigen und umweltfreundlichen Forstwirtschaft. Rotbuche und Weißtanne, letztere mit Drahtschutz gegen Wildverbiss versehen, sollen sich hier zu einem zukunftsfesten Mischwald entwickeln.

„Der Wald, der den Märkischen Kreis zu fast 50 Prozent bedeckt, stellt hier einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar“, betonte Landrat Gemke, der seine Ansprache in englischer Sprache vorbereitet hatte. Ein ökologisch verantwortungsvoller Umgang mit dem Lieferanten des Bau-, Werk- und Rohstoffes Holz sowie dessen energetische Nutzung sei zudem von globaler Bedeutung. Mit geschärftem Bewusstsein und erweitertem Wissen könnten die Jugendlichen nun in ihren Ländern dafür werben. Die Bedeutung der Wälder für den Klima- und Wasserschutz sowie als Lebensraum vieler Tier- und Pflanzenarten erfuhren die Teenies bei Arbeiten in Sachen Naturschutz. „In Feuchtgebieten des Ebbe wurde unerwünschte Fichten-Naturverjüngung entfernt“, erklärte Klaus Lomnitz.

Informationen zum Thema bekamen die Aktivisten auch bei der Besichtigung des Bürgerwindparks Hilchenbach, der Pelletproduktion und Holzverstromung im Sägewerk Baust in Eslohe und im Informations- und Demonstrationszentrum für erneuerbare Energien ( I.D.E.E. e.V.) in Olsberg. Eine vom Ruhrverband geführte Begehung des Biggedammes ergänzte das Bildungsangebot.

„Als Multiplikatoren für den Nachhaltigkeitsgedanken gehen die jungen Leute jetzt in ihre Heimatländer zurück“, zog der Forstdirektor eine positive Bilanz. Neben neuen Eindrücken nehmen sie noch etwas mit, das supergut ankam: Thomas Gemke überreichte USB-Sticks.

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