Ab Februar wieder Normalbetrieb

Fast alles ist geregelt – Flüchtlinge können kommen

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Für die Unterbringung der 150 Flüchtlinge, die Anfang Oktober in der Jugendherberge erwartet werden, bietet das Haus an der Bergstraße optimale Bedingungen.

Meinerzhagen - Die Weichen für die Unterbringung von 150 Flüchtlingen in der Meinerzhagener Jugendherberge sind gestellt. Jugendherbergswerk und Land NRW – vertreten durch die Bezirksregierung Arnsberg – haben Fakten geschaffen.

Von Oktober 2015 bis einschließlich Januar 2016 soll der Gebäudekomplex an der Bergstraße zweckentfremdet werden und nicht mehr für Touristen zur Verfügung stehen.

Dass das reibungslos möglich ist, glaubt Simon Drath, Pressesprecher des Jugendherbergswerkes Westfalen-Lippe: „Das Haus ist renoviert und eignet sich hervorragend für die Flüchtlingsunterbringung.“ Für vier Monate ist ab Oktober also Vollbelegung angesagt.

Was allerdings in dieser Zeit aus dem in der Jugendherberge beschäftigten Personal wird, dazu äußerte sich Drath am Dienstag auf MZ-Anfrage vorsichtig: „Die Planung ist noch nicht abgeschlossen, daher können wir hierzu keine Aussage treffen.“

Anders als beispielsweise in der städtischen Flüchtlingsunterkunft an der Immecker Straße, wo die Bewohner selbst kochen, ist in der Jugendherberge laut Drath Vollverpflegung für die künftigen „Gäste auf Zeit“ geplant. Bezahlt wird das alles vom Land. Der städtische Haushalt wird laut Bürgermeister Jan Nesselrath nicht belastet. Simon Drath: „Wir werden beim Essen natürlich Rücksicht nehmen auf muslimische Bewohner.“

Der Pressesprecher des Jugendherbergswerkes befürchtet darüber hinaus nicht, dass die Schließung auf Zeit Auswirkungen auf den „normalen“ Betrieb haben wird, der ab Februar 2016 wieder eingeführt werden soll. „Unsere Werbung läuft weiter. Außerdem beginnt dann ja auch wieder die Saison der Klassenfahrten.“ Im Vorfeld der geplanten Schließung mussten allerdings einige Umbuchungen bei Kunden vorgenommen werden, die für den betreffenden Zeitraum bereits ein Zimmer reserviert hatten. Drath: „Größere Probleme gab es allerdings nicht.“

Dirk Lellwitz ist Sprecher des Meinerzhagener Arbeitskreises Flüchtlinge. Er fühlte sich etwas „überfahren von der Entwicklung“: „Ich habe von den Planungen am Montag über www.come-on.de, das Internet-Portal des Märkischen Zeitungsverlages, erfahren. Deshalb bin ich jetzt erst einmal dabei, mit unserem Vorstand zu sprechen. Was die 150 Flüchtlinge in der Jugendherberge betrifft, werden wir uns sicherlich bei ihnen umsehen und uns ein Bild davon machen, wie sie betreut werden. Um selbst aktiv zu werden, dürften unsere personellen Möglichkeiten allerdings kaum ausreichen. Uns geht es bei den in Meinerzhagen dauerhaft untergebrachten Menschen eher um deren langfristige Integration.“

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