Flüchtlings-Unterkunft soll aufgegeben werden

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Im WSV-Heim an der Schanze sind inzwischen ebenfalls „städtische“ Flüchtlinge untergebracht. Maximal 35 Personen können dort einquartiert werden.

Meinerzhagen - Eigentlich war angesichts des Flüchtlingszustroms davon auszugehen, dass die Jugendherberge an der Bergstraße auch nach dem 31. Januar von der Bezirksregierung Arnsberg weiter als Erstaufnahme-Einrichtung genutzt werden würde. Das scheint allerdings nicht der Fall zu sein.

Für die Stadt könnte das bedeuten: Die bis zu 138 Flüchtlinge, die dort maximal untergebracht werden können, würden auf das kommunale „Kontingent“, das jeder Stadt nach einem bestimmten Schlüssel vorgegeben wird, angerechnet.

Unterdessen hat man im Rathaus reagiert: Zwar hoffen die Verantwortlichen dort noch immer, dass die Jugendherberge auch nach dem 31. Januar vom Land wie bisher genutzt wird, mit dem Heim des Westdeutschen Skiverbandes an der Schanze wurde inzwischen allerdings eine weitere Unterkunft angemietet, die bereits mit „städtischen“ Flüchtlingen belegt wurde. Maximal können dort 35 hilfesuchende Menschen untergebracht werden.

Rückblende: Ab Oktober 2015 hatte das Land die Jugendherberge komplett vom Deutschen Jugendherbergswerk angemietet, um Platz für die Unterbringung von Flüchtlingen zu schaffen. Die Kosten dafür wurden komplett übernommen, die Stadt bleibt außen vor. Der Vertrag mit dem Jugendherbergswerk als Eigentümer der Immobilie war bis zum 31. Januar befristet. Noch zuletzt hatte Bürgermeister Jan Nesselrath allerdings betont, dass man eine darüber hinaus gehende Belegung durchaus wünsche. An diesem Standpunkt hat sich nichts geändert – auch nicht nach der „Absage“ durch die Bezirksregierung vom Dienstag. Jan Nesselrath gegenüber der MZ: „Es stehen noch Gespräche mit der Bezirksregierung aus, in denen wir hoffen, dass wir eine weitere Nutzung der Jugendherberge durch das Land erreichen können. Mit dem Deutschen Herbergswerk haben wir bereits Kontakt aufgenommen. Dort bestehen keine Bedenken, das Haus auch weiterhin zur Verfügung zu stellen.“ Dass die Stadt die Gebäude an der Bergstraße für die Unterbringung von „eigenen“ Flüchtlinge nutzt, schließt der Bürgermeister aber aus: „Das können wir finanziell nicht stemmen.“

Welchen Ausgang die Gespräche in Arnsberg über die Zukunft der Erstaufnahmestelle an der Bergstraße nehmen werden, lässt sich aus städtischer Sicht kaum vorhersehen. Am Dienstag äußerte sich Pressesprecher Benjamin Hahn von der Bezirksregierung auf MZ-Anfrage jedenfalls deutlich: „Der Vertrag läuft Ende Januar aus. Wenn es Planungen geben würde, das Haus als Erstaufnahme-Einrichtung weiter zu betreiben, wäre das alles jetzt schon in trockenen Tüchern. Davon ist uns aber nichts bekannt.“

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