Zunächst für vier Monate

150 Flüchtlinge ziehen in die  Meinerzhagener Jugendherberge ein

150 Flüchtlinge werden vom Land NRW ab Oktober in der Jugendherberge an der Bergstraße untergebracht. - Foto: Holz

Meinerzhagen - Die Jugendherberge Meinerzhagen wird ab dem 1. Oktober als Flüchtlingsunterkunft genutzt. Eine entsprechende Vereinbarung trafen jetzt das Land Nordrhein-Westfalen, vertreten durch die Bezirksregierung Arnsberg, und das Deutsche Jugendherbergswerk als Träger der Jugendherberge Meinerzhagen. Das teilte am Montag Bürgermeister Jan Nesselrath mit.

Weiter heißt es in der Pressemitteilung: „Das Gebäude bietet rund 150 Personen Platz, der zunächst für vier Monate durch das Land Nordrhein-Westfalen als Unterkunft genutzt wird.“ Für den Tourismus, so die Stadt weiter, stehe die Jugendherberge damit bald nicht mehr zu Verfügung. Das, so Bürgermeister Jan Nesselrath, habe man mit gemischten Gefühlen zur Kenntnis genommen.

Nesselrath weiter: „Neben der hiesigen werden noch zwölf weitere Jugendherbergen zur Unterbringung von Asylbegehrenden genutzt, so dass insgesamt 1826 Menschen auf diese Weise eine Unterkunft finden werden. Der Grund für diesen Schritt ist die übergreifend angespannte Situation in der Flüchtlingsunterbringung: Nach Erkenntnissen der Bezirksregierung Arnsberg wird die Zahl der Asylsuchenden weiter ansteigen, wobei in den Monaten von Oktober 2015 bis Januar 2016 mit den höchsten Flüchtlingsströmen gerechnet wird. Die Kapazitäten der bestehenden Unterbringungseinrichtungen des Landes werden allen Vermutungen zufolge dafür nicht ausreichen, so dass die Bezirksregierung Arnsberg nun entsprechende Maßnahmen plant und auf 13 Jugendherbergen im Land zurückgreift.“

Kosten trägt das Land

Die künftig in der Jugendherberge an der Bergstraße untergebrachten Flüchtlinge würden laut Stadt durch die Bezirksregierung Arnsberg betreut und auch auf Kosten des Landes versorgt. Was die schon in Meinerzhagen lebenden 170 Flüchtlinge betreffe, werde es keine Änderung geben, heißt es in der Mitteilung weiter. „Sie werden auch weiterhin durch die Stadt betreut. Die nun vereinbarte Zusammenarbeit zwischen Bezirksregierung Arnsberg und dem Jugendherbergswerk kam überraschend – grundsätzlich wäre für die Stadt Meinerzhagen eine andere Vorgehensweise vorstellbar gewesen.“

Bislang rechnete die Stadtverwaltung nach eigener Aussage weiter mit einer kontinuierlich steigenden Zahl an Flüchtlingen, man suchte bereits in den vergangenen Monaten intensiv nach zusätzlichen Unterbringungsmöglichkeiten. „Die Sanierung der bestehenden Flüchtlingsunterkunft an der Immecker Straße war Teil des Maßnahmenkatalogs für eine angemessene Unterbringung der asylsuchenden Menschen. Auch die Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern trug in den letzten Monaten dazu bei, die teils schwierige Situation für die Flüchtlinge in der Stadt positiv zu gestalten. Nun wird das städtische Kontingent aufgrund der neuen Zuteilung unter Zuständigkeit der Bezirksregierung Arnsberg nicht weiter aufgestockt, so dass keine weiteren erheblichen Mehraufwendungen auf den städtischen Haushalt entfallen“, schreibt Bürgermeister Nesselrath.

Nachdem die Entscheidung für die Nutzung der Jugendherberge gefallen ist, will die Stadt Meinerzhagen laut Nesselrath den weiteren Verlauf positiv begleiten: „Wir haben mit gemischten Gefühlen zur Kenntnis genommen, dass die Jugendherberge bald nicht mehr für den Tourismus zur Verfügung steht“, so der Bürgermeister.

„Unabhängig von den Entscheidungswegen müssen wir aber vor allem an die Menschen denken, die nach der Flucht aus ihrer Heimat nun zu uns kommen. Daher konzentrieren wir uns als Stadt weiter darauf, ihnen schnell und wirksam zu helfen und ein Umfeld zu bieten, in dem sie zunächst zur Ruhe kommen können.“

Touristischer Betrieb wieder ab Februar 2016

Simon Drath ist Pressesprecher des Jugendherbergswerkes, Landesverband Westfalen-Lippe. Er bestätigte die Planungen am Montag und betonte im Gespräch mit der MZ, dass man in dem Meinerzhagener Haus ab Februar 2016 wieder den normalen touristischen Betrieb aufnehmen will. „Die Flüchtlingsunterbringung ist nur eine vorübergehende Maßnahme“, so Drath.

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