Hospiz-Planungen auf Eis gelegt

Claudius Hasenau (links) und Rolf Lutz sahen sich im August vergangenen Jahres in der ehemaligen Jugendherberge an der Bergstraße um. Damals gingen beide noch davon aus, dass die Einrichtung zu einem Hospiz umgebaut wird. - Archivfoto: Beil

Meinerzhagen - Eigentlich sollte in der ehemaligen Jugendherberge an der Bergstraße ein Hospiz entstehen. Dass diese Planungen noch realisiert werden, scheint momentan aber sehr fraglich. Was ist passiert?

Die Gelsenkirchener Investorengemeinschaft, die auch die einstige Hauptschule an der Genkeler Straße erworben hat, komplett saniert und dort Demenz-Wohngruppen, Sozialwohnungen und frei finanzierten Wohnraum schafft, ist auch Eigentümer der Immobilie an der Bergstraße. Zu den fünf Investoren gehörte auch Petra Hasenau, Schwester des APD-Geschäftsführers Claudius Hasenau, ebenfalls einer der Investoren.

Völlig überraschend verstarb Petra Hasenau Anfang dieses Jahres. Rolf Lutz, ein weiterer Investor und Sprecher der Gruppe: „Das Hospiz war Herzensangelegenheit von Petra Hasenau. Nach ihrem Tod ist nun noch nicht abschließend geklärt, was dort passiert. Der Gebäudekomplex befindet sich in unserem Besitz und wir werden ihn – in welcher Form auch immer – künftig nutzen. Zurzeit sind dort von der Stadt etwa 60 Flüchtlinge untergebracht, so dass das Haus erst einmal belegt ist.“

Petra Hasenau gründete im Jahr 1986 die Ambulanten Pflegedienste Gelsenkirchen (APD). Die Hospiz-Planungen in Meinerzhagen wurden maßgeblich von ihr vorangetrieben. Sie selbst war ausgebildete Krankenschwester mit Zusatzqualifikationen, auch im Bereich Palliativpflege. Die ihr zugedachte leitende Position in der Einrichtung an der Genkeler Straße in Meinerzhagen soll nun laut Rolf Lutz ihre jüngere Schwester Theresa Hasenau übernehmen.

Durch den für alle überraschenden Tod der Investorin schrumpfte die Gruppe auf vier Mitglieder. Ihr gehören neben Rolf Lutz und Claudius Hasenau noch der Ehemann der Verstorbenen, Hans-Werner Rössing, und Mike Sternkopf an. Dieses Quartett wird die Planungen an der Genkeler Straße weiter wie geplant durchziehen. Der Baufortschritt sei gut, Ende des Jahres könne man in der ehemaligen Hauptschule den Betrieb wie geplant aufnehmen, erläuterte Lutz am Donnerstag auf MZ-Anfrage.

Allerdings hatten die verbleibenden Investoren nach dem Tod von Petra Hasenau einige Probleme aus dem Weg zu räumen. Rolf Lutz dankt in diesem Zusammenhang der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen: „Dass wir das Projekt weiter und ohne Baustopp durchziehen konnten, wurde erst möglich durch die Sparkasse.“ Die Verträge seien einst von fünf Investoren unterschrieben worden. „Petra Hasenau stand mit im Grundbuch. So lange die Formalitäten mit dem Erbschein nach ihrem Tod noch nicht erledigt waren, waren uns die Hände gebunden. In dieser Zeit hat man uns seitens der Sparkasse sehr geholfen. Doch nun ist alles erledigt, es geht weiter wie bisher“, ist Rolf Lutz zuversichtlich.

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