Realistische Übung

Schreckensszenario an Grundschule

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Nur wenig Sicht: Die Brandetage war mittels Nebelmaschine in dichten Rauch gehüllt worden.

Meinerzhagen - Es ist der Albtraum eines jeden Feuerwehrmannes, einer jeden Feuerwehrfrau: Dichter Rauch dringt aus einem Fenster im Obergeschoss der Grundschule „Auf der Wahr” Löschfahrzeuge, die mit Blaulicht und Einsatzhorn auf den Schulhof fahren und eine Schulleiterin, die hektisch auf die Einsatzkräfte zu rennt und ruft: „Es sind noch Kinder in der Klasse!”

Ein Schreckensszenario – diesmal zum Glück nur im Rahmen einer Übung. Ein spannendes und forderndes Umfeld hatten sich die Betreuer der Jugendfeuerwehr Meinerzhagen am vergangenen Wochenende für die Jahresabschlussübung ihrer Schützlinge ausgedacht.

In einem Klassenraum der Grundschule war ein Feuer ausgebrochen, das gleich mehrere Schüler im dichten Brandrauch einschloss. Zudem drohten die Flammen auf die Dachhaut über zu springen und sich so auch auf andere Gebäudeteile auszubreiten. 

Schnell wurde durch den Einsatzleiter die Lage erkundet, und eine Einteilung der Einheiten vorgenommen: Eine Gruppe kümmerte sich um den Aufbau der Wasserversorgung vom Hydranten, eine andere rüstete sich mit einer selbst gebauten Nachbildung der Atemschutzgeräte aus, um ein möglichst realistisches Übungsgefühl zu bekommen, und drang zur Menschenrettung in das Gebäude ein. Dort erwartete die Jugendlichen eine äußerst anspruchsvolle Lage.

Die Brandetage war mittels Nebelmaschine stark verraucht worden – die Sicht im „Brandraum” lag annähernd bei null. So mussten sich die angehenden Brandbekämpfer ganz auf ihren Tastsinn sowie das Gehör verlassen, um die im Klassenraum versteckten Kinder aufzuspüren und zu retten.

Einsatzort: Die Grundschule „Auf der Wahr“ war Schauplatz der Übung.

„Ein absolut realistisches Szenario, welches im Einsatzfall genau so geschehen kann“, berichtet die Wehr. Im Außenbereich rettete die Besatzung der Drehleiter zeitgleich eine verletzte Person von einer Balustrade und leitete anschließend die sogenannte Riegelstellung in Richtung Dachhaut ein. 

Mit dieser Taktik würde im Realfall verhindert, dass sich das Feuer unkontrolliert auf weitere Gebäudeteile ausbreitet. „Das durch die Betreuer geschaffene Umfeld ließ die Teilnehmer schnell vergessen, dass es sich hier nicht um einen Ernstfall handelt. 

Umso stolzer waren die Jugendlichen deshalb, als Wehrleiter Thomas Decker – welcher sich neben anderen Führungskräften die Übung angesehen hatte – in der anschließenden Manöverkritik ein großes Lob für die gezeigte Leistung aussprach“, heißt es rückblickend von den Verantwortlichen. Limo und Bratwurst, die durch die Einsatzabteilung der Feuerwehr spendiert wurden, schmeckten allen Beteiligten danach gleich doppelt so gut.

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