Jugendfeuerwehr übt auf der Listertalsperre

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Am Bootsanlegesteg in Kalberschnacke probte die Jugendfeuerwehr das Vorgehen bei einer Verunreinigung des Wassers mit Öl. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Übung macht den Meister, so ist das auch bei der Feuerwehr. Und damit die Männer und Frauen fit sind, wenn es einen Ernstfall gibt, müssen immer wieder Übungen durchgeführt werden. So auch am Mittwochabend von der Jugendfeuerwehr vor dem Fußballspiel.

Die Wasseroberfläche glitzert in der Sonne, einige Sonnenanbeter haben ein ruhiges Fleckchen am Wasser gefunden – Sommeridylle an der Listertalsperre. Doch plötzlich ändert sich das Bild, mehrere Feuerwehrwagen rollen an. Am Bootsanlegesteg in der Kalberschnacke ist jetzt einiges los. Drei Enten nehmen schnell Reißaus als „Flori“, das kleine Rettungsboot des Löschzugs Haustadt zu Wasser gelassen wird.

David Sachs steigt zuerst ein, er ist der Bootsführer. Nach ihm klettern drei Mitglieder der Jugendfeuerwehr in das schaukelnde Gefährt. „Wir proben heute den Einsatz bei einer Verunreinigung des Talsperrenwassers durch Öl“, erklärt Jens Sauer, der stellvertretende Leiter der Jugendfeuerwehr. Das Szenario: Nach einem Brand in einem Ferienhaus am Rande der Talsperre ist der Heizöltank geschmolzen. Ein Teil des Öls ist in die Talsperre gelangt. Während einige der jungen Einsatzkräfte Schläuche verlegen und sich den bereits häufiger geprobten Löscharbeiten widmen, sehen sich die übrigen mit vollkommen neuen Herausforderungen konfrontiert: Zunächst einmal schlüpfen Patrick Kattwinkel und Niklas Müller in rote Gummianzüge – so genannte „Überlebensanzüge“ – die ihren Träger auch bei Minusgraden trocken und warm halten. Die Overalls verhindern außerdem, dass die Einsatzkräfte bei einer Bewusstlosigkeit untergehen, da sie immer mit der Bauchseite nach oben schwimmen. Die beiden Anzugträger sind mit Seilen gesichert und haben die Aufgabe, das „Öl“ mit Hilfe einer Ölsperre – eine Art schwimmender Schlauch – an einer Stelle der Bucht zusammendrängen.

Jetzt kann die Bootsbesatzung die Verunreinigungen abschöpfen. „Im Ernstfall wäre das Öl vorher mit einem Bindemittel gebunden worden“, erklärt Sauer. Am Mittwochabend fischten die jungen Einsatzkräfte natürlich kein Öl, dafür aber jede Menge Äste, Blätter und Grillkohle aus dem Wasser. Mit Tipps und Erklärungen standen den Kindern und Jugendlichen neben Jens Sauer auch Birger Schmidt, Leiter der Jugendfeuerwehr, und einige Helfer des Löschzugs Haustadt zur Seite. Nach getaner Arbeit wurde das Equipment in Windeseile zusammengepackt – schließlich wollten alle pünktlich zum Anpfiff der Partie Deutschland gegen Ghana vor dem Fernseher oder beim Public Viewing sein.

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