Jürgen B. Hausmann taucht in der Stadthalle in Erinnerungen ein

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Meinerzhagen – Wer am Samstagabend vor lauter Lachen nicht sein Rippenfell spürte, der dürfte weit weg von jeglichem Humor leben. Jürgen B. Hausmann, Kabarettist aus Alsdorf bei Aachen, war auf Einladung von KuK (Verein für Kommunikation und Kultur) in die Meinerzhagener Stadthalle gekommen und sorgte für kurzweilige, humorvolle Stunden.

Ausverkauft war die Veranstaltung in der Stadthalle und das schon lange vor der Aufführung. Das Publikum gehörte eher zum gesetzteren Alter, doch das ist sein Publikum. Jürgen B(eckers) Hausmann spricht gerade dieses Publikum an und das zeigte sich besonders empfänglich für ihn. „Jung, wat biste jroß geworden!“ ist sein neuestes und auch sein Jubiläumsprogramm, mit dem er zusammen mit Harald Claaßen am Keyboard durch die Lande tourt. Seit 20 Jahren ist er so unterwegs, doch im Karneval schon viel länger – drei mal elf Jahre. 

Kindheitserinnerungen, Erinnerungen aus der Jugend, einfach Erinnerungen aus seinem ganzen Leben kramte Jürgen B. Hausmann aus den Tiefen seines Gedächtnisses hervor. Viele davon verglich Hausmann mit heutigen Gepflogenheiten und immer wieder gelang es ihm dabei, sein Publikum zum Lachen zu bringen. Er bekam Gefallen am Meinerzhagener Publikum und bedauerte, nicht schon früher hierher gekommen zu sein. „Ihr seid ein interessantes Publikum“, lobte er die Besucher in der Stadthalle. „Für die Stimmung ist ein dooferes allerdings besser“, relativierte er, nicht ganz ernst gemeint.

Weit zurück griff Jürgen B. Hausmann in seine Erinnerungen. So waren Familienfeiern der Beginn seiner bewussten Wahrnehmung und er erkannte schon bald den PIN-Code seiner Tante: 4711. Ein Muss für Kinder war damals ebenso das Aufsagen von Gedichten. „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ wurde auch gleich von ihm rezitiert – doch zur Freude des Publikums nicht in der offiziellen, sondern in einer abgewandelten Fassung, wie sie gerne von spitzfindigen Schülern erfunden wird. 

Überall fand das Publikum Gemeinsamkeiten mit dem Kabarettisten, und Hausmann spielte gekonnt auf der Klaviatur der Erinnerungen. So erinnerte er unter anderem daran, dass man früher einfach alles essen konnte – war das Cholesterin doch noch nicht erfunden. Auch die Kindergeburtstage wurden Thema, bei denen mit verbundenen Augen, Messer und Gabel gegessen wurde. „Heute hätten wir das Jugendamt im Haus“, folgerte er und nahm auch das Kinderlied „Hänschen klein, ging allein“ in sein Programm auf. Mal original, mal rockig, mal im Beatles-Style oder zusammen mit Harald Claaßen als „Peeling“ – die Nähe zu Feeling war bewusst gewählt –, jede einzelne Fassung war hörenswert und ein Anlass zum Lachen. 

Kein Klischee, kein Zeitgeist wurde von Hausmann ausgelassen. Es war ein herzerfrischender Abend, in dem viele ihre Erinnerungen und sich wiederfanden.

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