Journalist und Wahl-New-Yorker Jürgen Kalwa zu Gast in Galerie Langenohl

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Der gebürtige Kiersper Jürgen Kalwa (rechts) – hier mit Galeriebesitzer Herbert Langenohl – erzählte vom Leben und Arbeiten in New York.

Meinerzhagen - Spannende Einblicke in das Leben in New York gewährte am Donnerstag der gebürtige Kiersper Jürgen Kalwa, der seit 1989 als Journalist in den USA lebt und arbeitet, bei einer Jour fixe-Veranstaltung des KuK-Vereins in der Galerie Langenohl.

Im zwanglosen Gespräch mit Johannes Opfermann von der Meinerzhagener Zeitung gab der Wahl-New Yorker bei seinem Heimspiel bereitwillig Auskunft über seinen Werdegang, der ihn von Meinerzhagen über Altena, Berlin und München in eine der faszinierendsten Metropolen der Welt führte.

Wie er ausführte, war der Titel des Abends „New York – wenn die Kohle reicht“ einer Zeile des Ulla Meinecke-Liedes „Zu fett fürs Ballett“ entliehen. Gleichsam als Einstieg in den Abend wählte Jürgen Kalwa seinen für ein Kulturmagazin verfassten „Brief an New York“, in dem er eloquent über sein ambivalentes Verhältnis zu der amerikanischen Metropole plauderte. Von einstiger Faszination und deren Abhandenkommen, dem Entschwinden und Aushauchen der Seele der Stadt war darin die Rede.

Nicht New York, sondern Berlin sei für ihn der größte Sprung im Leben gewesen, bekannte der Sport- und Kulturjournalist, der unter anderem für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Neue Zürcher Zeitung und den Deutschlandfunk arbeitet.

Zahlreiche Zuhörer verfolgten bei der Jour fixe-Veranstaltung des KuK-Vereins gespannt Kalwas Ausführungen.

„Ich konnte mich einleben in die große Stadt. Die anderen Stationen waren nur eine Steigerung“, erläuterte er. New York habe er zunächst durch Reisen kennengelernt. „Ich fand es schwer zu verkraften, aber auch magnetisch.“ Durch seine Ehefrau, die bereits in New York gelebt hatte und dort eine Korrespondentenstelle erhielt, sei er letztlich nach Amerika gekommen. Als „gut dosiert“ bezeichnete er seine anfängliche Begegnung mit der pulsierenden Stadt.

Nach seinen ersten Geschichten in den USA befragt, kam der Journalist mit Musikwissenschafts-Studium auf das legendäre Open-Air-Konzert in Woodstock, das eigentlich im rund 100 Kilometer entfernten Bethel stattfand, zu sprechen. Drei verschiedene Geschichten für drei Magazine seien daraus entstanden.

An persönlichen Erinnerungen an den 11. September 2001 und die Terroranschläge auf das World Trade Center ließ Kalwa teilhaben. New Yorker würden in Katastrophen-Situationen nie wirklich panisch reagieren, erklärte er. „In New York wäre keiner auf die Idee gekommen, Truppen in den Irak zu schicken.“ In dieser Hinsicht sei New York anders als der Rest der USA.

Von seinen Reisen durch das Land, dem Extrem-Radrennen „Race across America“ samt dazugehöriger Anekdote (die Geschichte erschien am Ende nicht), Lance Armstrong und Doping sowie sein neues Projekt Dirk Nowitzki, das er im Frühjahr in Angriff nehmen möchte, plauderte Jürgen Kalwa in der Galerie Langenohl.

Anders als manch anderer Sportjournalist habe er „fast die gesamte Palette“ sportlicher Themen abdecken können. Wie er erzählte, interessieren ihn die Geschichten, die hinter dem Sport stehen. Er arbeite multimedial, weil „ich mich das traue.“ Nach den Dingen befragt, die er noch machen möchte, nannte Kalwa unter anderem einen Dokumentarfilm über die Insel St. Helena, auf der Napoleon starb. Fragen aus Reihen des Publikums zielten auf die amerikanische Politik, Rassismus, Trump und Bernie Sanders. „Trump ist eine Figur, die den Rassismus, der sich hochgeschaukelt hat, bedient“, meinte der gebürtige Kiersper.

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