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Trotz Gegenwehr: Kirche aus 1960er-Jahren wird Denkmal

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Von: Klaus Schliek

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Blick auf die Johanneskirche Meinerzhagen
Die Johanneskirche auf der Birkeshöh soll nach dem Willen des Denkmalschutzamts zum Denkmal werden. © Göran Isleib

Für Unverständnis und Unmut sorgt das Landesamt für Denkmalpflege unter den Mitgliedern des Ausschusses für Sport, Kultur und Denkmalpflege. 

Meinerzhagen - Die beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe in Münster angesiedelten Denkmalschützer halten die am 24. September 1967 mit einem Festgottesdienst eröffnete Johanneskirche am Inselweg für schützenswert. „Das kann für die Evangelische Kirchengemeinde als Eigentümer sehr belastend werden“, gab Volkmar Rüsche (CDU) zu bedenken.

Das gesamte Gemeindezentrum wäre betroffen

Entsprechend hat sich die Kirchengemeinde gegen den Eintrag in die Denkmalliste der Stadt ausgesprochen. Betroffen von der Unterschutzstellung wäre das gesamte „zeittypische umfangreiche Gemeindezentrum“, wie es in der Beschreibung zu der Immobilie heißt. Dabei handelt es sich um die Kirche mit ihrem auffälligen dreieckigen Turm, um den daran angebauten Kindergarten mit den darunter liegenden Gemeinderäumen sowie um das angrenzende Wohnhaus.

Am 17. September 2017 hat die Gemeinde im Rahmen eines Festgottesdienstes das 50-jährige Bestehen von Kirche und Gemeindezentrum gefeiert. Die Predigt hielt Pastor Ernst Kreutz, der ab 1967 der erste Pfarrer in dem neu geschaffenen Bezirk war. Das evangelische Gemeindezentrum bot damals den vielen Neubürgern im Norden der Stadt einen Mittelpunkt für ihr religiöses und gesellschaftliches Leben.

Außerdem war die Johanneskirche Bestandteil der 1968 eröffneten Evangelischen Landesschule zur Pforte. Diese existierte bis zum Ende der 1990er-Jahre auf dem Gelände oberhalb der Kirche. Nach der Schließung wurden die zentralen Gebäude im Jahr 2005 abgerissen. Bestand hatten nur das heute privat genutzte Haus des Rektors und der Sportplatz.

Mit der Zeit hat das Gemeindezentrum am Inselweg an Bedeutung verloren. Das wirft Fragen nach der zukünftigen Nutzung auf; und auf die hat der Denkmalschutz eine erhebliche Auswirkung. „Das lässt sich nicht einfach beiseiteschieben“, betonte Volkmar Rüsche.

Dennoch blieb den Bürgervertretern im Fachausschuss nur die Möglichkeit, dem Antrag mit neun Ja-Stimmen, fünf Gegenstimmen und drei Enthaltungen zuzustimmen. Faktisch haben sie keinen Einfluss auf den Entscheid der Denkmalbehörde. Eine absurde Situation, die dringend reformbedürftig ist, befanden viele der Ausschussmitglieder.

Eisenbahnviadukt über der Genkeler Straße
Das Eisenbahnviadukt über der Genkeler- und Derschlager Straße soll ein Denkmal werden. © Frank Zacharias

Ohne Aussprache stimmte das Gremium anschließend der Aufnahme des Eisenbahnviadukts über die Derschlager und Genkeler Straße zu. Es gehört zu der im Zeitraum von 1912 bis 1927 gebauten Bahnstrecke von Meinerzhagen nach Krummenerl. Die ursprünglich bis Olpe geplante Verbindung wurde zur Sackgasse und nur bis ins Jahr 1955 für den Personenverkehr genutzt. Die vor einiger Zeit überholte Trasse dient jedoch bis heute dem Güterverkehr. Auf der Strecke gibt es im Bereich Scherl mit der Fischbauchträgerbrücke bereits seit Längerem ein unter Eisenbahnfreunden vielbeachtetes technisches Baudenkmal.

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