Im März weitere Gespräche

"Applauskurve" Nordhelle: Fahrverbot für Motorräder droht am Wochenende

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Noch ist offen, welche Maßnahmen für die „Applauskurve“ an der Nordhelle ergriffen werden. Im nächsten Monat soll es eine Abstimmung zwischen den Behörden geben.

Valbert - Es ist still geworden um die „Applauskurve“ an der Nordhelle, was auf die Jahreszeit und das Wetter zurückzuführen ist: Motorräder sind derzeit sehr selten unterwegs. Gleichwohl wird hinter den Kulissen beraten und diskutiert, wie man das Problem des Rasens und des gefährlichen Überholens auf der Landesstraße 707 zwischen Reblin und Nordhelle in den Griff bekommen kann.

Denn alle bisherigen Maßnahmen – Tempolimit, Überholverbot, durchgezogene Linie, Rüttelstreifen, Überwachung durch das Provida-Krad der Polizei – führten nicht zum gewünschten Erfolg. Ob es noch andere Maßnahmen gibt, die auf dem Teilstück der L 707 umgesetzt werden können, vermochte Joachim Pieper, Leiter der Unfallkommission, nicht zu sagen: „Wir gehen ergebnisoffen in die Gespräche.“

Die stehen im nächsten Monat auf dem Programm. Dann kommen Vertreter des Landesbetriebs Straßen.NRW (als Straßenbaulastträger), der Kreispolizeibehörde, der Bezirksregierung Arnsberg – da die L 707 als Umleitungsstrecke für die Autobahn 45 gilt, ist Arnsberg ebenfalls zu beteiligen – und natürlich der Unfallkommission zusammen. Es gibt zwar einen Unfallschwerpunkt in der Nordhangkurve, wie Pieper sie bezeichnet, doch in der jüngeren Vergangenheit keinen mit tödlichem Ausgang.

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So sieht der Leiter der Unfallkommission derzeit eine noch größere Kontrolle durch die Polizei – wohlwissend, dass die Wachen in Meinerzhagen und Plettenberg, die für die Landesstraße 707 zuständig sind, auch entsprechend personell ausgestattet sein müssten. Ebenso ist Pieper klar, dass viele Motorradfahrer mittlerweile das Provida-Krad der Polizei, mit dem die Geschwindigkeit kontrolliert und aufgezeichnet werden kann, kennen: „Sie halten an, wenn sie es sehen, und machen mal eben eine Zigarettenpause!“

Es sei zwar nur eine Minderheit der Motorradfahrer, weiß auch Dietmar Boronowski, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde, doch deren Verhalten werde möglicherweise dafür verantwortlich sein, dass man sich „als letzte Maßnahme“ für ein Wochenend-Fahrverbot für Motorräder entscheiden könnte – so, wie es dies schon an anderen Stellen gibt. 

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Ob darüber die Mitglieder des Runden Tischs „Motorradlärm“ – zu dem Jutta Heedfeld, Leiterin des Fachbereichs Öffentliche Ordnung beim Märkischen Kreis im kommenden Monat einladen wird – bereits beraten und sprechen werden, ist noch offen.

Im Übrigen ist auch noch offen, ob und wie ein 47-jähriger Lüdenscheider für seinen „gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr“ bestraft wird. Sein Schlag mit einem Stock auf eine Motorradfahrerin hatte im September vergangenen Jahres für großes Aufsehen gesorgt, da dies gefilmt worden war. Wie Oberstaatsanwalt Dr. Gerhard Pauli auf Anfrage der Meinerzhagener Zeitung erklärt, sei der Fall noch in Bearbeitung. Ein Grund dafür sei, dass es mittlerweile mehrere Beschuldigte geben würde.

Der 47-Jährige hatte angegeben, er sei vorher von Motorradfahrern angegangen worden. Darunter seien wohl auch Jugendliche, so dass dies an die entsprechende Stelle abgegeben worden sei. Was dem Lüdenscheider droht, konnte und wollte der Oberstaatsanwalt nicht sagen. Allerdings meinte er zu der Tat: „Das ist nicht ohne.“ Nach dem Paragraphen 315b des Strafgesetzbuches „Gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr“ kann er zu einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren (nach Paragraph 315 unter Umständen sogar bis zu zehn Jahren) oder einer Geldstrafe verurteilt werden.

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