Jens Kunz regiert in Wilkenberg

Jens Kunz landete den entscheidenden Treffer, seine Königin heißt Christina Rinscheid.

WILKENBERG ▪ Dorffest in Wilkenberg: „Das sind echte Meinerzhagener Puddingarme!“, erklang der Spottruf aus den Reihen der Kontrahenten, als ein Stein weit ab von seinem Ziel zu Boden ging.

Die Teilnehmer des Königsvogelwerfens schenkten sich am Sonntag nichts, als es darum ging den neuen Regenten unter sich auszumachen. „Du sollst werfen nicht kegeln!“, rief ein Zuschauer beim nächsten fehlgeschlagenen Versuch.

Auch in diesem Jahr war der Kreis der Aspiranten mit neun Steinewerfern groß. Zudem durften sich alle Teilnehmer über ein großes Publikum freuen: Am zweiten Tag des Dorffests strömten zahlreiche Gäste auf das Gelände, um das spannende Spektakel anzusehen. Natürlich erforderte vor allem die Jagd auf die Insignien höchste Präzision. Anforderungen, denen sich nicht alle Teilnehmer gewachsen zeigten. Nach einer ausgelassenen Festnacht, die die Wilkenberger bis 3 Uhr auf ihrem Dorfplatz feierten, stellten sich bei einigen erste Anzeichen von Müdigkeit ein. Viele Steine durchschlugen weit ab von ihrem Ziel das Blätterdach der Bäume.

Plötzlich ließ ein Treffer von Thomas Wirth das Holz splittern, der rechte Flügel fiel zu Boden. Wenig später bewies Jens Kunz zum ersten Mal an diesem Tag in Bestform. Sein gut platzierter Wurf holte den linken Flügel von der Stange. Das hätte seine Mitstreiter warnen können, doch sie nutzten ihre Chancen nicht. Apfel und Zepter waren noch an Ort und Stelle, als Jens Kunz den Vogel mit einem perfekten Treffer sauber zerteilte. Krachend löste sich die rechte Hälfte des Holzadlers. Wenig später holte sich der herausragende Werfer auch noch das verbliebene Fragment und wurde von den Wilkenbergern bejubelt und auf den Schultern zum Festplatz getragen.

Zu seiner Königin wählte er Christina Rinscheid aus Hunswinkel. Der neue König ist gebürtiger Wilkenberger und lebt mittlerweile ebenfalls in Hunswinkel. Auch in den vergangenen Jahren hatte er sein Glück bereits einige Male versucht, dieses mal gelang endlich der entscheidende Treffer.

Der Sonntag hatte mit einem geselligen Frühschoppen und dem Pokalwerfen ehemaliger Könige begonnen. Diesen Wettstreit entschied Thomas Wirth für sich, nachdem er zuvor schon beide Flügel und die Insignien getroffen hatte. Gegen Mittag zog eine kleine Gruppe mit dem festlich geschmückten Traktorgespann durchs Dorf, um das zu diesem Zeitpunkt noch amtierende Königspaar Jörg und Sandra Biermann abzuholen. Noch während der geselligen Rast an der Königsresidenz, wo alle bestens bewirtet wurden, eilten einige Nachzügler hastigen Schrittes den Berg herauf, wo sie mit mildem Spott begrüßt wurden. Im Eifer des Festtrubels hatten sie den Start des Umzugs ganz vergessen. Nach der Ankunft auf dem Dorfplatz konnten sich alle bei Kaffee, Kuchen und weiteren kulinarischen Angeboten stärken, bevor es an der Vogelrute spannend wurde.

Am Abend wurde das neue Königspaar feierlich gekrönt, bevor die Wilkenberger zu Schlagern und Hits aus der Anlage der „Valberter Rockfabrik“ in eine weitere ausgelassene Partynacht starteten. ▪ ps

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare