Vorbereitung auf Karneval: Jeder Orden ist ein Unikat

Bevor die tollen Tage im Ebbedorf anstehen, ist für den Elferrat und seine Helfer mühevolle Kleinarbeit angesagt. An mehreren Abenden wurden die Orden bemalt.

Valbert - Langsam tropft die Farbe aus der gebogenen und stumpf geschliffenen Injektionskanüle und färbt den Anzug des Valberter Jägers. Carsten Engstfeld ist der Mann für alles Grüne und beweist eine ruhige Hand. Michael Meinhardt „sieht schwarz“ – immerhin um die 100 Hosen und Stiefelpaare malt er an diesem Abend an.

„Eine Mordsarbeit“, sagt er und rückt die Lesebrille zurecht, denn „ohne geht’s nicht“. Insgesamt entstehen im Ebbedorf 520 Karnevalsorden durch mühsame Handarbeit vieler Karnevalisten.

Alle großen und kleinen Aktiven auf der Bühne erhalten während der Prunksitzung am 23. Februar und auch eine Woche später beim Kinderkarneval einen Orden. „Das ist längst nicht mehr überall so“, weiß Elferratsmitglied Klaus Haferkorn und freut sich, dass die Tradition in Valbert jedoch dank vieler Helfer fortgeführt werden kann.

Die Orden-Rohlinge wurden auch bislang im Ebbedorf in Eigenregie angemalt. Tanja Scheffler und Steffi Schönenberg waren hier in den vergangenen Jahren künstlerisch aktiv. „Sie haben uns vorgewarnt, dass es viel Arbeit ist“, berichtet Elferratsmitglied Michael Meinhardt und kann dies inzwischen aus eigener Erfahrung bestätigen.

Bevor die Rohlinge gegossen wurden, entwarf Carola Hafner eine Skizze mit dem Motto, das die Valberter Narren für diese Session ausgewählt haben. „Unser Löschzug wird 125 Jahr, es gratuliert die Narrenschar“, prangt auf dem kleinen Schild mit Blaurock und Valberter Jäger. In einer Gravurwerkstatt in Troisdorf entstand schließlich der Entwurf, ehe die mehr als 500 Exemplare gegossen wurden, die zum krönenden Abschluss mit Lackfarben verziert werden. Eine echte Sisyphusarbeit, wie die Valberter Karnevalisten während ihrer abendlichen „Sitzungen“ im Speisesaal unter der Ebbehalle feststellen mussten.

„Bisher hatte der Orden immer drei oder vier Farben, diesmal sind es zehn“, macht Klaus Haferkorn auf die vielen Details aufmerksam, die viele Stunden Handarbeit bescherten: „An unserem ersten Abend waren wir ganz schön desillusioniert“, erinnert sich der Valberter nur zu gut an den ersten Frust und die knapp 50 mühsam verzierten Orden. Dann wurde das Prinzip verfeinert und so konnte die Produktion schließlich beschleunigt werden: „Jeder malt mit nur einer Farbe die entsprechenden Flächen“, lautet die Krux des Systems. „An Spitzentagen waren wir zu zwölft und haben mehr als 120 Orden geschafft.“

Mit Sandpapier werden die Orden zum Schluss abgerieben und die Schrift auf diese Weise wieder herausgearbeitet.

„Ich sehe die Orden jetzt auf jeden Fall mit anderen Augen“, hat Carsten Engstfeld festgestellt, nachdem für etliche Stunden ruhige Hand und genaues Auge gefragt waren. Die vielen Karnevalisten, die an den tollen Tagen im Ebbedorf auf der Bühne stehen, dürfen sich auf jeden Fall über echte Unikate freuen.

Der Kartenvorverkauf für die Prunksitzung am Samstag, 23. Januar (Beginn 19.01 Uhr, Einlass 17.45 Uhr) neigt sich dem Ende, er schließt am Mittwoch der kommenden Woche. Der Elferrat hat sich kurzfristig entschlossen, am kommenden Sonntag, 17. Januar, von 17 bis 19 Uhr in der Hültekanne all denjenigen Gelegenheit zu bieten, Karten zu kaufen, die unter Woche nicht an die Vorverkaufsstellen kommen können. Karten können zum Preis von 13 Euro in Valbert bei der Sparkasse, der Volksbank, der Bäckerei Berghaus, dem Reisebüro Lück, in der Hültekanne, in Mühlhofe an der Star-Tankstelle, sowie in Meinerzhagen bei Schmidt-Kfz und im Haarstudio Struwwelpeter erworben werden. Eine Bestellung per Mail an prunksitzung@lotgohn.de ist ebenfalls möglich.

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