Die Sternsinger ziehen wieder von Haus zu Haus

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In der Kirche St. Marien fanden sich die Sternsinger nach dem Ankleiden ein, um gemeinsam die Lieder zu singen, die am 6. Januar an den Haustüren erklingen werden.

Meinerzhagen - Caspar wird es, zusammen mit Melchior und Balthasar, am 6. Januar 2018 an Haustüren in Meinerzhagen genau so verkünden: „Grüß euch Gott im neuen Jahr, hier ist wieder die Sternsingerschar.“

Und damit ist eigentlich schon alles gesagt. Zumindest wissen die Hausbewohner dann, woran sie sind. Die Sternsinger sind bald wieder unterwegs, diesmal sammeln sie Geld, mit dem Kinderarmut in Indien bekämpft werden soll. 

Auch in den Pfarrgemeinden der katholischen Kirche in der Volmestadt ziehen am Dreikönigstag wieder Kinder durch die Straßen und klingeln an den Türen. Organisatorin Anette Kraus hat die Gruppen zuvor mit Listen ausgestattet, auf denen die katholischen Haushalte verzeichnet sind. Die werden gezielt besucht, doch nicht nur die: „Wir gehen durchaus auch zu Menschen, die nicht unserer Kirche angehören“, berichtet Kraus. Alle Häuser können die Kinder und ihre erwachsenen Begleiter allerdings beileibe nicht besuchen, dazu fehlt das Personal. 

Anette Kraus hofft, dass sie in diesem Jahr 50 Kinder zusammenbekommt, die in Umhänge schlüpfen und sich mit Sternen und Kopftüchern ausstatten lassen: „Momentan sieht es in dieser Hinsicht auch recht gut aus“, freute sie sich beim ersten Treffen der künftigen Sternsinger am Donnerstag im Untergeschoss der Kirche St. Marien. Um ganz Meinerzhagen abdecken zu können, brauchten sie und ihre Helferinnen allerdings mindestens die doppelte Anzahl an Sternsingern.

Seit etwa 20 Jahren ist Anette Kraus dabei, sorgt für die Organisation der Aktionen. „Es ist schwieriger geworden, Kinder zu finden, die mitmachen“, hat sie festgestellt. Und woran liegt das? „Da spielen verschiedene Gründe eine Rolle. Etwa die Ganztagsschule oder die Reizüberflutung, der viele Kinder ausgesetzt sind“, glaubt sie. Dass die Sternsinger in einem Jahr einmal nicht durch Meinerzhagen gezogen wären, das hat es bislang aber noch nicht gegeben – und auch 2018 haben sich wieder Freiwillige gefunden. Die werden an vielen Türen dann auch für ihr Engagement belohnt. Die Geldspenden sind für das Indien-Projekt bestimmt, die Süßigkeiten für die wackeren Sternsinger, die schließlich bei (fast) jedem Wetter ihre Touren abgehen.

„Wir kommen daher aus dem Morgenland, wir kommen geführt von Gottes Hand. Wir wünschen euch ein fröhliches Jahr, Caspar, Melchior und Balthasar.“ Immer wieder werden die Sternsinger ihr Lied am 6. Januar vortragen. Und an die Haustüren werden sie die Zeichen 20+C+M+B+18 malen. Dabei stehen die drei Buchstaben nicht etwa für die Initialen der Heiligen Drei Könige, sondern für „Christus Mansionem Benedicat“ also „Christus segne dieses Haus“. 

Singen, Schreiben, Sammeln – das wird die Kinder hungrig machen. Und weil Anette Kraus und ihr Team das wissen, haben sie auch diesmal wieder ein Mittagessen eingeplant, das zwischendurch im katholischen Jugendheim an der Kampstraße angeboten wird. Eine heimische Köchin wird dann ein besonders leckeres Gericht servieren: „Kartoffelgratin, Erbsen und Möhren und Schnitzelchen“, freut sich Anette Kraus über den besonderen Service, den sie ihren kleinen Sternsingern in der Mittagspause diesmal bieten kann.

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