Goldenes Jubiläum bei den Montagstrimmern

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Gruppenfoto mit aktuellen Mitgliedern. Auch nach 50 Jahren wird Sport getrieben und die Geselligkeit gepflegt.

Meinerzhagen - Dass Bewegung für Menschen fast jeglichen Alters gesund ist, dürfte inzwischen allgemein bekannt sein. Bereits in den 1970er- Jahren rief der Deutsche Sportbund deshalb die Trimm-Dich-Bewegung ins Leben. Doch einige Meinerzhagener waren noch schneller:

Sie gründeten schon am 15. Oktober 1969 die Montagstrimmer – heute vor 50 Jahren. Diese Gruppe gibt es immer noch. Und die 25 Mitglieder feiern in diesem Jahr 50-jähriges Bestehen – ihr „goldenes“. 

Als man sich 1969 zum ersten Mal zu einer Übungsstunde in der alten Südschule traf, glaubte wohl keines der Gründungsmitglieder, dass die Montagstrimmer ein halbes Jahrhundert bestehen würden. Gründungsvater und Initiator des sportlichen Zusammenschlusses war das heutige Ehrenmitglied Walter Haverkamp, damals Diplom-Sportlehrer an der Realschule, der die ersten zehn Jahre auch als Übungsleiter fungierte. Das „Gastspiel“ in der Turnhalle der Südschule dauerte übrigens nur ein Jahr. Dann folgte der Umzug ins Evangelische Gymnasium Auf dem Bamberg, das noch heute sportliche Heimat der Montagstrimmer ist – und zwar jeweils montags ab 18.30 Uhr. 

Für die Umsetzung des sportlichen Trainingskonzeptes sorgt dort Harald Kessler, er übernahm die Gruppe bereits 1979. Rückblick: „Ende der 1960er- und Anfang der 1970er-Jahre entwickelte sich eine Massensportart, die sich unter dem Begriff ,Volkslauf’ ausbreitete und eine Welle der Begeisterung auslöste. An vielen Orten wurden Trimm-Pfade und Laufparcours’ gebaut. Auch in Meinerzhagen gab es zwei davon“, erinnert sich Günter Lüsebrink. Er ist Organisator, Presse- und Vergnügungswart der Montagstrimmer. Vielen Trimm-Dich-Fans sei damals allerdings eines gemein gewesen: „Sie wollten ihr Hobby ausüben, sich aber keinem Verein anschließen. Das konnten sie bei den Montagstrimmern, die noch heute kein eingetragener Verein sind. Wir sind unter dem Dach des Meinerzhagener Stadtsportverbandes organisiert“, erläutert Günter Lüsebrink. 

Wer behauptet, dass in fortgeschrittenem Alter kein Sport mehr möglich ist, wird von den aktiven Montagstrimmern schnell eines Besseren belehrt. Zwölf Prozent der Gruppenmitglieder sind heute zwischen 60 und 65 Jahre alt, 25 Prozent zwischen 66 und 70 Jahre, zwölf Prozent zwischen 71 und 75, zwölf Prozent zwischen 76 und 80 und sogar 39 Prozent zwischen 81 und 85 Jahre. Aus diesem Grund habe man das Übungsprogramm dem jeweiligen Alter angepasst, erläutert Lüsebrink. Angesagt seien Aufwärmen, Stretching, Rücken- und Bauchübungen. Dass die Fitness indes kaum gelitten hat, zeigen die regelmäßigen Teilnahmen an den Sportabzeichen-Prüfungen. Zwei Montagstrimmer haben die Bedingungen zur Verleihung der Plakette sogar bereits zum 50. Mal erfüllt: Günter Lüsebrink und Harald Kessler. 

Viele der Gründungsmitlieder sind allerdings bereits verstorben. „Darunter auch Heinz John. Er war Mitbegründer der Gemeinschaft ,Lauf mit’ sowie Initiator des jährlichen Genkellaufes am zweiten Weihnachtsfeiertag, der auch im weiten Umkreis von Meinerzhagen bestens bekannt ist“, blickt Günter Lüsebrink zurück. Noch heute kommen allerdings vier Montagstrimmer-Mitbegründer regelmäßig zu den Übungsstunden: Harald Kessler, Ingo Knothe, Günter Lüsebrink und Werner Czilwa. Ganz klar: Die Freude an der Bewegung steht immer noch im Mittelpunkt. 

Nicht missen möchten Günter Lüsebrink und seine Mitstreiter allerdings die Geselligkeit. Dazu zählen Ausflüge in die nähere Umgebung und Fahrten. Im Frühjahr – außer im extrem heißen dieses Jahres – findet traditionell eine Wanderung statt. Die Jubiläumsfahrt haben die Montagstrimmer bereits hinter sich, sie führte Anfang September nach Boppard. Der „gute Geist“ in den eigenen Reihen ist dabei Günter Lüsebrink, der seit vier Jahrzehnten als Planer, Organisator, Presse- und Vergnügungswart aktiv ist.

Auf die Jubiläumsfeier freuen sich die Montagstrimmer schon jetzt. Sie findet am 16. Dezember im Hotel Schnüffel statt. „Weitermachen“ lautet die Devise für alle Gruppenmitglieder – und das so lange es die Gesundheit zulässt. Dass der Zusammenhalt auch nach 50 Jahre noch vorbildlich ist, bestätigt Günter Lüsebrink gerne: „In all der Zeit hat es bei uns nie einen ernsthaften Streit gegeben. Und das soll auch so bleiben.“

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