Lyrischer Tango zur Passion

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Von links: Einrichtungsleiterin Monika Besner, Werner Hansch, Erika Bachmann, Hans Bachmann (ehemaliger Vorstandsvorsitzender Perthes-Werk), Friedhelm Olfen, Pfarrer Rüdiger Schuch (Vorstandsvorsitzender Perthes-Werk) und Pfarrer Klaus Kemper-Kohlhase, Kuratoriumsvorsitzender des Langemann-Hauses.

Meinerzhagen - „Der Tango ist eine wunderbare Plattform für alle Farben der Emotion.“ In Dur und Moll, mit allen Gefühlsregungen zwischen Freude und Schmerz führte Bandoneonist Friedhelm Olfen am Sonntagnachmittag im Wilhelm-Langemann-Haus in die sinnliche, hochemotionale Welt des Tangos ein.

Von Monika Salzmann

Aus Argentinien, dem Mutterland des Tangos, brachte der Musiker ausgesuchte Kompositionen zum musikalischen Nachmittag im Hause mit. Mit dem Konzert feierten Mitarbeiter, Bewohner und Gäste zugleich das 50-jährige Bestehen des Evangelischen Perthes-Werks, das Träger der Einrichtung ist.

In die Zeit vor Ostern passte der „Lyrische Tango zur Passion“, mit dem Olfen bekannt machte, trefflich hinein. Hoch erfreut zeigte sich Einrichtungsleiterin Monika Besner über voll besetzte Ränge im großen Saal. Als besondere Gäste hieß sie Pfarrer im Ruhestand Hans Bachmann aus Münster, den langjährigen Vorstandsvorsitzenden des Perthes-Werks, und seinen Nachfolger Pfarrer Rüdiger Schuch aus Hamm beim (vorgezogenen) Geburtstagsständchen für den Träger willkommen. Ein herzliches Willkommen galt überdies Pfarrer Klaus Kemper-Kohlhase als Kuratoriumsvorsitzendem des Wilhelm-Langemann-Hauses. Ebenso charmant wie sachkundig führte „Hausmoderator“ Werner Hansch, vielen als Sportreporter in lebhafter Erinnerung und seit einem Besuch im Tangoclub „El Viejo Almacén“ bei Nicole Nau und Luis Pereyra in Buenos Aires sichtlich vom Tangofieber erfasst, durch den Nachmittag.

Zur Einstimmung auf die leidenschaftliche Musik Friedhelm Olfens, der von Haus aus eigentlich Kirchenmusiker und Kantor ist, ließ Hansch denn auch Bilder sprechen und das Weltklasse Tango-Paar Nau/Pereyra im Film über die Tanzfläche wirbeln. Die Geschichte der jungen Düsseldorferin, die heute zu den bekanntesten Tango-Tänzerinnen Argentiniens gehört, bekamen die Zuhörer gleich mit dazu. Zum besonderen Klangerlebnis geriet die lyrische, von der Grundstimmung melancholische Musik, die Friedhelm Olfen seinem Bandoneon als unverzichtbarem Tango-Instrument entlockte. Ausdrucksstark und virtuos spielte er auf einer schillernden Farbpalette großer Gefühle und starker Emotionen auf. Auf leisen Sohlen schlich sich da sogar Johann Sebastian Bach in die innige, schmerzlich-schöne Klangwelt des Nachmittags ein. Die starken formalen Verbindungen zwischen der barocken und der südamerikanischen Musik überraschten. Vorrangig bei Astor Piazzolla, dem Erfinder des Tango Nuevo, und Carlos Gardel – in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts einer der berühmtesten Tangosänger und -komponisten – machte der ehemalige Kreiskantor des Evangelischen Kirchenkreises Kleve Halt. Weltbekannten Nummern wie „Oblivion“ oder „Adios Noninos“ entlockte er mit virtuosem Spiel berührende Gefühlstiefe. Dass er sich dem Tango tief verbunden fühlt, drückte er mit jeder Faser seines feinen, gefühlvollen Spiels aus. Mit einem gemeinsamen Kaffeetrinken, von Regina Bosche am Klavier musikalisch umrahmt, endete der außergewöhnliche Nachmittag.

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