„Wir sind berufen zum Leben“

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Im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes wurde das Jubiläum begangen. ▪

VALBERT ▪ „Äußerlich scheint dieser Ort für Vergänglichkeit zu stehen, aber wenn wir tiefer schauen, erkennen wir die Botschaft des Christentums – dass wir berufen sind zum Leben.“ Anlässlich eines Festakts zum 150-jährigen Bestehen des idyllisch gelegenen kleinen Friedhofs neben der Kapelle St. Maria Magdalena in Grotewiese richtete am Samstag auch der emeritierte Weihbischof Franz Grave das Wort an die große Schar der Besucher.

Gemeinsam mit den Pfarrern Ludwig Opahle und Peter-Wilhelm Keinecke gestaltete er die Feierlichkeiten und segnete die Gräberreihen, bevor das Jubiläum, das den Auftakt für die Jubiläumsfeierlichkeiten der altehrwürdigen Kapelle bildet, auch im Rahmen einer Messe gewürdigt wurde.

Mit wohlklingenden sonoren Stimmen intonierten die Sänger des Bergstadt-Chors Lüdenscheid christliche Lieder wie „Das ist der Tag des Herrn“ oder „Im Dorf da geht die Glocke schon“. Auch der stellvertretende Bürgermeister Rainer Schmidt würdigte die Bedeutung des Ortes. „Wir leben heute in einer schnelllebigen, vielleicht auch manchmal unpersönlichen Gesellschaft“, ergriff er das Wort. „Umso wichtiger ist es, Altbewährtes und Traditionen gut zu pflegen.“ Der Kommentar eines der vielen Besucher der Kapelle verdeutliche, was sie den Menschen bedeute. „Wir sind zu einer Besichtigung hergekommen und haben in diesem Augenblick eine beglückende Begegnung mit Gott gehabt“, habe er gesagt.

Die Vorsitzende des Fördervereins der Magdalenenkapelle, Annette Valenthorn, dankte dem Weihbischof, einem langjährigen Freund des mittlerweile verstorbenen Pfarrers Paul Teske, für seine Unterstützung. „Alle, die sich unserer kleinen Kapelle sehr verbunden fühlen, sehen in ihrem Besuch ein Zeichen der Anerkennung“, so Valenthorn. „Sie stärken damit unsere Arbeit hier vor Ort.“ Sie erläuterte auch, warum ausgerechnet die Würdigung des Friedhofs am Anfang der Jubiläumsfeierlichkeiten stünden. „Für Tod, Trauer und Grabsteine ist kein Platz in unserer Spaßgesellschaft“, so die Vorsitzende. Sie denke aber gerne an den Ausspruch des Griechen Perikles „Ein Volk wird danach beurteilt, wie es seine Toten bestattet.“Heute werde das Thema Tod jedoch weitgehend verdrängt – „moderne Individuen drehen sich weitgehend um sich selbst“, so Annette Valenthorn. Ihr und ihren Mitstreitern sei es daher wichtig gewesen „zu Beginn der Jubiläums-Feierlichkeiten an die zu denken, die uns vorweg gegangen sind.“

Im Rahmen einer Messe mit Chorgesang und Eucharistiefeier wurde das Jubiläum gefeiert. Zum Ausklang trafen sich alle in einem Festzelt, wo die Besucher bei einem Glas Wein oder Saft zusammenstanden und miteinander ins Gespräch kamen. ▪ ps

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