50 Jahre Fanfarenzug: Großer Festkommers

Mit dem Auftritt des Hauptzuges des FZM begann der offizielle Teil des Jubiläums-Kommerses zum 50-jährigen Bestehen des Fanfarenzuges. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Er war nicht nur ein fröhliches Fest, der Jubiläums-Kommers zum 50-jährigen Bestehen des Fanfarenzuges 1960 Meinerzhagen (FZM) – der Kommers hatte auch viele bewegende Momente.

Einer dieser Momente war, als der Ehrenvorsitzende Eberhard Klotz von den Anfängen des Fanfarenzugs sprach und an viele Begebenheiten der ersten Jahre erinnerte. „Fanfarenzug der KJG Meinerzhagen“ so lautete der Name damals, und auf seiner Fahne waren der Hahn der KJG (Katholische junge Gemeinde) und das alte Meinerzhagener Stadtwappen.

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Jubiläum beim Fanfarenzug Meinerzhagen

Um mit dem Musizieren beginnen zu können, bestellte der Fanfarenzug damals seine ersten Instrumente. Doch als diese kamen, musste er feststellen, dass nicht genügend Geld in der Kasse war. So lagerten einige ihre Instrumente erst einmal ein, bis das Geld für die restlichen Instrumente zusammen war. „Unser erster musikalischer Leiter, Henry Ohmann, brachte uns das kontrollierte Blasen von vier bis fünf Tönen bei“, erinnerte sich Eberhard Klotz. „Im Februar 1961 hatten wir dann unseren ersten öffentlichen Auftritt und danach meldeten sich gleich acht Jugendliche spontan zum Mitmachen an. Doch wir hatten nicht nur Neuzugänge. Einige verließen uns auch, weil sie weggezogen sind, weil ihre Frauen oder Freundinnen es ihnen schwer machten oder, weil sie ein Gebiss bekamen und nicht mehr blasen konnten“, berichtete Eberhard Klotz verschmitzt und hatte dabei die Lacher auf seiner Seite.

Mit seinen Erinnerungen an die Anfänge des Fanfarenzuges folgten weitere Höhepunkte des Abends. So beeindruckte der Hauptzug des FZM mit einem Auftritt, der an Präzision nichts zu Wünschen übrig ließ und dabei mit seiner Musik die Herzen des Publikums erreichte. Eine Freude war es, dem Tambourmajor Gert Seyda zuzusehen, der mit Begeisterung seinen Stab, den Küs, durch die Luft wirbelte und so den Rhythmus des Fanfarenzuges angab. Ein Hingucker waren auch die Fanfaren-Mariechen, die über die Bühne wirbelten und zum Schluss mit dunklen Sonnenbrillen temperamentvoll zu Rockmusik tanzten.

An diesem Jubiläumsabend stand aber nicht nur die Musik im Mittelpunkt. Nach dem Ehrenvorsitzenden Eberhard Klotz sprach die stellvertretende Landrätin Renate Schulte-Fiesel, die an Ereignisse erinnerte, die zur Gründungszeit des Fanfarenzuges stattfanden. Dies waren die Inbetriebnahme des ersten Kernkraftwerkes oder die Marktpräsenz der Antibabypille in Amerika. „Mit ihren Auftritten bereichern sie das kulturelle Leben, auch außerhalb Meinerzhagens“, schloss sie und merkte noch an, dass sich der Fanfarenzug Meinerzhagen gut gehalten habe.

Volkmar Rüsche sprach als stellvertretender Bürgermeister und hob hervor, dass die Ehemaligen und jetzt Aktiven im wesentlichen Umfang dazu beitragen, dass in Meinerzhagen der Begriff „Kultur“ nicht nur ein Wort ist, sondern dass „Kultur“ auch gelebt wird. „Meinerzhagen ist stolz darauf, einen solchen Repräsentanten in seinen Reihen zu haben“, beendete er seine Grußworte.

Wolfgang Ziesmann, Präsident des Deutschen Bundesverbandes der Spielmanns-, Fanfaren-, Hörner- und Musikzüge hatte neben lobender Worte auch eine Auszeichnung mitgebracht. Er überreichte dem Fanfarenzug die Fanfarenschleife in Gold, die er sodann an der Vereinsfahne befestigte.

Eine Urkunde, eine Anstecknadel und eine Festschrift, das waren die Geschenke, die nun der Vorsitzende Helmut Grünewald und sein Stellvertreter Frank Schmitt den Gründungsmitgliedern Eberhard Klotz, Karl Ronge, Hans Semrau, Georg Deckwart, Friedhelm Grafe, Werner Skudlarek, Karl-Heinz Kruse, Winfried Heine, Klaus Meier und Willi Arens überreichten. Auch Alexander Sülzer, Vertreter des Bundes- und Landesverbandes überreichte ihnen eine Anstecknadel für ihre Verdienste. Weitere Ehrungen erhielten die musikalischen Leiter Horst Schmitz, Reinhold Felthaus und Tobias Arens.

„Magicbrass“, eine Gruppe von fünf Blechbläsern, lockerten das Programm musikalisch auf und bereiteten das Publikum auf den Höhepunkt des Abends vor. Es war das gemeinsame Auftreten des FZM mit den befreundeten Fanfarenzügen aus Hattingen, Halver, Lieberhausen und Marienheide. Ein optisches und musikalisches Feuerwerk entzündete sich nunmehr in der Stadthalle. Unzählige Musiker in ihren schmucken Uniformen verteilten sich nicht nur auf der Bühne der Stadthalle, bis in die Nebengänge standen sie. Gemeinsam spielten sie zum Abschluss des offiziellen Teils einige Märsche, die in so manchem Gast Tränen der Rührung hochkommen ließen.

Bis in den Morgen sorgte der „Sülztal Express“ für Tanz- und Unterhaltungsmusik und leitete so in den gemütlichen Teil des Abends ein. ▪ GeG

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