50 Jahre Evangelisches Gymnasium Meinerzhagen

Präses Annette Kurschus mit Schulleiter Sven Dombrowski und seinem Stellvertreter Eckhard Kessler.

MEINERZHAGEN ▪ „Was für ein wunderschöner Tag“, mochte man in Anlehnung an den Satz des gerade gewählten Bundespräsidenten Joachim Gauck auch den heutigen Donnerstag bezeichnet haben.

Das Evangelische Gymnasium Meinerzhagen feierte seinen 50. Geburtstag – und das in einer ganz außergewöhnlichen, sympathischen und für den guten Geist an dieser Schule sprechenden Weise. Und mit vielen prominenten Gästen – an ihrer Spitze die gerade zwei Monate im Amt weilende erste Präses der Evangelischen Landeskirche, Annette Kurschus, und mit Sylvia Löhrmann die noch amtierende stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes NRW, hier in ihrer Eigenschaft als Ministerin für Schule und Weiterbildung.

Emotionen weckte der Tag durch seine gute Mischung von Besinnung in Dankbarkeit und Aufbruchstimmung in das zweite Jahrhundert einer Oberschule, die sich vor die Herausforderungen in Zeiten des gesellschaftlichen Wandels und der geringer werdenden finanziellen Ressourcen gestellt sieht, deren Protagonisten gleichwohl guten Mutes sind, über das hierfür notwendige Fundament zu verfügen.

„Alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen Jesu und danktet Gott, dem Vater durch ihn“ – unter diesen biblischen Satz aus den Briefen des Apostel Paulus an die Kolosser war der musikalische Festgottesdienst in der Jesus-Christus-Kirche gestellt. Er bildete ganz bewusst den Auftakt für die Jubiläumsfeierlichkeiten einer Schule, die in landeskirchlicher Trägerschaft gegründet, heute eine von sieben Schulen der evangelischen Kirche von Westfalen ist – und an der seit 1999 auch die öffentliche Hand in Gestalt der Stadt Meinerzhagen in guter Kooperation und finanzieller Verantwortung für den damals zusätzlich eingerichteten vierten Zug in einer wahrlich modellhaften Weise eingebunden ist.

„Kirche macht Schule, weil das mit zu ihrem aus dem Evangelium abzuleitenden Auftrag gehört“, hob Präses Annette Kurschus hervor. „Eine plurale Gesellschaft braucht freie Schulen“, so das klare Bekenntnis von Schulministerin Sylvia Löhrmann. Und in der Talkrunde beim glänzend inszenierten Festakt in der Aula, geleitet von WDR-Moderator Matthias Bongard, einem ehemaligen Bamberg-Pennäler, verriet die ehemalige Klosterschülerin, spätere Gesamtschullehrerin und jetzige Spitzenpolitikerin auch gern, was aus ihrer persönlichen Sicht Schule abseits von Lehrplänen und anderweitigen Vorgaben unbedingt bewirken müsse: „Schule darf Kinder nicht beschämen!“

Dass am Bamberg eine „wohltuende Atmosphäre des Miteinanders“ herrscht, wie es unter anderem Dr. Wolfram von Moritz, der Schuldezernent der Landeskirche attestierte, das manifestierte sich in vielfältiger und überzeugender Weise: Schülerinnen und Schüler, die sich erkennbar mit Freude und Begeisterung an der Programmgestaltung beteiligten. Engagierte Lehrer, die sich vom ansteckenden Elan des neuen, jungen Schulleiters Sven Dombrowski mitnehmen und begeistern lassen. Viele Ehemalige – Schüler wie Lehrer – unter ihnen zum Beispiel Roswitha Urbanek, die zum dreiköpfigen Gründungskollegium der Schule 1962 noch in den Räumen des evangelischen Jugendheims an der Genkeler Straße gehörte und gestern noch einmal feststellte: „Das ist meine Schule, und alles an ihr ist einfach gut!“ „Ich habe feststellen können, dass die Schüler gern an dieser Schule sind“, berichtete nach einem Rundgang mit Vertretern der Schülerschaft Präses Annette Kurschus. Und der gerade elfjährige Sextaner Phil Meyer brachte es vor Publikum so auf den Punkt: „Mir gefällt die Gemeinschaft. Hier kommt jeder mit jedem gut klar!

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare