Bejagung als Mittel gegen Afrikanische Schweinepest

+
Im gesamten Volmetal und noch viel mehr im Siegerland gelten Wildschweine derzeit als Problem. Die Tiere verursachen hohen wirtschaftlichen Schaden.

Volmetal - Tiefe Löcher in der Wiese und abgefressene Pflanzen – diese Spuren weisen deutlich auf den Besuch von Wildschweinen hin. Die Leiter der Hegeringe Meinerzhagen/Valbert und Kierspe/Rönsahl berichten über die Schwarzwild-Problematik, die nicht nur wirtschaftliche Folgen verursacht.

Ähnlich wie in den Nachbarstädten haben auch die heimischen Jäger Schäden durch die Tiere feststellen müssen. „Teilweise sind Wiesen kaum noch als solche zu erkennen“, sagt Rainer Barre, Leiter des Hegerings Meinerzhagen/Valbert. „Leider sind sie auch hier nicht nur auf Grün- sondern auch auf Mais- und Getreideflächen zu sehen“, erklärt Matthias Heveling, verantwortlich für den Kiersper Hegering. Das habe vor zwei bis drei Wochen angefangen, werde durch den Herbst so weitergehen und im Frühjahr, wenn es taut, erneut aufkommen. Die Schäden seien für Traktoren wie „tiefe Schlaglöcher“. 

Die heimische Jägerschaft setzt auf revierübergreifende Drückjagden, um das Schwarzwild-Problem einzudämmen.

Die Ursache für das teilweise massiv umgegrabene Erdreich sei die anhaltende Nässe, so Heveling. „Für die Wildschweine ist es ein Leichtes, sich auf der Suche nach tierischem Eiweiß durch die Erde zu wühlen. Zwar finden die Tiere derzeit noch einige Eicheln, doch sie haben auch Lust andere Nahrung, zum Beispiel Engerlinge.“ 

Als Grund für die vielen Schäden sehen Heveling und Barre die derzeit große Population an Wildschweinen. Im Siegerland habe man vermehrt Tiere auch in Wohngebieten beobachtet, in hiesigen Gefilden sei das eher weniger der Fall, so der Kiersper Jäger. Insgesamt sei es eine Entwicklung, die in den vergangenen Jahren begonnen hat. So können sich die Tiere ungehindert ausbreiten, erklärt sein Meinerzhagener Kollege. „Sie fühlen sich da, wo der Mensch nicht hinkommt, etwa an der Kerspetalsperre oder auf den ehemaligen ,Kyrill-Flächen‘, sehr wohl“, sagt der Kiersper Hegeringsleiter. Auch im Ebbe, in Ihne oder im Listertal, also überall, wo Wald und Wiesen zu finden sind, seien in seinen Zuständigkeitsbereich Wildschweine zu finden, ergänzt Barre. „Sie sind überall da, wo sie ungestört sind.“ 

Heimische Zuchtbetriebe müssen geschützt werden

Aus einem weiteren Grund seien die Jäger gerade jetzt zum Handeln gezwungen. „Je höher der Bestand, desto größer ist, wegen der Nähe der Tiere zueinander, die Ansteckungsgefahr mit der Schweinepest. 2008 hatten wir solche Fälle. Doch zum Glück konnten die Tiere gegen den Erreger geimpft werden. Doch gegen die sogenannte Afrikanische Schweinepest, die derzeit in Tschechien und auch Polen grassiert, kann man keine Medikamente geben“, so Heveling. Die Tiere hätten keine Chance. 

Auf den Menschen ist die Krankheit zwar nicht übertragbar, aber auf das Hausschwein. Das ergibt große wirtschaftliche Folgen. „Dabei müssen wir vorsichtig sein. Wir müssen die großen Sauenzuchtbetriebe im Münsterland schützen. Ansonsten haben wir ein riesiges Problem“, warnt Barre. „Wir müssen intensiv eingreifen, da sich die Population, gerade an Frischlingen, bis zu 300 Prozent vergrößern kann“, so Heveling. Bis Mitte Dezember wird es zu revierübergreifenden Drückjagden kommen, in Kierspe etwa am 11. November. „Wir hoffen dann auch auf Schnee, dann sind die nachaktiven Tiere besser zu sehen“, so Heveling. Im Listertal fand am Samstag eine Jagd statt. Weitere werden auch in Meinerzhagen und Valbert folgen, sagt Barre.

Jagdbehörde rät zu Aufmerksamkeit im Wald

Die Untere Jagdbehörde beim Märkischen Kreis rät wegen derzeitigen Treib- und Drückjagden, die Wege nicht zu verlassen, um nicht direkt in das jagdliche Geschehen zu geraten. Die Behörde hat weitere Tipps zum richtigen Verhalten in Wald und Flur. Gegenseitige Rücksichtnahme und Vorsicht sei für alle Beteiligten geboten. Gerade im Herbst und Winter sollten Vorkehrungen getroffen werden, um Gefahren zu verringern und eine harmonische Nutzung des Waldes für alle Interessensgruppen sicherzustellen. Spaziergänger sollten daran denken, dass während einer Jagd eingesetzte Hunde auch ohne Leine unterwegs sind. 

Darüber hinaus steht die Sonne häufig tief, es wird früh dunkel und es herrscht oftmals Nebel – das führe dazu, dass Fußgänger nicht so gut zu sehen seien. Um sich im Wald vom Hintergrund abzuheben, ist Kleidung in kräftigen Farben besser. Wie der Kreis mitteilt, „muss im Wald stets mit Wild auf den Wegen gerechnet werden. Jäger sollten darauf achten, Beschilderungen, die auf eine Jagd hinweisen, an Wegen sichtbar aufzustellen. Weil die Waldwege während der Jagden nicht grundsätzlich gesperrt sind, sollten die Nutzer unbedingt auf diese Schilder achten. Ansitzjagden finden auch während der Nachtzeit statt. Für den Straßenverkehr gilt in der Dämmerung erhöhte Aufmerksamkeit.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare