18,5 Millionen für Hauptschul-Umbau

Claudius Hasenau in der ehemaligen Grundschule Gelsenkirchen-Rotthausen, die zurzeit umgebaut wird und künftig ebenfalls Demenz-Wohngruppen beherbergen soll. - Foto: Beil

Meinerzhagen - „Meinerzhagen ist noch ein Stück heile Welt – eine schöne Stadt, auf die wir uns freuen.“ Das sagt Claudius Hasenau. Er ist Diplom-Verwaltungswirt und in der Geschäftsführung der „Ambulanten Pflegedienste Gelsenkirchen“ (APD) tätig. In Meinerzhagen tritt er nun aber bald auch als privater Investor auf.

Zusammen mit dem selbstständigen Gelsenkirchener Dachdeckermeister Rolf Lutz, Mike Sternkopf, Hans-Werner Rössing und seiner Schwester Petra Hasenau-Rössing will Claudius Hasenau nun den Umbau der Hauptschule Meinerzhagen finanziell in Angriff nehmen. Gemeinsam will das „Quintett“ 18,5 Millionen Euro in den Komplex an der Genkeler Straße investieren. Eine niedrige siebenstellige Summe soll zudem an die Stadt überwiesen werden – als Kaufpreis. Wie berichtet, werden laut Planung in der Hauptschule neben frei finanzierten und „sozialen“ Wohneinheiten auch drei Demenz-Wohngruppen entstehen. Dazu ist ein großer Umbau des Gebäudes nötig, der im Juli beginnen wird und im September 2017 enden soll.

Hasenau spricht im Zusammenhang mit der Hauptschule von einem „wunderbaren Komplex“: „Schwimmbad und Halle nebenan passen darüber hinaus ebenfalls in unser Anforderungsprofil – unter dem Stichwort ,Seniorensport’“, freut er sich über die Gegebenheiten, die er in der Volmestadt vorfindet. „Mit Meinerzhagen nehmen wir eine bewusste Markterweiterung vor. Daneben sind bei uns noch drei weitere ähnliche Projekte im Münsterland, Rheinland und im Raum Unna in Planung“, informierte Hasenau im Gespräch mit der MZ.

Kernstück der Planungen an der Genkeler Straße sind die drei Wohngruppen für Demenzkranke. Und hier kommen APD und ein weiteres Familienmitglied „ins Spiel“: Theresia Hasenau. Die examinierte Krankenschwester soll die Leitung am neuen Standort übernehmen. Und APD werde für die Betreuung der Demenzkranken sorgen. „Unser Ambulanter Pflegedienst hat etwa 320 Mitarbeiter, ungefähr 700 Menschen werden von uns zurzeit versorgt“, berichtet Claudius Hasenau über die Aktivitäten in Gelsenkirchen und fügt hinzu: „Wir gehören zu den zehn größten Pflegediensten im Land.“ Das Konzept auch in Meinerzhagen sieht vor, den Dementen einen „Verbleib in Häuslichkeit“ zu ermöglichen. „Wir erbringen unsere Pflegeleistungen dabei 24 Stunden rund um die Uhr“, erklärt Claudis Hasenau. „Seit 2006 verfolgen wir das Modell mit Wohngemeinschaften für Demente. Damals wurden wir oft belächelt – doch heute wollen alle weg von stationären Aufenthalten. Und wir schaffen die Lebensräume“, verspricht Hasenau, der in seiner Heimatstadt im Ruhrgebiet auch Mitinitiator der „Tafel“ ist.

Bevor man sich entschieden habe, in Meinerzhagen tätig zu werden, habe man natürlich eine Marktanalyse erstellt, berichtet Hasenau. Dabei kam unter anderem heraus: „Auch hier ist nicht alles heile Welt, aber es gibt eine hohe Kaufkraft und einen großen Anteil an unter 18-Jährigen. Bis zum Jahr 2030 erwarten wir in Meinerzhagen aber auch eine 40-prozentige Zunahme in der Altersgruppe von 80 bis 109 Jahren.“

Generell stehe das künftige Angebot in der Hauptschule jedem Interessenten offen. „Unsere Priorität liegt aber klar auf der heimischen Bevölkerung. Und wir wollen auch soziale Kontakte herstellen“, plant der Investor und APD-Mitarbeiter, der in der Volmestadt künftig auch mit einem ambulanten Pflegedienst aktiv werden will. In der Hauptschule sollen einmal etwa 30 Mitarbeiter – vom Pflegebereich bis zur Verwaltung – beschäftigt werden. Gemeinsame Aufgabe sei es dann auch, Kontakte herzustellen und Ängste abzubauen. „Wir werden auf Nachbarn und Geschäftsleute wie Bäcker und Friseure zugehen und Gespräche führen“, kündigt Hasenau an, der sein Engagement in Meinerzhagen keinesfalls als Konkurrenz zu bestehenden Angeboten für Demente versteht: „Ich freue mich, den Blumenstrauß zu ergänzen. Wir erweitern die Auswahl und stärken die Verbraucherrechte. Das kann nur sinnvoll sein.“

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