Alle Standorte vorübergehend geschlossen

Coronavirus stellt alles auf den Kopf: VHS-Semester per Videochat und E-Mail

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Marion Görnig berichtet über die Planungen bei der VHS.

Volmetal – Auch auf die Volkshochschule Volmetal hat die Corona-Krise deutliche Auswirkungen. Bis zum 19. April bleibt die VHS definitiv geschlossen. An all ihren Standorten finden keine Kurse, Seminare und Vorträge statt.

In dieser Zeit erweist sich das Internet als überaus hilfreich. Marion Görnig, Direktorin der Volkshochschule, berichtet im Interview mit Dominic Rieder darüber, wie die VHS die Schließungszeit mit alternativen Wegen der Wissensvermittlung überbrückt. 

Marion Görnig, werden Kurs-Inhalte und Vorträge von Dozenten beziehungsweise Referenten per Videochat vermittelt, zum Beispiel mittels Skype, Facetime oder ähnlichem? 

Ja, wir haben ein paar Kurse in Französisch und Spanisch, die jetzt von ihren Kursleitenden über die vhs-cloud als sogenanntes virtuelles Klassenzimmer und mit Videochat weiter laufen. Das ist natürlich alles noch im Entwicklungsstadium und wir sind sehr gespannt, wie es bei den Teilnehmern ankommt, die sich zusammen mit ihrer Kursleiterin für diesen Weg entschieden haben. Das ist ja beim Sprachenlernen ein durchaus komplexer didaktischer Prozess, den es digital umzusetzen gilt. Meine Geschichtenschmiede läuft ebenfalls in Echtzeit am Donnerstagabend per Chatroom im Netz. Auch das ist eine spannende Erfahrung, es klappt auch gut. Aber wir alle empfinden doch, dass diese digitalen Verfahren gut sind in der jetzigen Situation, aber das reale Gespräch in der Gruppe, den Präsenzkurs und das soziale Miteinander in der Kursgruppe, all die Kreativität, die sich aus einer spontanen und direkten Diskussion ergeben, nicht wirklich ersetzen können. Ein Vortrag in der Reihe Smart Democracy zum Thema „Mit Messer und Gabel das Klima retten – Wie unsere Ernährung die Umwelt beeinflusst“ am 21. April war sowieso als Live-Stream-Veranstaltung angeboten, dem Teilnehmer im Netz folgen können. Die VHS Wolfsburg, die diese Veranstaltung ins Netz live einstellt, wird sie wahrscheinlich ebenfalls als Videochat konzipieren. Näheres dazu werden wir in der Presse ankündigen, wenn das endgültige Format steht. 

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Werden per E-Mail Inhalte und Aufgaben verschickt, mit denen die Kursteilnehmer die Schließungszeit überbrücken können? 

Von vielen Kursleitenden haben wir die Rückmeldung, dass sie mit ihren Kursteilnehmenden über eine Mail- beziehungsweise Nachrichtengruppe sowieso weiter in Kontakt sind und jetzt hierüber auch Anregungen für das Selberlernen zuhause verschicken. Das hängt natürlich vom Kurs ab und seinem Thema. Mit einem Literaturkurs kann ich mich da einfacher austauschen über Leseanregungen als mit einem Töpferkurs oder einem Computerkurs für Anfänger. Auch Martina Schnerr-Bille, unsere Theaterkursleiterin, hat ihrem Ensemble Aufgaben per Mail zukommen lassen, Anregungen für kleine Spielszenen, die sich die Kursteilnehmer jetzt zuhause erarbeiten und in der Gruppe vorspielen werden, sobald man sich das erste Mal wieder treffen kann. Eine Performance zum Beispiel mit einem Alltagsgegenstand, eine Dialogszene mit zehn Möbelstücken, die man vorher anders benennt, ihnen damit andere Charakteristika zuordnet. Spielelemente also aus dem Improvisationstheater, die ihre Teilnehmer sich jetzt erst einmal allein selber erarbeiten.

Ist geplant, das Semester zu verlängern, um die nun ausfallenden Kurs-Einheiten und Vorträge zu späteren Terminen in den Räumen der Volkshochschule nachzuholen?

Ja, wir wollen es ermöglichen, die ausgefallenen Unterrichtsstunden der jetzt unterbrochenen Kurse, soweit das möglich ist, noch anzuhängen, also das Semester um zwei oder drei Wochen in die Sommerferien zu verlängern. Das geschieht aber natürlich in Absprache mit den Kursleitenden, denn es muss ja auch terminlich bei ihnen passen. Vorträge und Einzelseminare, die jetzt ausgefallen sind, werden wir in das Programm des zweiten Halbjahres aufnehmen, hier haben wir bereits im Rahmen der Planung die neuen Termine mit den Referenten verabredet. Das VHS-Programm für das zweite Halbjahr erscheint wie geplant Ende Juni vor Beginn der Sommerferien. 

Falls ein Kursteilnehmer ein eventuelles Online-Angebot oder Kurs-Einheiten in den Volkshochschul-Räumen zu späteren Terminen nicht wahrnehmen kann: Werden die Kursgebühren anteilig zurückerstattet oder gibt es Gutscheine oder ähnliches?

Für die ausgefallenen Unterrichtsstunden eines Kurses werden die Teilnehmergebühren erstattet. Die Erstattung erfolgt am Ende des Semesters per Rücküberweisung automatisch, wenn für jeden einzelnen Kurs feststeht, wie viele Stunden letztlich erteilt werden konnten. Das gilt auch für diejenigen Teilnehmer, die sich für die Online-Fortführung ihres Kurses nicht angemeldet haben.

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