Kurdisches Fest

Märkischer Kreis erteilt Festival auf Flugplatz Absage

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Kurdische Jugendliche bei einer Demonstration: Das Festival der Kurden im Vorjahr verlief ebenfalls friedlich – zu einer Veranstaltung in Meinerzhagen wird es aber wohl nicht kommen.

Meinerzhagen - Nur einen Tag nach der öffentlichen Diskussion im Haupt- und Finanzausschuss, scheint das Thema „Festival“ am Flugplatz abgeschlossen zu sein: Auf Anfrage der MZ erklärte Pressesprecher Hendrik Klein am Dienstag, dass der Kreis dem Veranstalter keine Genehmigung für das 23. Internationale Kurdische Festival erteilen werde.

Damit dürften auch die Sorgen vieler Anwohner ausgeräumt sein, die sich am Montag im Ausschuss noch kritisch über das geplante Event geäußert hatten (wir berichteten).

So standen vor allem die Parksituation und die Nähe zum Naturschutzgebiet im Fokus der Diskussion. Und auch die von Bürgermeister Jan Nesselrath auf Anfrage Rolf Puschkarskys (SPD) erklärte Option, eventuell als Kommune gegen die Veranstaltung juristisch vorzugehen, ist damit wohl hinfällig: Nesselrath hatte in Aussicht gestellt, nach Paragraf 14 des Ordnungsbehördengesetzes Maßnahmen ergreifen zu können, falls es eine „konkrete Gefahr der öffentlichen Sicherheit“ gebe.

Kreis rechnete mit bis zu 28.000 Besuchern

Im Kreishaus rechnete man zuletzt mit 25- bis 28 000 Besuchern. Allerdings hat nun bereits der Kreis als erste Instanz dem Festival einen Riegel vorgeschoben. „Es wurden mehrere Gespräche geführt, auch mit dem Veranstalter. Im Laufe der Prüfung stellte sich heraus, dass die baulichen Gegebenheiten, aber auch die Flucht- und Zufahrtswege und auch Parkplätze eine solche Veranstaltung nicht zulassen“, erklärte Kreis-Pressesprecher Hendrik Klein. Auch die Valberter Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper sei an dem Entscheidungsprozess beteiligt gewesen.

Veranstaltung findet seit 1992 statt

Das „Internationale Kurdische Festival“ findet seit 1992 statt und soll vor allem ein Fest der Völkerverständigung sein. Die Besucher nutzen die Veranstaltung allerdings auch, um gegen politische Verfolgung und Ausgrenzung der Kurden zu demonstrieren. Das Fest im Vorjahr, das auf den Düsseldorfer Rheinwiesen stattfand und als politische Kundgebung von einem Großaufgebot der Polizei begleitet worden war, verlief jedoch friedlich.

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