Kurdisches Festival

Kreis lehnt Festival ab: Veranstalter scheitert auch im zweiten Anlauf

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Veranstaltungen auf dem Flugplatz sind keine Seltenheit - in der Dimension, wie sie der Veranstalter Nav-Dem plante, gab es sie aber noch nicht.

Meinerzhagen - Das 23. Internationale kurdische Festival wird definitiv nicht auf dem Meinerzhagener Flugplatz stattfinden: Wie es aus dem Kreishaus heißt, sei die Veranstaltung auch nach Sichtung nachgereichter Unterlagen des Organisators nicht genehmigungsfähig.

Kreissprecher Hendrik Klein erklärte am Freitag auf Nachfrage unseres Portals, dass dem Veranstalter Nav-Dem mit Datum des 26. August ein Ablehnungsbescheid für die Veranstaltung zugesendet wurde. Für diese Ablehnung gebe es gleich mehrere Gründe.

"Gelände nicht geeignet"

Zum einen sei das "Gelände im jetzigen Zustand für Art und Größe der Veranstaltung nicht geeignet". Klein: "Der Veranstalter hat uns mitgeteilt, zu Spitzenzeiten mit bis zu 28.000 Besuchern zu rechnen. Unter anderem hat er 250 Busse angegeben, die zu erwarten seien, hinzu kämen tausende Pkw und diverse Shuttle-Dienste. Dafür ist das Gelände verkehrlich überhaupt nicht vorbereitet." In der Folge habe das Flucht- und Rettungswegekonzept der Veranstalter grundlegende Mängel aufgewiesen. "Eine so große Menschenmasse kann nicht im vorgeschriebenen Zeitraum von neun Minuten abgeleitet werden", erklärt Klein.

Gespräch im Kreishaus bereits am Mittwoch

Dies habe man dem Veranstalter auch bereits in einem Gespräch am Mittwoch im Kreishaus mitgeteilt, an dem auch Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper teilnahm. Dabei habe sie auch deutlich gemacht, dass der Kreis durch Veranstaltungen wie das Mittelalterfest in Altena oder das Autofreie Volmetal durchaus über einschlägige Erfahrungen mit Sicherheitskonzepten verfügt. "Natürlich müssen wir für Veranstaltungen wie das Festival die gleichen Maßstäbe anlegen. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, dass es sich um ein kurdisches Fest handelt. Das wäre auch bei jedem anderen Veranstalter so gewesen", sagt der Pressesprecher des Märkischen Kreises, der außerdem auf fehlende Unterlagen seitens Nav-Dem hinweist.

Auch Eigentümer hat laut Kreis nicht zugestimmt

Gescheitert wäre die Veranstaltung letztlich aber vor allem aufgrund des fehlenden Einverständnisses des Eigentümers. "Die Baubehörde hat im Rahmen des Verfahrens den Eigentümer gefragt. Und dieser hat erklärt, dass er einer anderweitigen Nutzung außerdem Flugplatzbetrieb nicht zustimmt", so Hendrik Klein weiter. Dabei handelt es sich nach Recherchen der MZ offenbar um die Ablehnung der SMS Demag AG als Eigentümerin, Flugplatzbetreiber Friedhelm Müllensieper jedoch erklärte am Freitag auf Nachfrage, dass er der Veranstaltung grundsätzlich positiv gegenüber eingestellt sei.

Zu einer Veranstaltung in Meinerzhagen dürfte es nun aber nicht kommen. Zumal der Veranstaltungsort auf der entsprechenden Facebook-Seite zuletzt gestrichen worden war. Aussagen, dass das Festival nun doch - wie im vergangenen Jahr - in Düsseldorf stattfindet, wurden von offizieller Stelle bislang nicht bestätigt.

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